Hamburg

Gebäude verfällt: Sorge um eine alte Villa in Othmarschen

Die Villa am Statthalterplatz 1 steht seit Jahren leer.

Die Villa am Statthalterplatz 1 steht seit Jahren leer.

Foto: Roland Magunia/Funke Foto Services

Der denkmalgeschützte Bau am Statthalterplatz verkommt. Die Kulturbehörde nimmt den Eigentümer gegen Vorwürfe in Schutz.

Hamburg.  Die Sorge um eine denkmalgeschützte Villa beschäftigt zurzeit viele Menschen in Othmarschen und angrenzenden Stadtteilen. Das imposante Haus am Statthalterplatz 1 steht seit mehr als drei Jahren leer, angekündigte Sanierungsmaßnahmen kommen nur schleppend voran.

Der Besuch vor Ort in unmittelbarer Nähe des viel genutzten Bahnhofs Othmarschen zeigt: Die Villa von 1906, in der zuletzt ein Frauenarzt seine Praxis hatte, wirkt verwahrlost – so wie schon seit vielen Monaten. Baumaterial ist mit Planen zugedeckt, die Fenster des Tiefgeschosses verhängt. Der Garten sieht zerfahren aus, von Bauarbeiten ist weit und breit nichts zu sehen.

"Das Gebäude verkommt, der Garten verwildert und nichts Sichtbares zur Erhaltung geschieht“

In der aktuellen Ausgabe seines Mitteilungsblatts „Unser Blatt“ kritisiert der Bürgerverein Flottbek-Othmarschen die Zustände: „Das Gebäude verkommt, der Garten verwildert und nichts Sichtbares zur Erhaltung geschieht“, heißt es dort. Auch mit Vorwürfen gegen den Eigentümer und das Denkmalschutzamt wird nicht gespart. „Der (neue) Eigentümer, dessen angeblicher Antrag auf Abriss und Nachverdichtung des Grundstücks seinerzeit abgelehnt wurde, beteuert zwar jetzt, dass er an einer denkmalgerechten Sanierung sehr interessiert sei, hat jedoch entgegen seinen Zusagen dem Denkmalschutzamt gegenüber keine Taten folgen lassen.“ Und weiter: „Wir befürchten, dass der Eigentümer (…) das Haus verfallen lassen will, um es dann irgendwann doch abreißen zu dürfen und das von ihm gebaute Ärztehaus bauen zu können.“

Lesen Sie auch:

Auf Nachfrage des Abendblatts zeigt man sich beim Bezirksamt Altona erstaunt. „Ein Abrissantrag wurde nicht gestellt“, sagt Sprecher Mike Schlink, und von einem geplanten Ärztehaus vor Ort sei dem Amt nichts bekannt.

Von einem baldigen Beginn der Sanierungsarbeiten ist auszugehen

Und für das Denkmalschutzamt stellt Enno Isermann, Sprecher der Kulturbehörde, klar: „Der Eigentümer hat vor einiger Zeit mit der Trockenlegung des Hauses begonnen, die nunmehr auch fast abgeschlossen ist.“ Und weiter: „Seit ein paar Monaten laufen sehr konstruktive Gespräche zwischen dem Bauherren, seinem Architekten und dem Denkmalschutzamt über eine denkmalgerechte Sanierung, die jetzt in einem Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung mündeten.“

Von einem baldigen Beginn der Sanierungsarbeiten sei deshalb auszugehen, so Isermann. Nach seinen Angaben arbeite das Denkmalschutzamt im vorliegenden Fall „sehr gut mit Eigentümern und Architekten zusammen“. Die Vorbereitungsphase sei allerdings recht komplex, ein gewisses Zeitpolster müsse einkalkuliert werden. Während der Dauer der „extrem wichtigen“ Planungsphase seien für Außenstehende dann eben noch keine Ergebnisse sichtbar.

„Uns ist es immer nur um das Haus gegangen“, sagt Christoph Beilfuß vom Bürgerverein. „Wenn jahrelang nichts geschieht, wird man misstrauisch, vor allem, weil uns so viele Mitglieder auf den Zustand angesprochen haben. Sollte die Sanierung demnächst losgehen, würde uns das natürlich sehr freuen.“ Beilfuß kündigt aber auch an: „Wir werden uns das ganz genau anschauen.“