Wertvolle Exemplare

Bum-i und Max: Tierpark Hagenbeck bekommt seltene Leoparden

Nordchinesischer Leopard im Hamburger Tierpark Hagenbeck: Wegen ihres Fells wird diese Leopardenart gejagt und ist deshalb die am stärksten gefährdete.

Nordchinesischer Leopard im Hamburger Tierpark Hagenbeck: Wegen ihres Fells wird diese Leopardenart gejagt und ist deshalb die am stärksten gefährdete.

Foto: LUTZ SCHNIER

Zwei Nordchinesische Leoparden sind aus Südkorea nach Hamburg umgezogen. Für einen der beiden geht die Reise bald weiter.

Hamburg. Für Besucher ist der Tierpark Hagenbeck wegen des Corona-Lockdowns geschlossen. Doch für zwei neue Bewohner haben sich jetzt die Tore in Stellingen geöffnet: Bum-i und Max.

Tausende von Kilometern haben die beiden Nordchinesischen Leoparden auf ihrem Weg nach Hamburg zurückgelegt. Der Zoo in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul hatte die beiden seltenen Exemplare zur Verfügung gestellt, wie der Tierpark Hagenbeck mitteilte.

„Es ist sehr wichtig für den gesamten Bestand, dass wir nun blutsfremde Tiere bekommen haben“, sagt Zootierarzt Michael Flügger. Er ist der Koordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für die bedrohten Raubkatzen und weiß um die Schwierigkeit, geeignete Tiere zu finden: „Außer ein paar uralten Tieren in den USA gibt es vielleicht noch welche in China. Doch der Informationsaustausch ist sehr schwierig. Deshalb war ich so glücklich, gleich zwei Tiere aus dem Zoo Seoul bekommen zu können.“

Hagenbeck hofft auf Nachwuchs bei Nordchinesischen Leoparden

Während Bum-i (wörtlich: Langschläfer, Schlafmütze) in Hamburg verbleibt, geht die Reise für den älteren Max nach einer 30-tägigen Quarantäne weiter: Er soll im dänischen Safari-Park Ebeltoft sein neues Zuhause finden.

Bum-i bleibt allerdings nicht allein: Aus dem Safari-Park in Thoiry (Frankreich) soll bald Weibchen Naoli kommen und zusammen mit Bum-i für Nachwuchs sorgen. 2015 hatte ein mysteriöses Leopardensterben bei Hagenbeck Schlagzeilen gemacht.

Nordchinesische Leoparden werden in ihrer Heimat wegen ihres Fells gejagt und sind die am stärksten gefährdete Leopardenart. Etwa 40 Exemplare leben in europäischen Zoos.

Wissenswertes zum Tierpark Hagenbeck:

  • Hagenbecks Tierpark wurde im Mai 1907 eröffnet
  • Er liegt im Hamburger Stadtteil Stellingen und umfasst eine Fläche von 19 Hektar
  • Im Tierpark gibt es mehr als 1850 Tiere aller Kontinente, darunter eine der größten Elefantenherden Europas
  • Alle Bereiche im Tropen-Aquarium und der Rundweg im Tierpark Hagenbeck sind behindertengerecht
  • Die Mitnahme von Hunden ist nicht erlaubt
  • Gemäß der aktuellen Hamburger Corona-Eindämmungsverordnung ist der Tierpark bis mindestens 30. November geschlossen