Hamburg

Nach Fund in Hamburg: Weitere Vogelgrippe-Fälle im Norden

Bei einer Wildente im Bezirk Bergedorf wurde die Vogelgrippe nachgewiesen (Symbolbild).

Bei einer Wildente im Bezirk Bergedorf wurde die Vogelgrippe nachgewiesen (Symbolbild).

Foto: picture alliance

Bei einer Wildente in Lohbrügge wurde die Geflügelpest nachgewiesen. Geflügelhalter zur Vorsicht angehalten.

Hamburg/Kiel. Bei einer Ente in Lohbrügge ist der Erreger der Vogelgrippe nachgewiesen worden. Es ist nach Angaben der Verbraucherschutzbehörde vom Freitag der erste Fall in Hamburg seit Februar 2017. Nun ist der Erreger auch bei weiteren Wildvögeln im Norden aufgetaucht. Das teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium am Sonnabend mit.

Neben der Wildente in Hamburg seien ein Mäusebussard in Mecklenburg-Vorpommern und verschiedenen Wildvögeln in Schleswig-Holstein infiziert gewesen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) habe dies am Freitag bestätigt. „Bisher handelt es sich nur um einzelne Fälle“, betonte das Ministerium.

Wildente mit Vogelgrippe-Erreger in Hamburg gefunden

Der infizierte Wildvogel in Lohbrügge sei am Donnerstag von Polizisten gefunden worden. Das Tier habe einen verletzten Eindruck gemacht und sei eingeschläfert worden. Das FLI in Greifswald habe bestätigt, dass es sich um das Geflügelpestvirus H5N8 handele.

Die Erkrankung ist für Vögel hochansteckend. Infektionen beim Menschen sind nicht bekannt. Die Behörde habe die Geflügelhalter in der Umgebung des Fundortes informiert. Das Monitoring zur Erkennung der Geflügelpest in Hamburg sei verstärkt worden. Weitere Schutzmaßnahmen seien aktuell nicht notwendig, hieß es.

Geflügelpest auch bei Tieren in Schleswig-Holstein nachgewiesen

Wegen der Fälle in Schleswig-Holstein müssen Geflügelhalter im Kreis Nordfriesland ihre Bestände nun in Ställen unterbringen. Sie sind aufgefordert, Vorsorge zu betreiben und ihre Bestände zu beobachten, mahnte das Bundeslandwirtschaftsministerium.

Vor wenigen Tagen war in den Niederlanden Geflügelpest bei Höckerschwänen nachgewiesen worden. "Die Seuchenexperten des FLI hatten uns ja gewarnt, dass die Vogelgrippe auf dem Vormarsch ist. Nun ist es soweit und wir haben den ersten Fund. Das ist ein Grund zur Sorge, aber kein Anlass zur Panik“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD). Im Sommer war das Vogelgrippegeschehen laut FLI mit letzten Ausbrüchen in Bulgarien und Ungarn in Europa zunächst zum Erliegen gekommen.

Zugvögel könnten Geflügelpest nach Hamburg bringen

Jedes Jahr erhöhe sich jedoch im Spätherbst und zu Beginn des Winters die Gefahr, dass die Geflügelpest durch Zugvögel nach Europa eingeschleppt werden könne, so die Hamburger Behörde für Justiz und Verbraucherschutz. Die Experten mahnten zu erhöhter Wachsamkeit gegenüber Wildvögeln, die krank oder tot gefunden werden.

"Durch den Kontakt zu infizierten Vögeln oder infektiösem Kot sowie durch ungenügende Biosicherheitsmaßnahmen kann das Virus in Haus- und Nutzgeflügelbestände eingeschleppt werden und dort zu hohen Tierverlusten führen", heißt es weiter. Einzelne tote Spatzen oder Amseln im Garten seien aber kein Grund zur Sorge. Bisher gehe von Singvögeln kein besonders hohes Risiko der Übertragung aus.

Keine Übertragung der Vogelgrippe auf Menschen bekannt

Nachgewiesen worden seien die Virustypen H5N8 und H5N5. Bisher sei keine Übertragung dieser Typen auf Menschen bekannt, dennoch sollten tote Vögel nicht angefasst werden. Auch Fälle, bei denen sich Haustiere wie Hunde oder Katzen infiziert haben, sind bislang nicht bekannt geworden, teilte die Behörde mit. Die Tiere könnten das Virus jedoch weiterverbreiten.