Hamburg-Kolumne

Zwei Hamburger Topköche geehrt – Ties Rabe wird Doppel-Opa

Freuen sich über die Auszeichnung als Spitzenkoch des Jahres: Karlheinz Hauser und Kevin Fehling bei der Busche Gala im Hotel Grand Elysée

Freuen sich über die Auszeichnung als Spitzenkoch des Jahres: Karlheinz Hauser und Kevin Fehling bei der Busche Gala im Hotel Grand Elysée

Foto: imago stock / imago images/Stephan Wallocha

Anekdoten aus der Gesellschaft, Rück- und Ausblicke auf Veranstaltungen – alles über die wichtigsten Köpfe der Stadt.

Hamburg. Wahrscheinlich war es die letzte große festliche Veranstaltung in diesem Jahr … So dachten die meisten der rund 120 geladenen Gastronomen und Hoteliers bei der 23. Busche Gala, obwohl sie noch nicht wissen konnten, dass sie bereits eine Woche später ihre Läden würden schließen müssen. Ausgezeichnet wurden die besten unter ihnen, darunter gleich mehrere Hamburger: Kevin Fehling, Karlheinz Hauser, André Vedovelli sowie Maximilian Wilm und Hen­drik Thoma. Der Master-Sommelier wurde für seine Sendung „Make your Altglascontainer great again“ mit dem Award „Online-Entertainment des Jahres“ belohnt und sagte gegenüber dem Abendblatt, es sei toll, dass soziale Medien nun endlich auch in seiner Branche eine Rolle spielen.

Nachdem die Schauspielerin Marie-Luise Marjan während zweier Gänge eine lustige Geschichte über vergiftetes Essen vorgelesen hatte, leitete Markus Lanz eine Podiumsdiskussion mit den Gästen Jonas Schmidt-Chanasit, Dirk Iserlohe, Christian Rach, Georg Broich und Wolfgang Bosbach, der per Video aus einem Feuerwehrhaus zugeschaltet wurde. „Endlich wieder richtige Leute“, kommentierte er seinen Besuch und sprach dann natürlich über Corona. „Ich habe die Logik des Beherbergungsverbots nicht verstanden, ich darf in einer fremden Stadt essen gehen, aber nicht abends allein im Hotel liegen?“

Lanz fragte, wie es überhaupt zu dieser Situation kommen konnte, woraufhin Schmidt-Chanasit sagte, die Basisregeln hätten konsequenter durchgesetzt werden müssen. Es seien aber ausdrücklich nicht die Restaurants, die eine Gefahr darstellten, und in Hamburg mache sich positiv bemerkbar, dass der Bürgermeister ein Arzt sei. Rach schien wütend über einige wenige schwarze Schafe in seiner Branche und meinte, man müsse radikal gegen Verstöße vorgehen. 5000 Euro seien nicht genug. „Die haben eine Sauerei für uns alle angerichtet“, so der Koch. „Unsere Branche ist auf der Palliativstation“, sagte Dirk Iserlohe. Bosbach sagte, er wisse außerdem nicht, was eine Fetisch-Party sei (wurde kurz zuvor illegal in Berlin mit Hunderten Leuten gefeiert): „Ich war früher Messdiener.“ Am Ende der Veranstaltung wurde Eugen Block für sein Lebenswerk ausgezeichnet. „Ich bin stolz und gerührt und dem lieben Gott dankbar,“ sagte Block.

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Das Luxuskreuzfahrtsegelschiff „Sea Cloud“ ist eine Legende. Derzeit ist die 90 Meter lange Viermastbark allerdings quasi außer Dienst gestellt. Die Hamburger Reederei Sea Cloud Cruises hat ihr komplettes Winterprogramm in der Karibik abgesagt. Angesichts der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie sei „der radikale Schritt“ der einzig mögliche Weg, um Gästen und Vertriebspartnern Planungssicherheit zu geben, sagte Geschäftsführer Daniel Schäfer. Dennoch ist er überzeugt, gestärkt aus der schwersten Krise der Kreuzfahrtbranche hervorzugehen. Daher verstärkt sich das Unternehmen personell. Zum 1. November kommt Michael Baden als Vertriebsdirektor an Bord. Der 55-Jährige war zuvor in verschiedenen Positionen bei TUI Cruises tätig. Er sei „stolz, als Vertriebsdirektor die weitere Vermarktung der bald drei Großsegler mit voranzutreiben“, sagte Baden. Neben der „Sea Cloud“ und der „Sea Cloud II“ sollen vom nächsten Frühjahr an auch Reisen auf der neu gebauten „Sea Cloud Spirit“ angeboten werden. Als Zielgebiete sind das Mittelmeer und die Kanarischen Inseln vorgesehen.

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Mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und der Biermann-Ratjen-Medaille des Hamburger Senats wurde Norbert Aust bereits ausgezeichnet. Nun wurde der Theaterunternehmer und Präses der Handelskammer zum Ehrenvorsitzenden des Tourismusverbandes Hamburg ernannt. Der umtriebige Macher war von November 2013 bis April 2020 Vorsitzender des Vereins. „In seiner Zeit als Vorsitzender, aber auch schon in früheren Funktionen hat sich Norbert Aust sehr für den Tourismus in Hamburg engagiert“, sagte sein Nachfolger Wolfgang Raike. Der Branche ist Aust auch als Hotelier verbunden, er ist einer der Betreiber des 2019 eröffneten Pierdrei Hotels in der HafenCity. „Es ist mir eine große Ehre, diese Auszeichnung zu erhalten. Für mich ist und war Tourismus immer mehr als nur ein Wirtschaftsbereich. Tourismus prägt erheblich unser aller Leben. Wer reist, lernt andere Menschen kennen und verstehen.“

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Ein besonderer Gast stellte sich den Fragen seiner Fans im Alstertal-Einkaufszentrum (AEZ). Der Schauspieler Benjamin Piwko las aus seinem Buch „Man hört nur mit dem Herzen gut“ in Gebärdensprache. Piwko berichtete, wie er es mit Disziplin und Willenskraft zum Fernsehstar geschafft hat. Sein Lebensmotto: „Machen statt reden.“ Heute ist er Tischler, mehrfach zertifizierter Kampfsportler und -trainer, Schauspieler und seit seiner Teilnahme an „Let’s Dance“ auch Tänzer und Autor.

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Eine neue Aufgabe hat Folke Sievers. Der ehemalige Direktor vom Curio by Hilton Reichshof an der Kirchenallee wird künftig das Fünf-Sterne-Boutiquehotel Aalernhüs in St. Peter-Ording leiten. Dort kennt sich Sievers besonders gut aus: „Nach mehr als 20 Jahren Stadthotellerie in Hamburg freue ich mich sehr, in meinen Heimatort zurückzukehren. Es ist für mich eine besondere Herausforderung, das Aalernhüs weiterzuentwickeln.“ Das Hotel gehört zur Sea­side Gruppe des Hamburger Unternehmers Gregor Gerlach.

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In dieser Woche wurde bei Cornelia Poletto­ in Eppendorf in kleinem Kreis eine besondere Vertragsunterzeichnung gefeiert. Der Unternehmer Frank Albrecht hat seine Firma, die AVW Immobilien AG, an die Unternehmensgruppe Volksbank BraWo (Braunschweig Wolfsburg) verkauft. „Nach der Unterzeichnung der Verträge und damit meiner Verabschiedung von meiner vor über 40 Jahren gegründeten AVW fällt ein Loslassen nicht leicht“, sagte Al­brecht. „Aber ich hinterlasse der folgenden Generation eine leistungsstarke, zukunftsweisende Unternehmung mit vielen Perspektiven im Immobilienbereich.“ Bei der kleinen Runde waren unter anderem die AVW-Vorstände Michael Mertmann und Edward T. Martens dabei, Nikolai Freiherr von Teuffel, aber auch Rüdiger Grube, der für die Investmentbank Lazard die Verhandlungen begleitet hatte.

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Mit einem neuen Format wurden die HanseMerkur-Preise für Kinderschutz zum 39. Mal vergeben. Und zwar nicht mit einer Gala, sondern mit einem etwa einstündigen Film. Familienministerin Franziska Giffey gab darin ein Interview. „Ich bin froh, dass wir doch noch einen Weg gefunden haben, jenen, die Kindern und Familien verlässlich zur Seite stehen, die Ehrungen zu überreichen. Denn 2020 als Jahr der Kontakteinschränkungen war kein gutes Jahr für Kinder“, sagte Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender der HanseMerkur (mehr über die Preisträger lesen Sie auf Seite 14).

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Getrennt hatten sie sich eigentlich im August: der Hamburger Tennisprofi Alexander Zverev (23) und das Berliner Model Brenda Patea. Und doch werden die beiden in den kommenden Monaten und Jahren wohl einiges miteinander zu tun haben: Die 27-Jährige ist schwanger – von ihrem ehemaligen Partner, das erzählte sie der „Gala“. „Ich bin in der 20. Schwangerschaftswoche, ich erwarte ein Kind von Alex“, heißt es in der Zeitschrift. Als sie den Test im Sommer gemacht habe, seien beide noch zusammen gewesen. „Wir waren gerade in Monaco. Im ersten Moment hat er mich in den Arm genommen. Wir haben uns zusammen gefreut. Später kamen ihm dann erste Zweifel, ob er sich der Aufgabe gewachsen fühlt, Vater zu werden.“ Zverev, derzeit auf Rang sieben bester Deutscher in der Weltrangliste und nach ein paar Tagen Heimaturlaub in Hamburg in der kommenden Woche beim Mastersturnier in Paris gefordert, schrieb auf Instagram: „Ich freue mich sehr auf das Kind. Auch wenn Brenda und ich nicht mehr zusammen sind, haben wir ein gutes Verhältnis, und ich werde meiner Verantwortung als Vater gerecht.“ Mehr wolle er zu diesem privaten Thema öffentlich aber nicht sagen. „Ich bin mir sicher, dass Brenda und ich das auch ohne Medien schaffen.“

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Innerhalb von nur 24 Stunden ist Schulsenator Ties Rabe (SPD) gleich zweimal Großvater geworden: Enkelkind Frida (53 Zentimeter, 3500 Gramm) kam eine Woche zu spät im Bethesda-Krankenhaus (Bergedorf) zur Welt, Cousin Pelle (48 Zentimeter, 2300 Gramm) folgte einen Tag später und gut fünf Wochen zu früh im Marienkrankenhaus (Hohenfelde). Rabe und seine Frau Katrin haben drei erwachsene Kinder, einmal waren sie schon Großeltern geworden. Über die Chatgruppe der Familie hatte Rabe während einer Reihe von Sitzungen und Telefonkonferenzen seiner Tochter Lisa Rabe und ihrem Partner Andre Springborn sowie seinem Sohn Hannes Rabe und seiner Frau Nicola Mut zugesprochen und die überraschende Entwicklung kommentiert. „Alle Kinder rosig und gesund, alle Mütter wohlauf, alle Väter angespannt und die Großeltern nach einer schlaflosen Nacht ziemlich müde“, sagte der Senator.