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OVG: Corona-Sperrstunde in Hamburg bleibt doch

| Lesedauer: 32 Minuten
Die Sperrstunde gilt weiterhin auch in Hamburg: Der Hans-Albers-Platz war bisher ab 23 Uhr leer.

Die Sperrstunde gilt weiterhin auch in Hamburg: Der Hans-Albers-Platz war bisher ab 23 Uhr leer.

Foto: Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

Der Tag im Überblick: Ausbruch im UKE. Aida sagt Kreuzfahrten bis Ende November ab. Inzidenzwert in Hamburg weiter gestiegen.

Hamburg. Das Coronavirus verbreitet sich weiter rasant: Sowohl in Hamburg als auch in Schleswig-Holstein werden täglich Hunderte Neuinfektionen gemeldet. Deshalb stehen nun schärfere Corona-Regeln bevor, die ab Montag, 2. November gelten.

Die aktuellen Entwicklungen zur Covid-19-Pandemie im Norden lesen Sie in unserem täglichen Corona-Newsblog.

Angesichts der rasanten Ausbreitung des Coronavirus sind strengere Kontaktbeschränkungen auch nach Ansicht eines Hamburger Intensivmediziners unvermeidlich. Die Lage sei sehr besorgniserregend. Wie sie im Dezember sein werde, könne niemand vorhersagen.

Lesen Sie hier die Corona-Nachrichten für den Norden am Donnerstag, 29. Oktober:

Corona in Hamburg, Deutschland und weltweit – die interaktive Karte

215 Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein sind am Donnerstagabend 215 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet worden. Wie die Regierung am Abend veröffentlichte, haben sich seit Beginn der Pandemie somit 7714 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Am Vortag hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden mit 280 einen Rekordwert erreicht.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg am Donnerstag um 4 auf 174. Im Krankenhaus werden derzeit 81 Corona-Patienten behandelt. Das sind fünf mehr als am Vortag. Rund 5500 Menschen in Schleswig-Holstein gelten nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) als genesen. Die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt nach Angaben des RKI (Stand Donnerstag 0 Uhr) bei 46.

Polizeigewerkschaft: "Rechtsunsicherheiten können wir uns nicht leisten!"

Wegen der veröffentlichten Eil-Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg gegen die Sperrstunde und das Außer-Haus-Verkaufsverbot für Alkohol in Niedersachsen, warnt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Donnerstag vor "weiterer Verunsicherung größerer Teile der Bevölkerung, aber auch der Polizeibeschäftigten".

"Bei den jetzt beschlossenen Regelungen handelt es sich teilweise um massive Einschränkungen der Grundrechte. Die Polizei ist zwingend darauf angewiesen, dass diese Beschränkungen rechtssicher sind", so der Hamburger GdP-Landesvorsitzende Horst Niens. "Rechtsunsicherheiten können wir uns nicht leisten!" Die Politik müsse sorgfältig arbeiten, so Niens.

UKE: Sieben Infizierte auf Transplantationsstation

In der Transplantationsstation im UKE haben sich nach Auswertungen der weiterer Tests neben den bereits vier positiv getesteten Patienten auch drei Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Dazu zählen zwei Pflegerinnen der Station und eine weitere Kontaktperson der Betroffenen.

Hamburger Krimifestival: Karten-Rückgabe möglich

Nach Schließung aller Kultureinrichtungen muss auch das 14. Hamburger Krimifestival abgesagt werden. Ursprünglich hätten vom 3. bis 7. November auf Kampnagel Autorinnen und Autoren wie Jean-Luc Bannalec, Petra Oelker, Charlotte Link, Kirsten Boie und Wolfgang Schorlau gelesen. Auch ein Abend mit „Tatort“-Star Axel Milberg, ein Best-of der legendären „Schwarzen Hefte“ und ein Nachmittag mit den „Drei ??? Kids“ waren geplant. Gekaufte Karten können dort zurückgegeben werden, wo sie erworben wurden.

Kleiner Trost für Krimi-Fans: Am 3. November erscheint „Tatort Hamburg – Das Krimi-Magazin“, erhältlich unter anderem im Zeitschriftenhandel und in der Abendblatt-Geschäftsstelle (Großer Burstah 18-32).

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Oberverwaltungsgericht: Sperrstunde bleibt doch in Hamburg

Die Sperrstunde in der Hamburger Gastronomie hat nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) der Hansestadt vorerst weiter Bestand. Das teilte das Gericht am Donnerstag mit. Zuvor hatte das Hamburgische Verwaltungsgericht dem Eilantrag einer Betreiberin von drei Gaststätten stattgegeben, mit dem sie sich gegen die Sperrstundenregelung gewandt hatte (Az. 14 E 4379/20). Dagegen hatte die Stadt Hamburg Beschwerde vorm OVG eingelegt.

Das Oberverwaltungsgericht entschied jetzt auf Antrag der Stadt mit einer Zwischenverfügung, dass es bis zu einer Entscheidung über die Beschwerde bei der Sperrstundenregelung bleibt und die Gaststättenbetreiberin das Öffnungsverbot zu beachten habe.

Panik City: Tickets werden in Wertgutscheine umgewandelt

"Eigentlich wollten wir uns diese Woche mit einem Blick hinter die Kulissen bei euch melden, um euch unser tolles Hygienekonzept genauer vorzustellen", heißt es in einer Meldung der Panik City am Donnerstagabend. Das "Udoversum" müsse aber wegen der neuen Beschränkungen ebenfalls vom 2. bis 20. November schließen.

"Alle für diesen Zeitraum gekauften Tickets werden automatisch in Wertgutscheine umgebucht und per E-Mail versandt", so die Veranstalter. Bei Tickets, die über andere Anbieter gekauft worden sind, erfolge die Rückabwicklung über diese.

VG: Urteil zu Maskenpflicht in Meldorf

Die Maskenpflicht in zentralen Bereichen Meldorfs (Kreis Dithmarschen) bleibt bestehen. Das Verwaltungsgericht in Schleswig lehnte einen Antrag dagegen am Mittwoch ab (Az. 1 B 126/29), wie das Gericht am Donnerstag mitteilte.

Zwar bestünden hinsichtlich der Pflicht, auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten von Geschäften und Restaurants eine Maske zu tragen, rechtliche Bedenken, heißt es. Dem Antragsteller geht es demnach aber ausschließlich um die Mittagszeit, zu der er die betroffenen Bereiche betritt. Insoweit könne im Eilverfahren weder die offensichtliche Rechtswidrigkeit, noch die offensichtliche Rechtmäßigkeit der Maßnahme festgestellt werden.

Zutrittsverbote: Helgoländerin scheitert am VG

Zudem hat das Gericht am Donnerstag den Eilantrag einer Helgoländerin gegen die Zutrittsverbote und -beschränkungen für Touristen auf Helgoland für unzulässig erklärt.

Auf ihren Antrag hin könne keine Entscheidung zugunsten der von den Verboten und Beschränkungen unmittelbar betroffenen Touristen ergehen, teilte das Gericht mit. Im Verwaltungsprozess kann den Angaben zufolge nur die Verletzung eigener Rechte geltend gemacht werden.

Nordfriesland überschreitet Corona-Grenzwert – Regeln verschärft

Der Kreis Nordfriesland hat die Marke von 50 Corona-Infektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Das teilte der Kreis am Donnerstag mit. Im Husumer Stadtgebiet verzeichnete der Kreis insgesamt 61 mit dem Coronavirus infizierte Personen, davon seien 19 seit Montag hinzugekommen.

„Damit liegen wir im Kreisgebiet bei mehr als 50 neu Infizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche und sind verpflichtet, zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung der Pandemie zu ergreifen“, sagte Landrat Florian Lorenzen. „Sie gelten jedoch nur für das Stadtgebiet Husum samt Rödemis und Schobüll, aber nicht für den Rest des Kreisgebietes“, betonte der Verwaltungschef. Die Pflicht, in der Innenstadt eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, bleibe bestehen, hieß es in der Mitteilung. Zusätzlich gelte die Maskenpflicht ab dem 30. Oktober auch in den Schulen.

Ensemble Resonanz sagt Veranstaltungen im November ab

Das Hamburger Ensemble Resonanz hat alle Konzerte vom 2. bis einschließlich 30. November aufgrund der beschlossenen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie abgesagt. Die Tickets werden erstattet und die Kartenkäufer.

Tobias Rempe, Künstlerischer Manager, teilte mit: "Die Notwendigkeit verschärfter Maßnahmen ist grundsätzlich nachvollziehbar, die Konsequenzen für uns sind extrem schmerzhaft. Wir haben – wie die gesamte Kulturbranche – in den letzten Monaten viel Kraft aufgewendet, um unsere Planung an die Bedingungen mit der Pandemie anzupassen und sichere Veranstaltungen anbieten zu können." Zur frustrierenden Erfahrung vergeblicher Anstrengungen kommen erneute Einnahmeausfälle, die das Ensemble hart treffen, so Rempe.

Dänemark beschränkt auch Einreise aus Schleswig-Holstein

Dänemark weitet seine Reisebeschränkungen nun auch auf Schleswig-Holstein aus. Das ging am Donnerstagnachmittag aus dem wöchentlich aktualisierten Reisemaßgaben des dänischen Außenministeriums hervor. Die Maßnahme bedeutet, dass den Dänen ab Sonnabend auch von nicht notwendigen Reisen nach Schleswig-Holstein abgeraten wird.

Einwohner Schleswig-Holsteins können weiter nach Dänemark einreisen, müssen dafür aber einen triftigen Einreisegrund oder einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Da die Arbeit als Einreisegrund gilt, werden Grenzpendler weiter ins Land gelassen.

Adam&Eve-Chef Roald Christoph spricht von Willkür

Für Roald Christoph, Geschäftsführer der Kosmetikstudios Adam & Eve, ist die Anordnung „eine Willkür, deren Logik sich mir entzieht“. Er habe bereits im Frühjahr einen engen Dialog mit der Politik geführt, um sein schon vor Corona strenges Hygienekonzept zu erläutern. „In unseren Filialen wurde schon vorher nach jedem Besuch eines Kunden das verwendete Besteck desinfiziert und eingeschweißt.“

Mit den dann zusätzlich eingeführten Hygienevorschriften und Abstandsregeln sowie der Erfassung von Kundendaten gebe es mittlerweile ein hervorragendes Konzept, um die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern zu gewährleisten. Dass das jetzt für die Politik offenbar überhaupt nicht zähle, mache ihn „sprachlos“. Und sei angesichts der Tatsache, dass die Friseure geöffnet bleiben dürfen, nicht zu akzeptieren.

Kosmetikstudio klagt gegen neue Regelungen

Ein Mitbewerber aus der Branche lasse gerade eine Klage gegen die neuen Regelungen prüfen, weiß Christoph. Ob er sich dieser anschließe, könne er noch nicht sagen. Die Bereitschaft der Politik, bis zu 75 Prozent der Umsätze des Vorjahresmonats zu zahlen, begrüßt der Unternehmer – verweist aber darauf, dass er davon nur einen Teil der Fixkosten begleichen könne.

Auch das Kurzarbeitergeld helfe nur bedingt weiter. „Wir haben mehr als 20 Auszubildende, die darauf keinen Anspruch haben. Und unsere Angestellten können damit auch nicht für alle ihre Kosten aufkommen.“

Aida sagt Kreuzfahrten ab, Tui Cruises fährt weiter

Kaum war Deutschlands größte Kreuzfahrtreederei Aida Cruises erneut in den Reisedienst gestartet, ist schon wieder Schluss: Das Unternehmen mit Sitz in Rostock und Hamburg hat alle Reisen bis Ende November abgesagt. Grund sind die jüngsten Corona-Beschlüsse in Berlin.

„Aida Cruises unterstützt die Bundesregierung vollumfänglich in ihren Bemühungen, das aktuelle Pandemiegeschehen in Deutschland zu kontrollieren und hat daher entschieden, die Kreuzfahrtsaison zu unterbrechen“, hieß es in einer Mitteilung. Erst vor wenigen Tagen war das Unternehmen mit Italienrundreisen auf der „Aidablu“ ins Geschäft zurückgekehrt. Im November sollten weitere Reisen um die Kanaren auf der „Aidamar“ und der „Aidaperla“ folgen. Die sind abgesagt.

Anders macht es der zweite große deutsche Anbieter, Tui Cruises. Er will seine Kreuzfahrten fortführen. „Die angekündigten Maßnahmen von Bund und Ländern sorgen nicht für einen erneuten Stillstand unserer Schiffe. Denn ein Aufenthalt an Bord unserer Schiffe gilt nicht als Inlandstourismus. Die An- und Abreise in den jeweiligen Abfahrthafen ist als Durchreise (Transit) weiterhin gestattet“ teilte das Unternehmen auf seiner Webseite mit.

15.000 Testungen in Hamburg pro Tag – Ergebnisse manchmal verzögert

In der vergangenen Woche wurden etwa 15.000 Testungen pro Werktag durchgeführt. Das teilt die Hamburger Gesundheitsbehörde auf Anfrage mit. Die Auslastung variiere aber täglich. Dabei sei zu berücksichtigen, dass nicht alle getesteten Personen aus Hamburg kommen und insbesondere bei Patienten, die stationär behandelt werden, mehrere Testungen durchgeführt werden. In Hamburg testen zwölf Labore auf SARS-CoV-2. "Noch sind zusätzliche Kapazitäten vorhanden, die Lage ist bezüglich Reagenzien, Pipettenspitzen und Abstrichtupfern allerdings angespannt – vor allem dann, wenn wir langfristig auf diesem hohen Niveau testen", sagt Martin Helfrich, Sprecher der Gesundheitsbehörde.

Wie lange es dauere, bis ein Laborergebnis vorliege, hänge unter anderem davon ab, wie viele Tests parallel ausgewertet werden müssten. Der reine Vorgang in der Maschine dauert laut Gesundheitsbehörde etwa drei bis fünf Stunden, hinzu kommen aber Probenöffnung, Dokumentation, Ablesung sowie Validierung des Ergebnisses durch einen Arzt. Ein erheblicher Zeitfaktor besteht allerdings in der Probenlogistik."In der Regel werden die Getesteten innerhalb von 1-2 Tagen nach der Testung über das Testergebnis informiert. Es kann angesichts der aktuell hohen Zahl an Testungen in Ausnahmefällen aber auch zu längeren Wartezeiten kommen", sagt Helfrich.

Hamburger Verwaltungsgericht erklärt Sperrstunde für unrechtmäßig

Das Hamburger Verwaltungsgericht hat die bislang noch in Hamburg gültige Sperrstunde in der Gastronomie um 23 Uhr für unrechtmäßig erklärt. Ein Sprecher des Gerichts bestätigte dem Abendblatt auf Anfrage, dass der entsprechenden Klage einer Betreiberin von drei Gaststätten stattgegeben worden ist. Die Stadt wird in dem Urteil dazu verpflichtet, die Öffnung ihrer Betriebe "sanktionsfrei zu dulden".

Die Stadt Hamburg habe jedoch bereits Beschwerde gegen die Entscheidung eingelegt, so der Sprecher weiter. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) prüft die Entscheidung derzeit und entscheidet über das weitere Vorgehen. Denkbar ist, dass das OVG eine Zwischenverfügung erlässt, nachdem die Sperrstundenregelung bis zur finalen Entscheidung der Richter noch gültig ist. ​Ab Montag ist die Sperrstunde überholt, wenn die allgemeine Schließung von Gastronomiebetrieben in Kraft treten soll.

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Auch das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat die coronabedingte Sperrstunde sowie das Außer-Haus-Verkaufsverbot für Alkohol in Niedersachsen gekippt und damit einer Antragstellerin aus Delmenhorst in einem Eilverfahren Recht gegeben. Wie das Gericht am Donnerstag mitteilte, wurde damit die entsprechende Bestimmung in der Verordnung außer Vollzug gesetzt.

Weihnachtsmärkte in Flensburg und Kiel abgesagt

Angesichts der steigenden Corona-Neuinfektionen und der verschärften Rahmenbedingungen wird es in Flensburg keinen Weihnachtsmarkt geben. Nach den jüngsten Beschlüssen der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten werde deutlich, dass es nicht möglich sei, den Weihnachtsmarkt zu veranstalten, teilten die Stadt Flensburg und die Tourismus Agentur Flensburger Förde (TAFF) am Donnerstag mit.

„Wir hätten gerne unsere Flensburger Innenstadt mit der Durchführung unseres traditionellen Weihnachtsmarktes unterstützt, aber die Rahmenbedingungen haben dies einfach nicht zugelassen“, sagte Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD). Auch TAFF-Geschäftsführer Gorm Casper bedauert die Absage, kündigte aber an, dass die Weihnachtszeit auch dieses Jahr in Flensburg zu spüren sein wird: „Wir werden dafür sorgen, dass die weihnachtliche Stimmung trotz der für alle Beteiligten schwierigen Umstände Einzug in die Innenstadt halten kann.“

Auch in Kiel wurden die Weihnachtsmärkte abgesagt. „Auch wenn in Kiel die Infektionszahlen im Vergleich zu vielen anderen bundesdeutschen Kommunen weniger dramatisch sind, wird das Virus auf Dauer keinen Bogen um uns machen“, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). „Maßnahmen, die bundesweit ab Montag gelten, werden auch in Kiel umgesetzt. Die neuen Einschränkungen treffen uns auch in Kiel hart.“

Weil: Gäste müssen Insel-Aufenthalt nicht abbrechen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat angekündigt, dass Hotelgäste ihren Urlaub trotz der ab Montag geltenden Corona-Regeln nicht abbrechen müssen. „Die Gäste, die da sind, die können ihren Aufenthalt auch zu Ende haben“, antwortete Weil am Donnerstag beim Radiosender ffn auf die Frage einer Hotelbetreiberin auf der Insel Norderney.

Dem Beschluss aus der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder zufolge sollen ab Montag Übernachtungsangebote nur noch für notwendige und
ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Das hatte für Unsicherheiten gesorgt, ob Urlauber die Ostfriesischen Inseln vorzeitig verlassen müssen, wie das beim Lockdown im März der Fall gewesen war.

„Wir sind uns der Tragweite bewusst und wir haben es uns nicht leicht gemacht“, erklärte der Ministerpräsident. Aber wenn jetzt nichts passieren würde, „landen wir in Situationen, die noch wesentlich schlimmer sind, als es uns das jetzt erscheint.“

Hamburgs Schulsenator nimmt am Montag 400.000 Masken entgegen

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) wird am Montag die erweiterte Maskenpflicht an Hamburgs Schulen erläutern – und eine Spende von 400.000 Alltagsmasken entgegen nehmen, wie die Schulbehörde am Donnerstag mitteilte. Die Masken stammen von der Firma Senator International Spedition GmbH.

St. Paulis Gastronomen klagen doch nicht gegen die Schließung

Anders als noch am Mittwoch angekündigt, wollen die Gastronomen auf St. Pauli nun offenbar doch nicht gegen die Schließung im November klagen. "Es geht ja um die Frage, was den Betrieben in der derzeitigen Situation am besten hilft", sagte Peter Kämmerer, Vorstand der Interessengemeinschaft St. Pauli, die mehrere Hundert Betriebe auf dem Kiez vertritt.

Auch wenn der erneute Lockdown die Gastronomen empfindlich treffe, ergehe es ihnen mit der staatlich angekündigten Hilfe noch vergleichsweise gut. "Wenn man nun dagegen klagt, könnte man zwar im Erfolgsfall wieder öffnen - ein lohnender Betrieb würde aber wegen fehlender Kunden praktisch trotzdem kaum möglich sein", sagte Kämmerer. In der Schließzeit erhielten die Betroffenen nun mit einer Erstattung von 75 Prozent des Umsatzes im November vergangenen Jahres mehr Geld.

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Es gelte jedoch dringend dafür zu sorgen, dass auch für Gastronomen, die erst nach dem November 2019 eröffnet haben, eine ausreichende Entschädigung gezahlt werde. "Sie dürfen nicht durchs Raster fallen", sagte Kämmerer. Auch auf St. Pauli hatte die Corona-Pandemie einige Betreiber von Restaurants und Bars kalt erwischt, die viel Geld in ihre neuen Lokale investiert und sich dafür verschuldet hatten. Generell müsse die weitere Hilfe schnell und unkompliziert erfolgen. So seien längst nicht alle Vermieter der Gastronomieflächen flexibel und verlangten teilweise weiterhin die volle Miete. Diese liegt in begehrten Lagen rund um die Reeperbahn häufig bei mehreren Zehntausend Euro.

Hamburger Tourismusverband sieht in Teil-Lockdown eine Katastrophe

Der Hamburger Tourismusverband hat die neuen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie als Katastrophe bezeichnet. „Der Lockdown Light ist für die Tourismuswirtschaft definitiv kein Lockdown Light sondern mehr eine Katastrophe“, sagte der Vorsitzende des Tourismusverbandes Hamburg, Wolfgang Raike, am Donnerstag. Angesichts der vielen Hygienemaßnahmen, die in den vergangenen Monaten von der Branche ergriffen wurden, sei dies jetzt ein „finanzieller Totalschaden“. Er betonte zugleich, die versprochene Hilfe höre sich gut an.

In einer Erklärung des Verbands betonte Raike, die Maßnahmen seien aus gesundheitlichen Gründen unabwendbar, aber für den Tourismus hart. Es werde jetzt darauf angekommen, dass die zugesagten finanziellen Hilfen der Bundesregierung sehr schnell und unbürokratisch ausgezahlt würden. „Davon ist das Überleben vieler Betriebe im Tourismus abhängig. Viele sind auch jetzt schon am wirtschaftlichen Limit und werden sonst die nächsten Wochen nicht überstehen.“

Miniatur Wunderland: „Unterstützen Corona-Maßnahmen zu 100 Prozent“

Die Betreiber des Miniatur Wunderlands in Hamburg unterstützen nach eigener Aussage die neuen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie zu 100 Prozent. Sie hätten in ihren Kalkulationen ohnehin immer damit gerechnet, dass es weitere Maßnahmen oder einen Lockdown gebe, sagte Geschäftsführer Frederik Braun am Donnerstag. Das Miniatur Wunderland beträfen die Maßnahmen massiv, da es am Montag für vier Wochen schließen müsse. Aber die Politik habe „zu 100 Prozent richtig entschieden“. Er sei ein absoluter Befürworter der Maßnahmen im Kampf gegen Corona. „Finanziell ist es doof, aber wir finden es großartig, dass die Regierung hilft.“

Das Miniatur Wunderland mit seiner riesigen Modelleisenbahn gehört zu den größten Publikumsmagneten in Hamburg. Seit der Wiedereröffnung im Mai konnten wegen der Corona-Abstandsregeln nur ein Viertel der Besucher wie sonst üblich die Modelleisenbahn besichtigen. In den Sommerferien 2019 waren es etwa an Spitzentagen rund 6000 Besucher am Tag.

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Hotel- und Gaststättenverband wirft Daniel Günther Wortbruch vor

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Schleswig-Holstein hat der Landesregierung wegen der angekündigten Schließungen von Hotels und Restaurants Wortbruch vorgeworfen. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) habe innerhalb eines Tages eine Kehrtwende vollzogen und dem auf November befristen Teil-Lockdown zugestimmt, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Stefan Scholtis, am Donnerstag. Die Betriebe hätten in den zurückliegenden Monaten viel Geld in Sicherheits- und Hygieneauflagen investiert, sagte er. Deshalb sei die erneute Schließung völlig unverständlich.

Die Länderregierungschefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten am Mittwoch beschlossen, Kontakte drastisch zu beschränken und zahlreiche Einrichtungen im November zu schließen. Sie reagierten damit auf die sprunghaft gestiegenen Infektionszahlen. Die Maßnahmen sollen auch im Norden ab kommenden Montag bis Ende November gelten.

Coronavirus: Neue Zahlen für Hamburg

In Hamburg wurden am Donnerstag 390 Neuinfektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Am Vortag waren 404 neue Fälle gemeldet worden. Damit klettert der Sieben-Tage-Wert von 113,5 (Mittwoch) auf nunmehr 119,2 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner.

Seit Ausbruch der Pandemie haben sich in Hamburg damit 12.946 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) gelten rund 8700 von ihnen als genesen.

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In Hamburger Kliniken werden aktuell 148 an Covid-19 erkrankte Patienten behandelt, einer weniger als am Vortag. Auf Intensivstationen liegen 36 Menschen. Von diesen kommen 31 aus Hamburg. Ein neuer Todesfall ist nicht hinzu gekommen, seit Beginn der Pandemie starben in Hamburg nach Angaben der Gesundheitsbehörde 241 Menschen an einer Covid-19-Erkrankung. Diese Zahl ist seit 2. Oktober unverändert. Das RKI zählt für Hamburg seit vergangenem Donnerstag 283 Tote.

Erweiterte Maskenpflicht an Hamburgs Schulen ab Montag?

An den Hamburger Schulen wird es möglicherweise ab Montag, wenn die schärferen Corona-Maßnahmen in Kraft treten, eine erweiterte Maskenpflicht geben. Nach Abendblatt-Informationen sind die Schulen bereits am Mittwoch von der Schulbehörde über den bevorstehenden Senatsbeschluss am Freitag informiert worden. Ab Montag gelte dann, dass auch Fünftklässler eine Mund-Nasen-Bedeckung während des Unterrichts tragen müssen.

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Corona-Fälle auf Transplantationsstation des Hamburger UKE

Auf der Transplantationsstation des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) sind drei von 23 Patienten positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Sie seien umgehend auf eine Covid-19-Station verlegt worden, teilte das UKE am Donnerstag mit. Die drei Patienten zeigen den Angaben zufolge keinerlei Symptome. Die Tests wurden gemacht, nachdem eine vor einer Woche entlassene Patienten positiv getestet worden war. Die Station sei nun bis auf Weiteres für Neuaufnahmen gesperrt und alle Patienten sollen engmaschig überwacht werden. Die Testergebnisse der Mitarbeiter der Stationen stehen noch aus. Zuvor hatte NDR 90,3 berichtet.

Bereits zu Wochenbeginn hatte das UKE mindestens sechs infizierte Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen gemeldet. Sie sollen sich vermutlich im privaten Bereich angesteckt haben.

Zuletzt wurden im UKE 20 Covid-19-Patienten behandelt, sechs davon auf der Intensivstation. Insgesamt stehen derzeit 24 Betten für Patienten mit Infektionserkrankungen zur Verfügung. Durch die Umwidmung von Stationen können die Kapazitäten den Angaben zufolge bei Bedarf aufgestockt werden. Zusätzlich gebe es im UKE mehr als 140 Intensivbetten für Erwachsene und 128 Beatmungsplätze für eine konventionelle Beatmung.

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Camping im Corona-Sommer – so unterschiedlich fällt die Bilanz für den Norden aus

Campingurlaube waren im Corona-Sommer 2020 besonders beliebt. Deutschlandweit verbuchte die Campingbranche sogar einen Zuwachs von fast 2 Prozent. Doch nicht alle Bundesländer im Norden konnten sich über Steigerungsraten freuen.

Die höchsten Steigerungsraten für Juni bis August gab es in Norddeutschland in den Bundesländern Schleswig-Holstein (3.214.065 Übernachtungen, + 10,50 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (4.135.620 Übernachtungen, + 10,30 Prozent). Das geht aus einer Auswertung des Portals www.camping.info hervor, das die Tourismuszahlen der Sommersaison ausgewertet und knapp 5000 Camper zu ihrem Camping-Sommer 2020 befragt hat.

Demnach musste Hamburg massive Rückgänge hinnehmen: In der Hansestadt wurden 49.986 Übernachtungen verzeichnet (-41,80 Prozent). Ein Minus gab es auch in Bremen (38.048 Übernachtungen, - 1,50 Prozent) und Niedersachsen ( 3.026.490 Übernachtungen, - 4,61 Prozent)

Die beliebtesten Bundesländer für Campingurlaube:

1. Bayern

2. Mecklenburg-Vorpommern

3. Schleswig-Holstein

4. Niedersachsen

Höchstwert: 280 Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein gemeldet

In Schleswig-Holstein sind am Mittwochabend 280 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden – so viele wie noch nie an einem Tag. Wie die Regierung am Abend veröffentlichte, haben sich seit Beginn der Pandemie somit 7499 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Erst am Morgen hatte die Landesregierung mit 278 registrierten Fällen innerhalb von 24 Stunden vom Vortag einen Höchstwert bekannt gegeben.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 3 auf 170. Im Krankenhaus werden derzeit 76 Covid-19-Patienten behandelt. Rund 5400 Menschen in Schleswig-Holstein gelten nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) als genesen. Die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt nach Angaben des RKI (Stand Mittwoch, 0.00 Uhr) bei 41,8.

Coronavirus: Das müssen Sie über Fachbegriffe wissen

  • Coronavirus: Eine Klasse von Viren, zu denen der neuartige Erreger gehört
  • Sars-CoV-2: Die genaue Bezeichnung des Virus, das sich von China aus verbreitet
  • Covid-19: Die Erkrankung, die das Virus auslöst

Landesschülerrat fordert Maskenpflicht im Unterricht

Der Landesschülerrat Niedersachsen hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen eine Maskenpflicht im Unterricht ab der 5. Klasse gefordert. Da die Infektionsketten nicht mehr vollständig nachvollzogen werden könnten, müsse der Infektionsschutz an Schulen ausgeweitet werden, sagte Marike Leder, stellvertretende Vorsitzende des Landesschülerrates, am Donnerstag. „Für uns bedeutet das eine Maskenpflicht im Unterricht ab der 5. Klasse.“ Sollten in den kommenden Wochen trotz einer Maskenpflicht vermehrt Infektionen in Schulen auftreten, rät der Landesschülerrat zum Wechsel zwischen Präsenz- und Onlineunterricht.

Schließungen von Schulen seien trotz der bundesweit steigenden Corona-Zahlen nicht vorgesehen. „Dass die Schulen geöffnet bleiben, zeigt die Anerkennung der Verantwortlichen für den besonders hohen Wert der Bildung. Das ist ein sehr gutes Zeichen“, sagte der Vorsitzende des Landesschülerrates, Florian Reetz. „Schulen waren bisher keine Infektionsherde.“ Die strikten Regeln hätten Wirkung gezeigt. „Dennoch müssen auch die Schulen sich nun der zunehmend ernsten Lage anpassen“, meinte er.

Experten warnen: Im Norden droht Gastronomie-Pleitewelle

Angesichts der Corona-Krise warnt die Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel vor einer Pleitewelle in der Gastronomie im Norden. Stand Ende Oktober seien allein in Hamburg mehr als 15 Prozent der Restaurants, Gaststätten, Imbisse und Cafés insolvenzgefährdet, heißt es in einer Analyse von Donnerstag. Das sei im Vergleich zu der Zeit vor Corona eine Zunahme um etwa 71,1 Prozent.

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Knapp 14 Prozent der untersuchten Gastronomiebetriebe sind der Analyse zufolge Ende Oktober in Schleswig-Holstein von einer Insolvenz bedroht. Das ist demnach ein Anstieg von 47,5 Prozent im Vergleich zum Februar – bevor Gastronomen das erste Mal wegen des Virus schließen mussten.

Virologe Schmidt-Chanasit ist nicht überzeugt vom Teil-Lockdown

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit findet den beschlossenen Teil-Lockdown im November in mancher Hinsicht überzogen. Er und einige seiner Kollegen seien nicht gegen alle Maßnahmen, „aber bei bestimmten Maßnahmen stellt sich einfach die Frage der Verhältnismäßigkeit und ob sie auch zielgerichtet sind und das bezwecken, was wir eigentlich erreichen wollen – also eine Stabilisierung der Lage“, sagte der Virologe vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin am Mittwochabend in den ARD-„Tagesthemen“.

So sei beispielsweise die Schließung der Hamburger Elbphilharmonie, deren Hygienekonzept er gut kenne, nicht zielführend. „Es ist aus meiner Sicht, aus virologischer Sicht, nahezu unvorstellbar, dass dort massenhaft Infektionen aufgetreten sind. Insofern stellt sich hier die Frage der Verhältnismäßigkeit, ob man so eine Einrichtung wirklich schließen sollte, wo eben Infektionen mit aller Wahrscheinlichkeit nicht aufgetreten sind.“

Den richtigen Weg aus der Corona-Krise kenne derzeit keiner, „es gibt hier keine Blaupause“. Dennoch sei es wichtig, nun ein langfristiges Konzept zu entwickeln. Zudem müssten die Zielgruppen noch besser erreicht werden, bei denen die Infektionen stattgefunden haben. „Da kommen wir mit Verboten auch nicht weiter, das muss ganz klar sein.“

Tschentscher: Diese Corona-Einschnitte kommen

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Hamburger Intensivmediziner: Corona-Lage „absolut besorgniserregend“

Die starke Zunahme der Corona-Infektionen ist nach Ansicht des Leiters der Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), Stefan Kluge (52), „absolut besorgniserregend“. „Wir müssen diesen Trend stoppen, die Politik muss handeln“, sagte der Klinikdirektor mit Blick auf die neuen Kontaktbeschränkungen. „Uns bleibt keine andere Wahl.“

Kluge warnte vor einer Überlastung der Krankenhäuser und Intensivstationen. In Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen seien einige Kliniken schon gut mit Covid-19-Patienten belegt, andere Erkrankte würden bereits verdrängt. Eine Reihe von Krankenhausmitarbeitern habe sich infiziert.

Ein Blick auf die derzeit nur langsam steigende Zahl der Todesopfer tauge nicht zur Einschätzung der aktuellen Lage. „Wir müssen auf die Zahl der Intensivpatienten gucken. Dann wissen wir, wohin die Reise geht“, sagte Kluge, der Facharzt für Innere Medizin und Lungenheilkunde ist. Derzeit gehe die Kurve steil nach oben. Es dauere im Schnitt zehn Tage, bis Patienten mit Symptomen auf die Intensivstation verlegt werden müssten. Die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation bei beatmeten Patienten beträgt nach Angaben von Kluge zwei bis drei Wochen, Todesfälle träten meistens erst im Verlauf auf. Das bedeute, dass sich die Zahl der Neuinfektionen erst mit einer Verzögerung von drei bis vier Wochen auf die Zahl der Todesfälle auswirke.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Lesen Sie hier den Corona-Newsblog von Mittwoch, 28. Oktober

( maj/coe/crh/mk/cw/fru/lag/dpa )

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