Sieben-Tage-Inzidenz

So unterschiedlich breitet sich Corona in den Bezirken aus

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Vor allem bei der Sieben-Tage-Inzidenz sticht einer der sieben Hamburger Bezirke deutlich heraus. Das sind die Zahlen.

Hamburg. Betrachtet man das Corona-Infektionsgeschehen in Hamburg nach Bezirken, fällt vor allem auf, dass die Zahlen in Hamburg-Mitte deutlich überdurchschnittlich sind. Im Zeitraum 20. bis 26. Oktober haben sich dort nicht nur absolut die meisten Menschen infiziert, nämlich 432. Danach folgten Wandsbek (400 Fälle), Hamburg-Nord (281), Altona (243), Eimsbüttel (234), Harburg (197) und Bergedorf (64). Sondern auch die viel aussagekräftigere Sieben-Tage-Inzidenz, die angibt, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich binnen einer Woche infiziert haben, ragte in Mitte mit 143 weit über den hamburgweiten Wert hinaus.

Dieser lag am 26. Oktober noch knapp unter 100. Der einzige weitere Bezirk über dem Schnitt war Harburg mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 116,6. Im dünn besiedelten Bezirk Bergedorf betrug diese hingegen nur 49,2, in Eimsbüttel 87,6, in Altona 88,4, in Nord 89,2 und in Wandsbek 90,7.

Hohe Corona-Zahlen im Bezirk Hamburg-Mitte – die Gründe

Eine stichhaltige Erklärung für die hohen Werte in Mitte wie etwa ein besonderes Ausbruchsgeschehen haben weder die Sozialbehörde noch das Bezirksamt. Beobachtet wurden laut Bezirksamt aber viele kleine Ausbrüche an Schulen.

Darüber hinaus gibt es zwei starke Vermutungen: Zum einen liegen dort der Partystadtteil St. Pauli und viele andere zentrale, stark frequentierte Einrichtungen wie der Hauptbahnhof oder die Einkaufsstraßen in der City. Zwar werden die ganz überwiegend von Menschen besucht, die gar nicht in Mitte wohnen – aber Menschenansammlungen zu meiden und Abstand zu halten, ist hier etwas schwieriger als im Rest Hamburgs.

Corona in Hamburg, Deutschland und weltweit – die interaktive Karte

Über den zweiten Grund wird offiziell nicht so gern gesprochen, aber auch er liegt auf der Hand: In Mitte ist der Anteil ärmerer Menschen ebenso überdurchschnittlich hoch wie der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund und derer aus eher bildungsfernen Haushalten. Das alles gilt auch für Harburg. Und Experten sind sich relativ einig, dass diese Faktoren dazu führen, dass sich die Menschen weniger um ihre Gesundheit kümmern, die Corona-Regeln nicht kennen oder sie nicht verstehen. Zudem gibt es relativ viele kleine Wohnungen, in denen oft dennoch ganze Großfamilien wohnen – was das Infektionsgeschehen natürlich begünstigt.

Corona: In Bergedorf haben sich die wenigsten Menschen infiziert

Auf lange Sicht sind die Unterschiede übrigens nicht ganz so gravierend: Seit Beginn der Pandemie haben sich im Bezirk Wandsbek die meisten Menschen infiziert, nämlich 2820. Das waren 639 pro 100.000 Einwohner, was in etwa dem hamburgweiten Wert entspricht, der bei 624 liegt. Auch Harburg (1071 Fälle / 634 pro 100.000 Einwohner) und Altona (1717 / 624) liegen im Schnitt.

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Hamburg-Nord (1849 / 587) und Eimsbüttel (1532 / 574) liegen leicht darunter, Bergedorf (555 / 427) sogar deutlich. Hamburg-Mitte ist mit insgesamt 2308 Infektionen und 764 Fällen pro 100.000 Einwohner zwar auch in dieser Langzeit-Betrachtung trauriger Spitzenreiter, allerdings nicht ganz so weit vor dem Rest der Stadt wie bei der Sieben-Tage-Inzidenz.