Newsblog für Norddeutschland

Corona-Regeln: Reiterstaffel sichert verkaufsoffenen Sonntag

Der nachgeholte verkaufsoffene Sonntag (hier eine Autogrammstunde mit dem gehörlosen Tänzer Benjamin Piwko im Alstertalte Einkaufszentrum) blieb in Hamburg Corona-bedingt weit hinter den üblichen Zahlen zurück.

Der nachgeholte verkaufsoffene Sonntag (hier eine Autogrammstunde mit dem gehörlosen Tänzer Benjamin Piwko im Alstertalte Einkaufszentrum) blieb in Hamburg Corona-bedingt weit hinter den üblichen Zahlen zurück.

Foto: Imago/Stephan Wallocha

Der Tag im Überblick: Polizei Hamburg kontrolliert Restaurants und öffentliche Verkehrsmittel – die Bilanz. Neue Pinneberg-Regeln.

Hamburg. Die Dynamik des Coronavirus ist weiter ungebremst: Sowohl in Hamburg als auch in Schleswig-Holstein steigen die Infektionszahlen rasant: In der Hansestadt wurden am Sonntag 168 neue Fälle gemeldet, in Schleswig-Holstein am Sonnabendabend 142. Hamburg hat inzwischen einen Inzidenzwert von 84,5 erreicht.

In der Nacht zu Sonnabend traten neue Beschränkungen bei der Einreise nach Dänemark in Kraft. Wer aus Deutschland einreist, muss fortan einen triftigen Grund nachweisen.

Die aktuellen Entwicklungen zur Covid-19-Pandemie im Norden lesen Sie in unserem täglichen Corona-Newsblog.

Viele Kinder freuen sich jedes Jahr darauf, wenn sie mit ihren Laternen im Dunkeln durch die Straßen ziehen und Lieder singen. Wegen der Corona-Pandemie wurden jedoch zahlreiche Umzüge bereits abgesagt.

Lesen Sie hier die Corona-News für Hamburg und Norddeutschland am Wochenende, 24. und 25. Oktober:

Corona in Hamburg, Deutschland und weltweit – die interaktive Karte

Corona vermiest verkaufsoffenen Sonntag

Nach dem coronabedingten Ausfall im April wurde heute in Hamburg der verkaufsoffene Sonntag nachgeholt. In der Innenstadt, in Passagen wie dem Hanseviertel und der HafenCity sowie in einigen Geschäften in den Bezirken konnten die Menschen unter dem Motto „Gemeinsam einzigartig – weil wir Hamburg sind“ zwischen 13 und 18 Uhr shoppen und an Aktionen teilnehmen.

Doch: „Die Konsumlaune ist durch die hohen Infektionszahlen getrübt. Es liegt eine Schwere in der Luft“, sagte Brigitte Engler vom Citymanagement. Kommen an gut laufenden verkaufsoffenen Sonntagen bis zu 400.000 Menschen in die Stadt, war die Frequenz nun deutlich niedriger: „Es kamen keine 200.000 Menschen“, so Engler. So war es immerhin ein gemütliches Einkaufserlebnis ohne Menschenmassen. Bereits in den vergangenen Wochen war die Frequenz an Kunden in den Innenstadtläden stark zurückgegangen. „Es fehlen vor allem internationale Gäste.“

Dabei lobt Engler das Engagement der Gewerbetreibenden: „Die Händler halten sich streng an die hygienischen Bestimmungen, und bislang gibt es auch keinen nachgewiesenen positiven Corona-Fall, wo sich Kunden in Geschäften angesteckt hätten.“ Um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten, hatte das Citymanagement einen Sicherheitsdienst engagiert. „Die Männer in den gelben Warnwesten hatten ein Auge darauf, dass die Menschen die Sicherheitsabstände einhielten“, so Engler. Außerdem war die Polizei mit der Reiterstaffel unterwegs. Der nächste verkaufsoffene Sonntag ist für den 8. November geplant.

Corona: Hamburgs Fußballligen pausieren

Die Hamburger Amateur-Fußballer unterbrechen ihre Saison. Laut Verband HFV ist vom kommenden Freitag an erst einmal Schluss. „Wie lange diese Unterbrechung der Saison gilt, wird je nach Verfügungslage entschieden“, hieß es. Der vorübergehende Abbruch betrifft alle Alters- und Leistungsklassen innerhalb des HFV.

Hintergrund ist die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie und die staatliche Verfügungslage im Kreis Pinneberg, wo ab Montag nur noch zehn Akteure gleichzeitig Sport treiben dürfen (siehe auch früherer Eintrag). Die weit überwiegende Anzahl der Pinneberger Vereine ist Hamburger Verbänden angeschlossen.

„Trainings- und Freundschaftsspiele sollen weiterhin dort, wo es die Lage erlaubt, möglich sein“, hieß es in der HFV-Mitteilung. Über eine Fortführung der Saison und die Auswirkungen soll zeitnah in Video-Konferenzen entschieden werden.

Helgoland: Strengere Regeln für Einreise

In der Corona-Krise wird die Einreise für Touristen nach Helgoland erschwert. Ab Montag dürfen nur noch Urlauber kommen, die einen negativen Corona-Test besitzen, der bei Betreten des Schiffes nicht älter als 48 Stunden ist, teilte der Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein, zu dem die Insel gehört, am Sonntag mit (siehe auch voriger Eintrag).

Besucher aus ausländischen Risikogebieten müssten sich zudem sofort für fünf Tage in Quarantäne begeben und dann noch einmal einen Test machen. Ausgenommen vom Betretungsverbot seien Menschen, die aus beruflichen Gründen oder zu Familienbesuchen einreisen oder über einen Wohnsitz auf Helgoland verfügen.

Die Saison sei im Prinzip beendet, sagte Helgolands Bürgermeister Jörg Singer. Ab Montagmorgen werde nur noch die „MS Helgoland“ von Cuxhaven (Niedersachsen) aus zu der Hochseeinsel fahren.

Insel soll besonders geschützt werden

Anlass für die neue Allgemeinverfügung sei, dass am Freitag Schleswig-Holsteins Oberverwaltungsgericht das sogenannte Beherbergungsverbot von Touristen aus inländischen Corona-Hotspots gekippt habe, sagte eine Sprecherin des Kreises. Man gehe über die bisherige Regelung hinaus, um Helgoland mit seiner besonderen Lage besser schützen zu können.

Das OVG hatte am Freitag mitgeteilt, dass das Beherbergungsverbot bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache außer Vollzug gesetzt ist. Das Gericht in Schleswig gab damit Eilanträgen von zwei Hotelbetreibern aus Rostock statt, die auch mehrere Häuser in Schleswig-Holstein führen.

Nach der bisherigen Beherbergungsregel der Landesregierung in Kiel durften Touristen aus Gebieten mit hohen Corona-Zahlen in Deutschland – ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen – nur dann im Norden in Hotels oder Ferienwohnungen übernachten, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Test vorlegen.

Risikogebiet: Die neuen Regeln für den Kreis Pinneberg

Wie zu erwarten war, gilt der Kreis Pinneberg nun offiziell auch als Risikogebiet. Mit den gemeldeten Neuinfektionen vom Sonnabend sei der Inzidenzwert von 50 überschritten, teilte der Kreis Pinneberg am Sonntag mit. Das bedeutet: Ab Montag tritt damit eine neue Allgemeinverfügung mit weiteren einschränkenden Maßnahmen für das Kreisgebiet und Helgoland – für die Insel gibt es eine Zugangsbeschränkung – in Kraft.

Die neuen Corona-Auflagen im Überblick:

  • Maskenpflicht in Elmshorn: im Bereich des Bahnhofs inklusive des Bahnhofsvorplatzes und am verkaufsoffenen Sonntag (1. November) zusätzlich in der Marktstraße, Alter Markt, Damm, königsstraße, Peterstraße, Querstraße, Ladenstraße und in der Holstenstraße
  • Maskenpflicht in Pinneberg: im Bereich des Bahnhofs, einschließlich des Bahnhofsumfeldes und des Busbahnhofs
  • Maskenpflicht in Tornesch: im Bereich des Bahnhofs
  • Maskenpflicht in Uetersen: ausschließlich freitags zwischen 7 und 14 Uhr in der Fußgängerzone und im Bereich des Wochenmarktes sowie der Parkpalette
  • Zusammenkünfte und Ansammlungen bis maximal 10 Personen erlaubt
  • Veranstaltungen ohne feste Sitzplätze wie Feste, Empfänge, Führungen und Exkursionen, insbesondere private Feiern nur noch bis maximal 10 Personen erlaubt; ausgenommen sind schulische Veranstaltungen
  • Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen wie Konzerte, Vorträge, Lesungen, Theater, Kinos, Autokinos bis zu 100 Personen drinnen oder draußen erlaubt
  • Im privaten Wohnraum: Veranstaltungen bis maximal 10 Personen drinnen oder draußen erlaubt; ausgenommen sind schulische Veranstaltungen
  • In Schulen: Maskenpflicht auch innerhalb der Unterrichtsräume und anderen den Kohorten zugewiesenen Bereichen für Schüler, Lehrkräfte und sonstige an der Schule tätige Personen – damit gelten diese Regelungen jetzt auch für Grundschulen
  • Sport innerhalb und außerhalb von Sportanlagen: Training mit maximal 10 Personen erlaubt, Sportveranstaltungen mit maximal 100 Personen erlaubt
  • Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr für Gastronomiebetriebe
  • Kein Alkoholverkauf zwischen 23 Uhr und 6 Uhr des Folgetags
  • Für Helgoland gilt: Der Zutritt zu der Insel ist weiterhin für alle Personen verboten, die sich innerhalb von 14 Tagen vor Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Weiterhin ist für die Einreise ein Einreisedokument auszufüllen. Außerdem gilt in weiten Teilen Helgolands eine Maskenpflicht zwischen 10 und 17 Uhr

Wieder Gastro-Betriebe in Hamburg kontrolliert – 33 Beanstandungen

Auch in der Nacht zum Sonntag hat die Polizei Hamburg kontrolliert, ob sich Gastronomie-Betriebe an die Corona-Auflagen wie die Sperrstunde um 23 Uhr halten. Die Beamten überprüften 213 Betriebe. "Es gab 33 Beanstandungen", sagte Polizeisprecher Florian Abbenseth.

Für sieben Betriebe wurde die Schließung angeordnet – für drei Gastronomie-Betriebe, zwei Shisha-Bars, einen Kulturbetrieb und einen weiteren Betrieb, so Abbenseth.

Hamburg: Große Masken-Kontrolle in U- und S-Bahn

Die Hamburger Hochbahn, die S-Bahn, die Bundespolizei und 100 Beamte der Polizei Hamburg haben am Sonnabend von 17 bis 22 Uhr an mehreren U- und S-Bahnhöfen kontrolliert, ob die Fahrgäste die Maskentragepflicht einhalten. Das Ergebnis: Bei den knapp 23.000 überprüften Fahrgästen wurden mehr als 330 Verstöße gegen die Maskenpflicht festgestellt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.

Zudem wurden knapp 200 Personen beim Schwarzfahren erwischt. Im Fokus der großen Kontrolle standen die U- und S-Bahnhöfe Jungfernstieg und Barmbek sowie die U-Bahnhöfe Wandsbek-Markt, Wandsbeker Chaussee und Billstedt.

"Nach den Erfahrungen der Verkehrsbetriebe besteht bei den Fahrgästen grundsätzlich eine sehr gute Akzeptanz hinsichtlich des Tragens eines Mund-Nasen-Schutzes", sagte Polizeisprecher Florian Abbenseth. "An den Wochenenden und in den Abendstunden werden jedoch immer wieder Verstöße gegen die Trageverpflichtung festgestellt."

HVV-Clip Klartext mit Erna

S-Bahnhof Reeperbahn: Streit um Maske eskaliert

Am S-Bahnsteig Reeperbahn ist am Sonnabend ein Streit eskaliert, bei dem es um einen fehlenden Mund-Nasen-Schutz ging. Die Auseinandersetzung endete mit Fußtritten und einem verletzten Mitarbeiter der DB-Sicherheit.

Zwei 31 und 37 Jahre alte Männer legten sich mit einem 20-Jährigen und seiner 26-jährigen Begleiterin an. Einer der beiden Männer machte die Frau auf ihre fehlende Maske aufmerksam, obwohl er selber keinen trug. Auch der Bekannte der 26-Jährigen wurde attackiert und von dem Duo getreten, obwohl dieser bereits am Boden lag. Als Mitarbeiter der DB-Sicherheit hinzukamen, schlug der 31-Jährige, der laut Bundespolizei stark alkoholisiert und höchst aggressiv war, unvermittelt einem Bahn-Mitarbeiter gegen den Kopf.

Kreative Alltagsmasken – für jeden Typ ist ein Modell dabei:

Die Bundespolizeibeamten nahmen den Täter und seinen Bekannten mit zur Wache. Der 31-Jährige hatte einen Promillewert von circa 3,5 Promille. Gegen die beiden Männer wurden ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Körperverletzung und Beleidigung eingeleitet.

Hamburg: Weniger neue Fälle als Sonnabend, Inzidenzwert steigt trotzdem

Die Gesundheitsbehörde hat für Hamburg am Sonntag 168 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Damit liegt die Gesamtzahl der Menschen in der Hansestadt, die seit Beginn der Pandemie an Covid-19 erkrankt sind, bei 11.513. Das sind zwar 135 Fälle weniger als am Sonnabend, als 303 Neuinfektionen gemeldet wurden. Dennoch steigt der Inzidenzwert in Hamburg von 84,2 am Vortag leicht an auf 84,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Unverändert geblieben ist die Zahl der Corona-Patienten: Wie am Vortag werden 105 Menschen mit Covid-19 derzeit in Hamburger Krankenhäusern behandelt. 30 von ihnen liegen auf Intensivstationen, 21 Patienten kommen aus Hamburg. Die Zahl der laut Hamburger Rechtsmedizin an Corona gestorbenen Menschen liegt ebenfalls unverändert bei 241.

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Niedersachsen überschreitet Corona-Grenzwert - Keine weiteren Folgen

In Niedersachsen ist der kritische Wert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche auch auf Landesebene überschritten worden. Das Landesgesundheitsamt meldete am Sonntagvormittag einen Wert von 54,6. Nach Angaben einer Sprecherin der Landesregierung hat das Überschreiten der 50er-Marke in Niedersachsen allerdings keine weiteren Konsequenzen. Entscheidend für eine Verschärfung der Corona-Regeln sei nicht der Landeswert, sondern die Werte in den 45 Kreisen und kreisfreien Städten, erläuterte die Sprecherin. Die Corona-Verordnung des Landes sei erst kürzlich verschärft worden und mache den Kommunen Vorgaben dazu, was bei Überschreiten der Grenzwerte zu tun sei.

Am Sonntag überschritten 14 Kreise und kreisfreie Städte in Niedersachsen die 50er-Marke: In der Stadt Delmenhorst lag der Wert nach Angaben des Landesgesundheitsamtes bei 314,6, es folgten die Kreise Cloppenburg, Vechta, Grafschaft Bentheim, Verden, Oldenburg, Diepholz, Emsland, Hildesheim, Osterholz, Schaumburg, Stadt und Kreis Osnabrück sowie Region Hannover.

Hamburg: Eine Million Euro für Hygienekonzepte im Sport

Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich mit einem gemeinsamen Antrag dafür ein, dass der Sport in Hamburg bei der Umsetzung von coronabedingten Hygiene- und Schutzmaßnahmen finanziell unterstützt wird. Investiert werden soll eine Million Euro. "Damit sollen Maßnahmen ermöglicht werden, die dabei helfen, das Infektionsrisiko weiter abzusenken", teilten SPD und Grüne am Sonntag mit.

Der Antrag wird in die Bürgerschaftssitzung am 11. November eingebracht. „Sport und Bewegung sind in dieser anhaltenden Ausnahmezeit von enormer Wichtigkeit für das psychische und physische Wohlbefinden", so Maryam Blumenthal, sportpolitische Sprecherin der Grünen-Bürgerschaftsfraktion. Der alltägliche Kostenmehraufwand durch die Anschaffung von Hygieneprodukten oder zusätzlichen Testungen stelle die Vereine jedoch zunehmend vor finanzielle Herausforderungen. "Hier wollen wir mit unserem Antrag zielgerichtet helfen.“

142 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein gemeldet

In Schleswig-Holstein sind am Sonnabend 142 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Seit Beginn der Pandemie haben sich somit 6662 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, wie die Landesregierung am Sonnabendabend im Internet mitteilte. Am Vortag waren 236 Neuinfektionen gemeldet worden.

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Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus blieb unverändert bei 164. 51 Covid-19-Patienten werden den Angaben zufolge momentan in Krankenhäusern behandelt. Diese Zahl blieb im Vergleich zum Vortag unverändert. Rund 5200 Menschen in Schleswig-Holstein gelten nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts als genesen.

Innensenator Andy Grote bei Corona-Kontrollen auf dem Kiez

Gut drei Stunden begleitete Innensenator Andy Grote am Freitagabend Einsatzkräfte auf dem Kiez, die die Eindämmungsverordnung gegen Corona, darunter die Einhaltung der Sperrstunde, überwachten. Der war ohnehin fast „tot“. Nur 2000 Besucher in der Spitze zählte die Polizei am Freitagabend. „Lokalitäten, so die Einschätzung der Polizei waren „schwach besucht“.

Tschentscher: Diese Corona-Regeln gelten ab Montag:

Tschentscher: Diese Corona-Regeln gelten ab Montag

Coronavirus: Mehr als 300 Neuinfektionen in Hamburg

Die Gesundheitsbehörde hat für Hamburg am Sonnabend 303 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Damit liegt die Gesamtzahl der Menschen in der Hansestadt, die seit Beginn der Pandemie an Covid-19 erkrankt sind, bei 11.345. Mit den neuen Corona-Zahlen steigt der Inzidenzwert von 75,1 am Vortag auf 84,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Gestiegen ist auch die Zahl der Corona-Patienten: 105 Menschen mit Covid-19 werden derzeit in Hamburger Krankenhäusern behandelt und damit dreizehn mehr als noch am Vortag. 30 von ihnen liegen auf Intensivstationen, 21 Patienten kommen aus Hamburg. Die Zahl der laut Hamburger Rechtsmedizin an Corona gestorbenen Menschen liegt unverändert bei 241.

125 Lokale in Hamburg überprüft – zehn Verstöße gegen Corona-Auflagen

Auch am Freitag war die Polizei wieder im Hamburger Stadtgebiet unterwegs, um in Lokalen, Kiosken und anderen Objekten die Einhaltung der Corona-Auflagen zu überprüfen. In den Stadtteilen St. Pauli, Eimsbüttel, Wandsbek und Billstedt wurden insgesamt 125 Betriebe von Polizei und Mitarbeitern der Bezirksämter überprüft. Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • St. Pauli: In der Zeit von 18 bis ein Uhr wurden sieben Betriebe überprüft. Wegen unzulänglicher Führung von Kontaktlisten wurden für zwei Betreiber Ordnungswidrigkeiten verhängt.
  • Eimsbüttel: Bei 98 überprüften Betrieben in der Zeit von 11 bis 24 Uhr wurden drei Verstöße festgestellt. In einem Fall hatte ein Betreiber bereits mehrfach gegen die Regeln für das Führen von Kontaktlisten verstoßen und muss jetzt ein Bußgeld von 10.000 Euro zahlen.
  • Wandsbek: Bei zwei von fünf überprüften Betrieben (18 bis 1 Uhr) wurden Verstöße festgestellt. Es blieb aber bei mündlichen Verwarnungen.
  • Billstedt: Von 18 bis 1 Uhr wurden 15 Betriebe überprüft, drei hatten gegen die Auflagen verstoßen. Ein Betreiber zeigte sich uneinsichtig.

Keine Fans im Stadion: Bremer Stadion-GmbH droht Zahlungsunfähigkeit

Wegen der fehlenden Zuschauereinnahmen während der Corona-Pandemie droht der Bremer Weserstadion GmbH (BWS) die Zahlungsunfähigkeit. Ein Senatssprecher bestätigte am Sonnabend einen entsprechenden Bericht des „Weser-Kurier“. Die Zeitung zitiert aus einer Entscheidungsvorlage für die Sitzung des Bremer Senats am kommenden Dienstag, in der es heißt, dass die BWS ohne finanzielle Unterstützung „zum Jahresende zahlungsunfähig und zum Ende des Geschäftsjahres bilanziell überschuldet“ wäre.

Die Stadion-GmbH gehört je zur Hälfte dem Fußball-Bundesligisten Werder Bremen und der städtischen Wirtschaftsförderung Bremen. Beide Gesellschafter sollen nun jeweils 3,5 Millionen Euro bereitstellen, „um die Weserstadion GmbH liquide zu halten“.

Region Hannover überschreitet Corona-Grenzwert

In der Region Hannover haben die Neuinfektionen mit dem Coronavirus einen wichtigen Grenzwert überschritten. Für Sonnabend meldete das Landesgesundheitsamt 52,7 Infektionen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Das Überschreiten des Grenzwerts von 50 Fällen zieht weitere Einschränkungen für die Bürger nach sich.

Einreise nach Dänemark nur noch mit triftigem Grund erlaubt

Die Einreise von Deutschland nach Dänemark ist seit Sonnabend, 0 Uhr, nur noch eingeschränkt möglich. Aufgrund der steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen hat das Nachbarland im Norden Deutschland zum Risikoland erklärt. Das bedeutet, dass nur noch Einreisen kann, wer einen triftigen Grund nachweisen kann. Das kann zum Beispiel ein Verwandtenbesuch, ein Vorstellungsgespräch oder eine Beerdigung sein.

Auch Berufspendler und Studenten dürfen weiter einreisen. Ausnahmen gelten außerdem für die Bewohner Schleswig-Holsteins und für Besitzer eines Ferienhauses. Den triftigen Grund muss man an der Grenze angeben.

Zahl der Verwaltungsgerichtsverfahren zu Corona-Maßnahmen steigt

Ob Maskenpflicht oder Quarantäne-Anordnung: Die Zahl der Verfahren vor dem Hamburger Verwaltungsgericht hat im Vergleich zum Spätsommer wieder deutlich zugenommen. Das sagte Gerichtssprecher Max Plog. „Zu beobachten ist, dass seit Beginn des Monats Oktober die Frequenz der Neueingänge auf Corona-Maßnahmen bezogener Anträge und damit der Anzahl an Gerichtsverfahren, insbesondere Eilverfahren, deutlich schneller steigt als in den Sommermonaten“, sagte Plog.

In diesem Monat mit Stand 23. Oktober seien bereits zwölf Eilanträge beim Verwaltungsgericht eingegangen. Im gesamten Monat Juli seien dagegen drei auf Corona-Maßnahmen bezogene Eilanträge eingegangen, im Monat August lediglich fünf. Beim Verwaltungsgericht Hamburg sind den Angaben zufolge in der Corona-Krise bisher 120 Eilverfahren und 33 Hauptsacheverfahren zu Maßnahmen oder Verboten eingegangen. Diese seien ganz überwiegend auch bereits erledigt, sagte der Gerichtssprecher.

236 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein gemeldet

Innerhalb eines Tages wurden in Schleswig-Holstein 236 neue Corona-Fälle gemeldet. Insgesamt haben sich somit 6520 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, wie die Landesregierung mit Stand vom Freitagabend mitteilte. Am Vortag waren noch 136 Neuinfektionen gemeldet worden.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus blieb unverändert bei 164. 51 Covid-19-Patienten werden den Angaben zufolge momentan in Krankenhäusern behandelt. Das sind acht mehr als noch am Vortag. Rund 5100 Menschen in Schleswig-Holstein gelten nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts als genesen.

Wegen Corona keine Laternenumzüge für viele Kinder in Hamburg

Jedes Jahr im November ziehen überall in Hamburg Kinder mit ihren selbstgebastelten Laternen und Liedern durch die Straßen. Wegen der Corona-Pandemie werden in diesem Jahr jedoch zahlreiche Laternenumzüge ausfallen. „Unsere Kitas berücksichtigen bestehende Regelungen und Hygienestandards, um die Infektionsgefahr in den Kitas gering zu halten“, sagte Katrin Geyer, Sprecherin der Elbkinder-Vereinigung.

Wichtige Bausteine seien die Betreuung der Kinder in gleichbleibenden Gruppen und die Begrenzung der Besuche von Personen, die nicht zur Kita gehören. „All dies wäre bei einem Laternenumzug im öffentlichen Raum nicht mehr zu gewährleisten, weshalb die Kitas auf die Teilnahme an solchen Veranstaltungen in diesem Herbst verzichten werden“, sagte Geyer. Wenn Kitas im Einzelfall Alternativen wie ein Lichterfest anbieten möchten, dann nur auf dem eigenen Außengelände.

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Ob es an den Hamburger Grundschulen Laternenumzüge geben wird, steht noch nicht endgültig fest. „Das ist noch in der Klärung“, sagte der Sprecher der Hamburger Schulbehörde, Peter Albrecht.

Kindergeburtstage in der Corona-Krise: Das gilt ab Montag:

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Rechnungshof warnt vor Dauerverschuldung auf Corona-„Ticket“

Vor einer zukunftsgefährdenden Verschuldung hat Schleswig-Holsteins Landesrechnungshof gewarnt. Wenn der Landtag am Donnerstag - wie erwartet - weiteren Krediten in Höhe von 5,7 Milliarden Euro zustimmen sollte, steige die Gesamtsumme als Reaktion auf die Corona-Krise auf gewaltige 6,7 Milliarden Euro, sagte Präsidentin Gaby Schäfer.

Damit gehöre der Norden bei der Neuverschuldung im Zuge der Pandemie gemessen an Bevölkerung, Wirtschaftskraft und Haushaltsvolumen zum Spitzentrio unter den Ländern. Erforderlich seien Schwerpunktsetzungen. „Schleswig-Holstein muss den Tatsachen ins Auge blicken und seine Ausgaben in den nächsten Jahren an die niedrigeren Steuereinnahmen anpassen.“

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Schulleitungsverband setzt auf Präsenzunterricht

Der Schulleitungsverband Niedersachsen will nach den Herbstferien trotz der Corona-Pandemie so lange wie möglich am Präsenzunterricht festhalten. „Wir brauchen so viel Präsenzunterricht wie nur irgend möglich und wir brauchen das so lange wie nur irgend möglich“, sagte die Vorsitzende des Verbandes, Andrea Kunkel. Eine Maskenpflicht statt einer Empfehlung ab der fünften Klasse für Schulen in einem Corona-Hotspot hätte aus ihrer Sicht zwar vieles vereinfacht. Bei steigenden Fallzahlen werde aber sicher eine Verpflichtung kommen - „und auch das würden wir mittragen.“

Den Einsatz von Luftreinigungsanlagen in Schulen, wie von der FDP gefordert, bezeichnete sie als „illusorisch“. Investitionen in Schule, die in den vergangenen 10 oder 20 Jahren nicht erfolgt seien, könnten nicht innerhalb kürzester Zeit aufgeholt werden.

Lesen Sie hier den Newsblog von Freitag, 23. Oktober