Hamburg

Die Ärzte spielen das Intro zu den "Tagesthemen"

Die Ärzte Farin Urlaub, Rodrigo Gonzáles und Bela B (v.l.) hatten am Freitag einen überraschenden Auftritt im NDR-Studio der "Tagesthemen".

Die Ärzte Farin Urlaub, Rodrigo Gonzáles und Bela B (v.l.) hatten am Freitag einen überraschenden Auftritt im NDR-Studio der "Tagesthemen".

Foto: Jörg Steinmetz

Moderator Ingo Zamperoni auf den Spuren von Caren Miosga. Überraschender Auftritt der Ärzte hatte einen sehr ernsten Hintergrund.

Hamburg. Die Corona-Pandemie hat viele kuriose Momente hervorgebracht. Der am Freitagabend in den "Tagesthemen" aus Hamburg-Lokstedt mit Moderator Ingo Zamperoni toppte aber vermutlich sogar das Auf-dem-Tisch-Stehen seiner Kollegin Caren Miosga nach dem Tod des US-Komikers Robin Williams ("Club der toten Dichter").

Die ARD-Nachrichtensendung begann mit dem üblichen Intro, doch diesmal gespielt von der, man muss es sagen, deutschen Kult-Band Die Ärzte. Die drei Verrückten (diesmal im Anzug) haben gerade ein neues Album ("Hell") herausgebracht, das die Kritik gefeiert hat und das selbst beim Hamburger Komiker Otto Waalkes Begeisterung hervorrief, wie Otto bei Instagram in einem Video postete.

"Tagesthemen": Die Ärzte denken an die Roadies

Die Ärzte als Aufmacher in den "Tagesthemen" – so lustig der Auftritt war, so ernst der Hintergrund. Deutschlands Künstler darben in der Corona-Pandemie. Keine Auftritte, keine Kohle, das war die Botschaft der Ärzte, die sich in den "Tagesthemen" auch dadurch solidarisch zeigten mit denen, die nicht jahrelang durch große Tourneen und langfristige Verträge ein Polster haben, das sie durch die Krise trägt. Auch Hamburg hat mehrfach seine Hilfen für Künstler aufgestockt.

Hier geht es zur "Tagesthemen"-Sendung mit den Ärzten

Die Ärzte sagten in den "Tagesthemen", sie hätten eine Tournee wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschieben müssen. Ihre Roadies, Ton- und Lichtingenieure hätten die Arbeit verloren. "Wir wissen, dass die das ganze Jahr über keine Jobs hatten und wirklich Existenzängste haben inzwischen", sagte Ärzte-Schlagzeuger Bela B. laut tagesschau.de.

Hamburger Konzertleben heruntergefahren

In Hamburg ist das Konzertleben ebenfalls erlahmt. Nur mit wenigen Zuschauern, strengen Hygienevorschriften und Konzerten von etwa einer Stunde kann zum Beispiel die Elbphilharmonie derzeit ihre Abonnenten bedienen.

Johannes Oerding spielte mehrfach hintereinander im Stadtpark, um seinen Fans 2020 immerhin ein kleines Liveerlebnis zu bieten – und um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, das open air offenbar geringer ist.