Hamburg

HafenCity: Das sind die neuen Planungen für den Elbtower

Eine Visualisierung des „Elbtower" in der HafenCity nahe der Elbbrücken. Nach der Elbphilharmonie wird die Hamburger Stadtsilhouette mit dem Turm durch ein weiteres auffälliges Gebäude ergänzt.

Eine Visualisierung des „Elbtower" in der HafenCity nahe der Elbbrücken. Nach der Elbphilharmonie wird die Hamburger Stadtsilhouette mit dem Turm durch ein weiteres auffälliges Gebäude ergänzt.

Foto: picture alliance / SIGNA_Chipperfield/HafenCity Hamburg GmbH/dpa

In dem Wolkenkratzer soll es mehr Büroflächen geben, dafür weniger Hotelkapazitäten. Bebauungsplan wird öffentlich ausgelegt.

HafenCity.  Der Elbtower im Quartier Elbbrücken soll ein neues Wahrzeichen für die Hansestadt werden. Im Jahre 2025 soll der Wolkenkratzer in der HafenCity eröffnet werden. Groß ist das Interesse bei Öffentlichkeit und Politik an dem 700-Millionen-Euro-Projekt. Jetzt gibt es Neuigkeiten und die gehen aus einem Nachtrag zum Grundstückskaufvertrag hervor, der zwischen der städtischen HafenCity Hamburg GmbH und dem Elbtower-Investor geschlossen wurde (liegt dem Abendblatt vor).

Bei dem Bauherren handelt es sich um die Signa Prime Selection AG, die zum Firmengeflecht des österreichischen Investors René Benko ­– der auch Eigentümer von Galeria Karstadt Kaufhof ist – gehört. So wird in dem Nachtrag eine neue Aufteilung der Nutzung geregelt und die Fläche des Gebäudes vergrößert sich, weil die Zahl der Stockwerke um sieben auf 64 steigt.

Elbtower: Es bleibt bei der geplanten Höhe

Das Hochhaus wird aber nicht höher als die geplanten rund 245 Meter, sondern die Geschosshöhen wurden angepasst. Die wichtigsten Änderungen sind, dass für die Büronutzung anstatt rund 70.000 Quadratmeter künftig 91.100 Quadratmeter zur Verfügung stehen sollen. Für die Hotelnutzung sind anstatt 16.000 nur noch 11.500 Quadratmeter vorgesehen, weil dem Vernehmen nach auf ein Konzept für die Vermietung an Langzeitgäste verzichtet wird.

Welche Kette das Hotel betreiben wird, soll im Dezember bekannt gegeben werden. Zu den Änderungen sagte SPD-Stadtentwicklungsexpertin Martina Koeppen dem Abendblatt: „Der Investor entscheidet, wie die Flächen aufgeteilt werden. Fest steht, für die Vermietung der Flächen ist der Bauherr verantwortlich und die Stadt, das hat die Politik bereits so beschlossen, wird keine Flächen im Elbtower anmieten.“

Zu der deutlich größeren Fläche für Büros sagte CDU-Stadtentwicklungsexpertin Anke Frieling: „Es ist schwer absehbar, inwiefern bis 2025 der Bedarf für Büroflächen, der aktuell wegen der Corona-Pandemie rückläufig ist, wieder steigen wird.“ In dem Nachtrag zum Grundstückskaufvertrag sind auch Details für die geplante öffentliche Aussichtsplattform in rund 220 Meter Höhe geregelt. Demnach soll diese „jeden Tag mindestens in den Kernzeiten von 10 bis 20 Uhr“ geöffnet sein.

Erster Spatenstich im Frühjahr geplant

Der Besuch soll auch ohne die Nutzung der Gastronomie möglich sein. Allerdings gibt es in der Vereinbarung zwischen Stadt und Signa einen interessanten Aspekt: „Der Käufer ist nicht verpflichtet, eine entgeltfreie Nutzung der Aussichts- und Besucherebene zu gewährleisten“, heißt es. Das bedeutet: Die Signa könnte für die Auffahrt zur Aussichtsplattform sogar Eintritt verlangen.

Der erste Spatenstich für den Elbtower soll im Frühjahr kommenden Jahres erfolgen. Mit dem Hochbau soll 2022 begonnen werden und die Fertigstellung könnte bis 2025 erfolgen.

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Unterdessen hat die Kommission für Stadtentwicklung am Montag der Auslegung des Bebauungsplan-Entwurfs HafenCity 16 für den Elbtower zugestimmt. Diese soll vom 3. November bis zum 3. Dezember im Foyer der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen an der Neuenfelder Straße 19 erfolgen. Bürger können ihre Einwände gegen die Planungen einbringen.

Allerdings wird es für den markanten Wolkenkratzer noch eine zusätzliche Hürde geben: „Der Elbtower wird die Silhouette der Stadt auf Jahrzehnte prägen. Deshalb haben wir als rot-grüne Koalition in der Kommission für Stadtentwicklung beantragt, dass sich diese nach der Auslegung und Auswertung der Einwendungen erneut mit dem Elbtower beschäftigt. Dieses Verfahren ist bei einem Projekt dieser Größenordnung aus unserer Sicht zwingend notwendig“, sagte SPD-Stadtentwicklungsexpertin Martina Koeppen.