Großprojekt

XXL-Kongresshotel in der HafenCity verzögert sich

So soll das Kongresshotel im Quartier Elbbrücken aussehen.

So soll das Kongresshotel im Quartier Elbbrücken aussehen.

Foto: moka-studio

In diesem Jahr wird nicht mehr mit dem Großprojekt gestartet. Gibt es überhaupt noch Bedarf für das Vorhaben?

Hamburg.  Es ist eines der spektakulärsten Bauvorhaben in der HafenCity. Eigentlich war der Baustart für das 240-Millionen-Euro-Projekt im Herbst dieses Jahres geplant. Die Rede ist von Hamburgs größten Kongresshotel – vorgesehen sind zwei Marriott-Marken unter einem Dach mit 655 Zimmern – und einem Saal mit einer Kapazität für rund 1100 Personen.

Nach Abendblatt-Informationen verzögert sich das ehrgeizige Bauvorhaben des Hamburger Projektentwicklers ECE, in diesem Jahr wird nicht mehr mit den Bauarbeiten begonnen. „Es gibt coronabedingt eine Verzögerung von mehreren Monaten bei dem Projekt, die Planungen werden unterdessen weiter bearbeitet“, sagte ECE-Sprecher Lukas Nemela auf Anfrage. Allerdings stellt sich in Branchenkreisen die Frage, ob es überhaupt noch Bedarf für ein solches XXL-Kongresshotel gibt, das in einem 19-stöckigen Gebäudekomplex entstehen sollte.

Kon­gressgeschäft ist wegen Corona zum Erliegen gekommen

Der Entwurf stammt von dem Hamburger Büro gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Wegen der Corona-Pandemie ist seit März das Kon­gressgeschäft in der Hansestadt mehr oder minder komplett zum Erliegen gekommen. Auch die Auslastung der Hotels, aktuell sorgt das Beherbergungsverbot für Touristen aus Risikogebieten zu weiteren Einbrüchen, ist weit unter dem Vorjahresniveau.

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Das von ECE geplante Kongresshotel sollte ein zusätzliches Angebot zum CCH (Congress Center Hamburg) am Bahnhof Dammtor sein. Nach einer umfangreichen Revitalisierung und einem Teilabriss mit Neubau sollte das CCH eigentlich von Ende August an wieder für Veranstaltungen genutzt werden. Den Anfang sollte ein großer Medizinkongress mit rund 2000 Teilnehmern machen. Der wurde wegen der Pandemie abgesagt, ebenso weitere Events. Ein Sprecher der Hamburg Messe und Con­gress GmbH (HMC) bestätigte auf Abendblatt-Anfrage, dass bis Ende des Jahres keine Veranstaltungen im CCH eingebucht seien. Auch für das nächste Jahr dürfte die Buchungslage, die Revitalisierung hat rund 230 Millionen Euro gekostet, noch übersichtlich sein.