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Corona-Verstöße: Polizei löst drei Hochzeitsfeiern auf

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Der Überblick: 204 neue Fälle, Inzidenz von über 55. Gericht kippt Beherbergungsverbot für Meck-Pomm. Wenig Hoffnung auf Winterdom.

Hamburg. Das Coronavirus verbreitet sich auch im Norden weiter ungebremst: Wegen der Überschreitung der Corona-Warnstufe in Hamburg hat der Senat am Dienstag erneut über eine mögliche Verschärfung der Kontaktbeschränkungen beraten. Die Ergebnisse hat der Senat am Mittag auf einer Pressekonferenz bekanntgeben. Am Montag hatte die Gesundheitsbehörde den Sieben-Tage-Wert je 100.000 Einwohner mit 50,6 Neuinfektionen angegeben. Am Dienstag lag dieser Wert mit 204 Neuinfektionen bereits bei 55,4.

Die aktuellen Entwicklungen zur Covid-19-Pandemie im Norden lesen Sie in unserem täglichen Corona-Newsblog.

Auch in Schleswig-Holstein steigen die Zahlen rasant: Am Montagabend wurden 168 neue Corona-Fälle gemeldet, mehr als je zuvor seit Beginn der Pandemie. Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) mahnte zu "Vorsicht, Rücksicht und Disziplin".

Lesen Sie hier die Corona-News für Hamburg und Norddeutschland am Dienstag, 20. Oktober:

Corona in Hamburg, Deutschland und weltweit – die interaktive Karte

Corona-Verstöße: Polizei löst Hochzeitsfeiern auf

Die Party im Club 25 auf der Reeperbahn, bei der die Polizei 88 Ordnungswidrigkeitsanzeigen gegen Besucher geschrieben hat, ist nicht die einzige Feier, bei der am Wochenende im großen Stil gegen die Eindämmungsverordnung im Zusammenhang mit Corona verstoßen wurde. Nach Informationen des Abendblatts gab es noch vier weitere Veranstaltungen, bei denen im großen Stil Menschen zusammenkamen und gegen die Corona-Regeln verstießen. Dabei handelte es sich in allen Fällen um Hochzeitsfeiern.

Am Wilhelm-Iwan-Ring in Allermöhe feierten in der Elite-Event-Hall rund 100 Menschen. Die Polizei erhielt einen anonymen Tipp. Als sie eintraf, tanzten laut Polizeibericht 60 Gäste – niemand trug einen Mund-Nasen-Schutz. Auch die Gästeliste war fehlerhaft. Die Polizei löste die Veranstaltung auf.

98 tanzende Gäste bei Hochzeit in Hamburg

An der Essener Straße in Langenhorn feierten im La Mira 200 Gäste auf einer türkischen Hochzeitsfeier. Der Veranstalter soll am Tag zuvor vom Bezirksamt die Genehmigung für eine Feier mit 25 Personen bekommen haben. Die Polizei musste ein zweites Mal kommen, erst dann wurde die Zahl der Gäste tatsächlich auf die zugelassene Zahl reduziert. Die Feier endete einige Stunden später. Am Brookdeich in Bergedorf feierte eine 70-köpfige Hochzeitsgesellschaft im Clubheim eines Kleingartenvereins. Als die durch einen Hinweis­geber alarmierte Polizei eintraf, tanzten 20 Gäste zu lauter Musik. Keiner der Anwesenden soll eine Maske getragen haben. Die Gästeliste war mangelhaft geführt. Die Polizei löste die Feier auf.

Am Rotenbrückenweg in Billstedt löste die Polizei zudem im „Party Haus“ eine afghanische Hochzeitsfeier auf. Dort trafen die Beamten auf 98 Gäste, die teilweise tanzten. Auch andere Vorgaben der Eindämmungsverordnung wurden missachtet. Erneut hatte es vor dem Einsatz einen anonymen Tipp an die Polizei gegeben.

Erneute Corona-Fälle beim HSV Hamburg – Spiel verlegt

Handball-Zweitligist HSV Hamburg muss erneut eine coronabedingte Zwangspause einlegen. Wie die Hanseaten am Dienstag mitteilten, wird das für diesen Mittwoch geplante Heimspiel gegen den TSV Bayer Dormagen verlegt, weil mehrere Hamburger Spieler positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt begibt sich das gesamte Team vorerst in Quarantäne.

„Ob und wie lange jeder einzelne Spieler in häuslicher Isolation bleiben muss und ob das auch für diejenigen gilt, die zuvor bereits infiziert waren, ist derzeit noch unklar“, hieß es in der Mitteilung. Die endgültige Entscheidung über jeden Einzelfall liege beim zuständigen Gesundheitsamt. Wann das Spiel gegen Dormagen nachgeholt wird, ist noch nicht entschieden. Der Handball Sport Verein Hamburg hatte bereits den ersten Spieltag verpasst, da für die gesamte Mannschaft schon einmal Quarantäne angeordnet worden war.

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Minister mahnt nach Rekord-Anstieg in Schleswig-Holstein

„Die Situation ist sehr ernst“: So ordnete Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) am Dienstag die aktuellen Corona-Zahlen ein. 163 Neuinfektionen vermeldete das Bundesland – einen derart hohen Tagesanstieg hatte es noch nie gegeben. Garg mahnte: „Jeder Einzelne muss sich selbst fragen, ob er mit seinem persönlichen Verhalten zur Verlängerung oder zur Verkürzung der Pandemie beiträgt. Regelungen der Politik können nur ergänzend wirken und ersetzen nicht Vorsicht, Rücksicht und Disziplin.“

Der Kreis Ostholstein ist derzeit besonders betroffen. Hier wurden 44 Neuinfektionen gemeldet, die meisten stehen im Zusammenhang mit dem Corona-Ausbruch im Grand Hotel Seeschlösschen in Timmendorfer Strand. Das Hotel wurde von den Behörden geschlossen, nachdem sich 35 Mitarbeiter infiziert hatten. Der Kreis Ostholstein steuert nun bei der Sieben-Tage-Inzidenz auf den kritischen Wert von 35 zu. Am Dienstag lag der vom Robert-Koch-Institut gemeldete Wert nur wenig darunter – bei 31,4.

Die Gemeindeverwaltung Timmendorfer Strand hat zunächst mit einem öffentlichen Aufruf reagiert. Darin heißt es: „Die Gemeinde appelliert an die gastronomischen Betriebe, die Hygienekonzepte strikt umzusetzen und freiwillig die Geschäfte nur bis 23 Uhr offen zu lassen.“ Das Meerwasserhallenbad im zur Gemeinde gehörenden Ortsteil Niendorf sowie das Eissport- und Tenniszentrum wurden „präventiv“ geschlossen. Steigende Corona-Zahlen meldet auch der Kreis Stormarn. Hier hat es am Dienstag 26 Neuinfektionen gegeben. Eine örtliche Häufung gibt es allerdings nicht.

Gericht kippt Beherbergungsverbot für Mecklenburg-Vorpommern

Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind die bislang geltenden Beherbergungsbeschränkungen für Urlaubsgäste aus Corona-Risikogebieten gerichtlich gekippt worden. Das Oberverwaltungsgericht in Greifswald gab am Dienstag den Eilanträgen von zwei Hotelbetrieben statt, die gegen die geforderten Corona-Negativtests geklagt hatten.

Die Landesregierung habe keinen sachlichen Grund darlegen können, weshalb Urlaubsgäste aus Risikogebieten anders zu behandeln seien als etwa Schüler, Studenten oder Berufspendler, teilte das Gericht zur Begründung mit.

Neue Corona-Infektionen im Kreis Ostholstein – Hotel nicht betroffen

Im Kreis Ostholstein sind weitere vier Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Fälle stünden jedoch nicht im Zusammenhang mit den Infektionen in einem Fünf-Sterne-Hotel im Ostseebad Timmendorfer Strand, sagte eine Sprecherin des Kreises am Dienstag. In dem seit dem Wochenende auf Anordnung der Behörden geschlossenen Hotel sind nach Angaben des Kreises bislang 35 Mitarbeiter mit dem Virus infiziert. Acht Testergebnisse stehen den Angaben zufolge noch aus.

Die rund 200 Gäste des Hotels, die am Sonnabend wegen der Infektionsfälle abreisen mussten, hatten nach Angaben der Kreissprecherin nur flüchtigen Kontakt mit den infizierten Mitarbeitern. Sie gelten als Kontaktpersonen der Kategorie 2 und sind nicht verpflichtet, sich testen zu lassen.

Corona-Krise: Dehoga sieht Sperrstunde kritisch

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Hamburg sieht die Sperrstunde um 23 Uhr äußerst kritisch. „Wir haben erhebliche Zweifel, ob die Sperrstunde sinnvoll ist“, sagt dessen Präsident Franz J. Klein. Aus der weit überwiegenden Zahl der Betriebe seien keine Infektionen bekannt, auch hielten sich die allermeisten Gastronomen an die strengen Coronaregeln.

„Ich fürchte, wenn die Lokale um 23 Uhr schließen, besorgen sich diejenigen, die feiern wollen, Alkohol und verlagern ihr Treffen in die eigenen vier Wände“, sagt Klein. Das sei aber im Hinblick auf Corona deutlich unsicherer, als wenn die Menschen noch ein oder zwei Stunden länger in öffentlichen Lokalen bleiben dürften, die die Hygieneregeln einhalten.

Ein Problem sei die frühe Sperrstunde auch für die Restaurants, so Klein. Um ihre geringere Zahl von Tischen auszugleichen, hätten viele von ihnen zwei Essenszeiten eingerichtet. Wenn die zweite Schicht um 21 Uhr beginne, hätten die Gäste angesichts der Sperrstunde nicht mehr genug Zeit, um in Ruhe zu essen. Der Dehoga, so Klein, unterstütze die Klagen gegen die Sperrstunde. „Wir würden es begrüßen, wenn die Gerichte Klarheit schaffen würden.“

Coronavirus: Mehr als 200 Neuinfektionen in Hamburg

Die Gesundheitsbehörde hat für Hamburg am Dienstag 204 Corona-Neuinfektionen gemeldet (Montag: 93). Damit liegt die Gesamtzahl der Menschen in der Hansestadt, die seit Beginn der Pandemie an Covid-19 erkrankt sind, bei 10.205. Mit den neuen Corona-Zahlen steigt der Inzidenzwert von 50,6 am Vortag auf 55,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) kündigte an, sollte dieser Wert auch am Mittwoch über 50 liegen, werde der Senat über weitere Einschränkungen beraten.

Gestiegen ist auch die Zahl der Corona-Patienten: 71 Menschen mit Covid-19 werden derzeit in Hamburger Krankenhäusern behandelt und damit dreizehn mehr als noch am Montag. 20 von ihnen liegen auf Intensivstationen (am Vortag waren es 17), 14 Patienten kommen aus Hamburg. Die Zahl der laut Hamburger Rechtsmedizin an Corona gestorbenen Menschen liegt unverändert bei 241.

Leonhard lobt neue Antigentests

Gesundheitssenatorin Dr. Melanie Leonhard äußerte sich am Dienstag auf der Landespressekonferenz im Rathaus dazu, wie sich die hohe Zahl an Neuinfektionen zusammensetzt. Dass drei größere Ausbrüche in Hamburger Pflegeeinrichtungen zu beklagen seien, sei dabei nicht entscheidend. Viele der neuen Corona-Fälle seien auf kleinere Ausbruchsgeschehen zurückzuführen, so Leonhard. Diese seien im familiären Umfeld festzustellen. Angesteckt hätten sich viele Personen bei Freizeitaktivitäten. „Oder sie wissen nicht, wo sie sich angesteckt haben“, so Leonhard.

Positiv hervor hob Leonhard die neuen Antigentests, durch die noch vor Ort in 20 bis 30 Minuten Testergebnisse vorliegen. Getestet werden soll regelmäßig das Personal in Pflegeeinrichtungen sowie das Personal in sensiblen Bereichen in Krankenhäusern.

In drei von 150 Hamburger Pflegeeinrichtungen sei ein größeres Ausbruchsgeschehen zu beklagen, sagte Melanie Leonhard. „Die Zahl der betroffenen Pflegekräfte ist dabei relativ hoch. Das gilt für alle drei Fälle“, so die Sozialsenatorin.

Hamburg – Risikogebiet ja oder nein?

Hamburgs Sozialsenatorin versuchte darüber hinaus, mit der Verwirrung um die Begrifflichkeit „Risikogebiet“ aufzuräumen. Denn: Im Ausland spricht man von einem Risikogebiet, sobald der Inzidenzwert auf sieben Tage bezogen über 50 steigt. In Deutschland sei in solch einem Fall hingegen die Rede von einem Gebiet mit hoher Inzidenz. „Im Ergebnis ist das jedoch dasselbe“, sagte Leonhard.

Pro Tag werden laut Leonhard in Hamburg zwischen 11.500 und 12.000 Tests durchgeführt. Auf die Frage, ob die höheren Infektionszahlen auf die vermehrten Testungen zurückzuführen seien, erklärte sie, dass auch die Positivrate gestiegen sei. Im Sommer habe diese noch bei 0,2 Prozent im Verhältnis auf die Anzahl der Tests gelegen, nun liege sie bereits bei rund 2 Prozent. Das zeige, dass es eine höhere Inzidenz in der Bevölkerung gebe. „Wir sind nach wie vor in einer kritischen Lage in der Corona-Pandemie“, bestätigte Tschentscher.

Tschentscher macht wenig Hoffnung auf den Winterdom

Laut Innensenator Andy Grote (SPD) waren am Wochenende, an dem die Sperrstunde eingeführt wurde, nur die Hälfte der Besucher auf der Schanze und dem Kiez unterwegs. "Die Frequenz auf der Straße war deutlich reduziert", so Grote. Im Großen und Ganzen sei die Sperrstunde von den meisten Betrieben gut angenommen worden.

Acht Betriebe wurden geschlossen. „Die Polizei wird weiterhin auf die Einhaltung der Regeln achten und diese überprüfen“, so Grote.

Bürgermeister Tschentscher machte derweil angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen wenig Hoffnung auf den Winterdom. „Die Chance, dass der Dom stattfinden kann, ist sehr gering“, so Tschentscher. In den kommenden Tagen werde über die Frage entschieden, ob das Volksfest stattfinden könne.

Tschentscher: Dom wegen Coronazahlen sehr unwahrscheinlich:

Bürgermeister: Dom wegen Coronazahlen sehr unwahrscheinlich

Gleiches gelte für den Fischmarkt, der am Sonntag zum ersten Mal wieder stattfinden soll, sowie für die Weihnachtsmärkte in Hamburg. Tschentscher verwies darauf, dass es sich dabei etwa um Märkte ohne Alkoholausschank handeln könnte. Die Entscheidungen seien stets vom aktuellen Infektionsgeschehen abhängig.

Er ermutigte dazu, auch in Bereichen, in denen noch keine Pflicht besteht, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, zur Maske zu greifen. Sich und andere zu schützen und Abstand zu Halten sei weiterhin immens wichtig. Andy Grote stellte dazu fest, dass Polizeibeamten solch ein (positives) Verhalten von Bürgern bereits aufgefallen sei.

„Überwiegend ist der Ernst der Lage angekommen“, sagte Innensenator Grote. Und wenn die Maskenpflicht auf Straßen nicht eingehalten werde, liege das häufig daran, dass die Hinweisschildernicht gesehen wurden. Grote: „Die Zahl der Uneinsichtigen ist sehr gering.“

Leonhard: Schulschließungen sollen vermieden werden

Dass bei weiter steigenden Corona-Zahlen als nächstes die Schließung von Kitas und Schulen zur Debatte steht, ist unwahrscheinlich. Die bisherigen Infektionszahlen in Schulen und Kitas zeigen laut Melanie Leonhard, dass Kinder und Jugendliche nicht Treiber des Infektionsgeschehen sind. Entsprechende verschärfte Maßnahmen würden daher auch keinen großen Einfluss auf die aktuellen Infektionszahlen haben.

"Wir wissen jetzt: Schüler und Kitakinder waren die wesentlichen Leidtragenden der ersten Maßnahmen im Frühjahr", erklärte Leonhard. Das solle nicht noch einmal so geschehen.

Bürgermeister Tschentscher verteidigt die Sperrstunde

Hamburgs Bürgermeister hält an der Sperrstunde fest. Ihm liege der Fortbestand der Hamburger Gastronomie am Herzen. Dass es nun eine Sperrstunde gebe, liege auch daran, dass sich in der Vergangenheit bei Kontrollen ein Fünftel der Betriebe nicht an die Vorgaben gehalten habe. Zudem könne in Hamburg immer noch Essen gegangen und bis 22 Uhr bestellt werden, sagte Tschentscher.

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Auch Heizpilze sollen dazu beitragen, es den Gastronomen in dieser schwierigen Zeit leichter zu machen. "Wir haben ein großes Interesse daran, dass die Gastronomie diese Krise übersteht", sagte Tschentscher.

Corona-Infektionszahlen in Niedersachsen nehmen weiter zu

Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus haben in Niedersachsen am Dienstag weiter zugenommen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamtes von 9.00 Uhr stieg die Zahl der laborbestätigten Fälle gegenüber dem Vortag um 381 auf 26.512 Fälle. Spitzenreiter war nach wie vor die Stadt Delmenhorst mit einem Wert von 211,5 Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Auch in den Landkreisen Cloppenburg und Northeim waren die Zahlen mit Werten von 145,3 Fällen beziehungsweise 105,8 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner immer noch sehr hoch. Aber auch der Landkreis Verden näherte sich mit 43,8 Fällen der 50-er Marke an. Insgesamt lagen landesweit am Dienstag weiterhin sieben Regionen über der Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, sechs weitere überschritten den Sieben-Tage-Wert von 35 neuen Fällen.

Steigende Corona-Zahlen: Eimsbütteler Fußballverein sagt Hallentraining ab

Der Sportverein Grün-Weiß Eimsbüttel hat das anstehende Hallentraining für alle Fußballmannschaften des Vereins abgesagt. Der Grund: die steigenden Corona-Zahlen. Alle Mannschaften werden auch künftig draußen trainieren, wurde den Trainern mitgeteilt. Wetterbedingt könne das Training somit hin und wieder ausfallen. Aber die Gesundheit habe Vorrang, heißt es vonseiten des Vereins.

Corona-Hotspot: Zahl der Infizierten in Harburger Pflegeheim steigt

Die Zahl der positiv auf Covid19 getesteten Personen in der Seniorenresidenz am Helmsweg in Harburg hat sich erhöht. Dort wurde nach Informationen des Abendblattes mittlerweile bei 28 Bewohnern und elf Mitarbeitern einer Corona-Infektion festgestellt. In der Einrichtung gibt es insgesamt 98 Einzelzimmer für Bewohner.

In einer anderen Pflegeeinrichtung in Hamburg-Nord gebe es weiterhin 23 Fälle, in einem Heim in Wandsbek 31. Acht weitere Ansteckungen wurden aus fünf Hamburger Heimen gemeldet, wie der Sprecher der Sozialbehörde sagte.

Corona in Hamburg: Eltern fordern Aufhebung des Präsenzunterrichtes

Die Hamburger Elternkammer fordert neue Konzepte für die einzelnen Schulen. Sie kritisiert, dass es der Schulbehörde bisher nicht gelungen sei, ein funktionales Lernkonzept für Hybrid- und Fernbeschulung zu entwickeln. Die Elternkammer sieht zwei Szenarien als denkbar: „An normalen Unterrichtstagen stehen etwa 30 Prozent der Räume leer. Es wäre also ohne Probleme möglich, Klassen zu halbieren und den einen Teil im Klassenraum zu lassen und den anderen Teil in einem freien Raum unterzubringen. Von dort könnten die Schülerinnen und Schüler via Smartboard und Bildschirm dem Unterricht folgen“, so Marc Keynejad, Vorsitzender der Elternkammer.

Zweitens schlägt die Kammer vor, den verpflichtenden Präsenzunterricht für ältere Schüler vorerst auszusetzen. „Gerade für die höheren Jahrgangsstufen sollte es freiwillig sein, ob zu Hause oder in der Schule gelernt wird.“ Dieser Forderung schloss sich auch die Hamburger Lehrergewerkschaft GEW an: „Es sollte keinen Präsenzunterricht um jeden Preis geben“, sagte die Vorsitzende Anja Bensinger-Stolze.

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Die Schulbehörde äußerte unterdessen Unverständnis. „Wir sind zunehmend verwundert, dass bundesweit die Eltern den normalen Unterricht fordern und nur die Hamburger Elternkammer den Präsenzunterricht bekämpft“, so Sprecher Peter Albrecht. Und weiter: „Hamburgs Schulen sollen so lange wie möglich geöffnet bleiben und Präsenzunterricht durchführen. “ Auch die Klassen zu teilen und den Hybridunterricht einzuführen, sei derzeit keine Option.

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Bezirk Mitte: „Die Gastronomie soll offen bleiben“

Bezirksamtsleiter in Mitte, Falko Droßmann (SPD), warnt trotz der Verstöße am vergangenen Wochenende davor, die Gastronomie vorschnell wieder zu schließen. Droßmann war am Sonnabend bei der Kontrolle im Club 25 selbst vor Ort: „Was wir erleben mussten, war wirklich massiver Widerstand“, sagt er.

Nach Abendblatt-Informationen warfen die Partygäste mit Mobiliar und anderen Gegenständen, um die Beamten am Vorankommen zu hindern und durch den Hinterausgang verschwinden zu können. Deshalb wird nun auch ein Verfahren wegen Landfriedensbruchs geprüft. Für den Verstoß gegen die Corona-Regeln wird der Inhaber voraussichtlich mindestens 5000 Euro Strafe bezahlen muss.

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Der Wirt der Kult-Kneipe Elbschlosskeller an der Straße Hamburger Berg, Daniel Schmidt, fordert ein hartes Vorgehen des Staates. „Bitte Höchststrafe sowie Konzessions-Entzug!“, schrieb Schmidt bei Facebook. Mit dem bewussten Verstoß brächten die Verantwortlichen die gesamte Branche in Verruf. Das sieht Droßmann ähnlich. Doch angesichts der Corona-Zahlen und der jüngsten Ereignisse zeigt sich auch der Bezirksamtsleiter bedrückt. „Ich werde aber weiter dafür kämpfen, die Gastronomie kontrolliert geöffnet zu lassen“, sagte Droßmann.

Städte hoffen auf Hilfe der Bundeswehr gegen Corona

Die niedersächsischen Städte hoffen auf Hilfe der Bundeswehr in großem Stil zur Unterstützung der Gesundheitsämter in der Corona-Pandemie. Derzeit prüfe das Land den Bedarf, sagte Thorsten Bullerdiek, Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, am Dienstag in Hannover. Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtete, es gehe um 500 bis 600 Soldatinnen und Soldaten.

„Bei der Kontaktnachverfolgung macht es Sinn, Soldaten einzusetzen“, sagte Bullerdiek. Auch Bundeswehrärzte würden gebraucht. Unter anderem hat Delmenhorst um Hilfe der Bundeswehr gebeten. Die Stadt bei Bremen ist derzeit im Land am heftigsten von Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 betroffen.

Coronavirus: Hamburg berät über Verschärfung der Maßnahmen

Bund und Länder hatten am 15. Oktober beschlossen, dass schärfere Regeln in den Regionen greifen müssen, in denen der Wert über 50 liegt. Hamburg hat allerdings gerade erst seine Verordnung verschärft:

  • Seit Sonnabend gilt in der Gastronomie eine Sperrstunde zwischen 23.00 und 5.00 Uhr
  • Berufs- und Oberstufenschüler müssen seit Montag auch im Unterricht Masken tragen
  • Veranstaltungen ohne feste Sitzplätze sind im Freien nur noch mit bis zu 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und in geschlossenen Räumen mit bis zu 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zulässig
  • Feierlichkeiten im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis außerhalb des eigenen Wohnraums sind nur noch mit bis zu 25 Personen zulässig
  • Private Feierlichkeiten im eigenen Wohnraum sind mit höchstens 15 Personen erlaubt

Die Schul- und die Kulturbehörde signalisierten, dass sie in ihren Bereichen keine weiteren Einschränkungen für notwendig halten.

Zu den Regeln, auf die sich Bund und Länder für Regionen mit hohen Infektionszahlen verständigt haben, gehört, dass sich im öffentlichen Raum nur noch zehn Personen treffen dürfen. Bei Feiern im privaten Raum sollen maximal zehn Menschen aus höchstens zwei Haushalten zusammenkommen dürfen. Derzeit sind es in Hamburg noch maximal 25 Personen im öffentlichen und 15 im privaten Raum. Dabei spielt es keine Rolle, aus wie vielen Haushalten sie stammen.

Hier gilt bereits eine Maskenpflicht in Hamburg:

163 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein registriert

In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der gemeldeten Corona-Infizierten um weitere 163 Fälle erhöht. Seit Beginn der Pandemie im Norden haben sich damit bislang 5877 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, wie die Landesregierung mit Stand Montagabend mitteilte. Am Vortag waren 88 Neuinfektionen gemeldet worden. Als Genesen gelten wie am Vortag nach Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 4900 Menschen.

Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein gestorben sind, blieb weiter bei 163. In Krankenhäusern werden den Angaben zufolge 31 Covid-19-Patienten behandelt - sieben mehr als am Tag zuvor.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Verbraucherschützer in Corona-Krise vor allem beim Reiserecht gefragt

Geplatzte Reisepläne und Streit um Stornogebühren in der Coronakrise haben die Verbraucherschützer in Niedersachsen in Atem gehalten. Vor allem Pauschalreisen, Hotels und Unterkünfte, Flüge oder Laufzeitverträge in Fitnessstudios seien die Top-Beratungsthemen zwischen März und September gewesen, teilte die Verbraucherzentrale Niedersachsen mit.

Zuvor bestand vor allem in Sachen Telefon- und Internet-Komplettpakete und Mobilfunk Beratungsbedarf. Mehrere Monate nach dem Lockdown informiert die Verbraucherzentrale am Dienstag (11.00 Uhr) über die Erfahrungen in der Krise sowie die Problemfälle des vergangenen Jahres. Der Bedarf an Verbraucherberatung sei riesig, urteilte die Verbraucherzentrale. Beratungsstellen mussten in der Corona-Pandemie zwischenzeitlich schließen und stellten auf Telefon- und Videoberatung um.

Lesen Sie hier den Corona-Newsblog von Montag, 19. September