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Schärfere Corona-Regeln, aber Hamburg noch kein Risikogebiet

Corona und kein Ende: An den Landungsbrücken in Hamburg gilt eine Maskenpflicht.

Corona und kein Ende: An den Landungsbrücken in Hamburg gilt eine Maskenpflicht.

Foto: imago / Chris Emil Janßen

Der Überblick: Inzidenzwert steigt auf über 50. Corona-Ausbruch in Hamburger Pflegeheim. 35 Mitarbeiter in Luxus-Hotel infiziert.

Hamburg. Das Coronavirus verbreitet sich weiter rasant, die Infektionszahlen schnellen auch im Norden in die Höhe. Am Montag stieg die Zahl der Neuinfektionen weiter an: Hamburg hat nun einen Inzidenzwert von 50,6, gilt aber trotzdem nicht als Risikogebiet. Denn laut den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI), und die sind hierfür entscheidend, kommt Hamburg erst auf einen Wert von 42,6. Das ändert aber nichts daran, dass die Stadt schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie angekündigt hat.

Die aktuellen Entwicklungen zur Covid-19-Pandemie im Norden lesen Sie in unserem täglichen Corona-Newsblog.

Nach zwei Wochen Herbstferien hat an den Schulen in Hamburg und Schleswig-Holstein am Montag wieder der Unterricht begonnen. Für Berufsschüler und die Schüler an den Oberstufen der allgemeinbildenden Schulen in Hamburg gelten verschärfte Corona-Bedingungen; Schleswig-Holstein hat für alle Schüler ab der fünften Klasse eine Maskenpflicht auch im Unterricht verhängt, diese gilt für zunächst zwei Wochen.

Lesen Sie hier die Corona-News für Hamburg und Norddeutschland am Montag, 19. Oktober:

Corona in Hamburg, Deutschland und weltweit – die interaktive Karte

35 Mitarbeiter in Timmendorfer Luxus-Hotel mit Corona infiziert

In einem wegen Corona-Infektionen in der Belegschaft vorerst geschlossenen Fünf-Sterne-Hotel in Timmendorfer Strand im Kreis Ostholstein sind 35 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Acht Testergebnisse stünden noch aus, sagte eine Sprecherin des Kreises am Montag. Das Hotel war bereits am Sonnabend auf Anordnung der Behörden geschlossen worden, nachdem bei drei der insgesamt 101 Mitarbeiter das Virus nachgewiesen worden war.

Wie viele Gäste des Hotels das Angebot des Kreises auf einen Corona-Test angenommen haben, war zunächst nicht bekannt. Die rund 200 Gäste, die sich am Sonnabend dort befanden, gelten als Kontaktpersonen der Kategorie 2.

Gewerkschaft der Polizei Hamburg kritisiert unterschiedliche Corona-Regeln

Mit härteren Corona-Auflagen hoffen Bund und Länder, den rasanten Anstieg der Infektionszahlen insbesondere in deutschen Risikoregionen einzudämmen. Dafür gelten jedoch in den unterschiedlichen Bundesländern auch unterschiedliche Regeln – ein Umstand, den die Gewerkschaft der Polizei Hamburg kritisiert. Vor allem das vergangene Wochenende auf St. Pauli sei für die Beamten eine Herausforderung gewesen, Anordnungen zur Durchsetzung der Corona-Regeln würden mit hohem Aggressionspotenzial beantwortet.

"Die Situation auf St. Pauli betrachte ich mit Sorge. Hier gibt es im Moment bereits einen erheblichen Handlungsbedarf für die Polizei, um die feiernden Menschen zur Einhaltung der Regeln des Infektionsschutzes zu bewegen“, sagt Lars Osburg, stellvertretender Landesvorsitzender der GdP Hamburg. Es müsse ein bundesweit geltendes Regelwerk her.

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Auch letzte Corona-Tests nach Sylter Party negativ

Nach einer Party auf Sylt mit mindestens einem infizierten Gast sind auch die letzten vier ausstehenden Corona-Tests von Teilnehmern negativ ausgefallen. Dies teilte am Montag der Kreis Nordfriesland mit. Demnach gab es nur bei einem von 108 Tests ein positives Ergebnis. Der Infizierte hatte Behördenangaben zufolge in der Nacht zum 4. Oktober ein Bistro in Westerland besucht, bevor erste Symptome auftraten und er getestet wurde.

Lesen Sie dazu auch: Corona in Sylter Bar – Amt fürchtet "Superspreader-Ereignis"

Hamburger Unternehmen bietet Schnelltest für Firmen an

Mit Corona-Schnelltests sind viele Hoffnungen verbunden, den Auswirkungen der Pandemie zu begegnen. Wie berichtet, sollen vor allem Pflegeheime und Krankenhäuser die Chance erhalten, binnen weniger Minuten zu erfahren, ob ein Bewohner, ein Patient oder ein Mitarbeiter infiziert ist. Diese Verfahren sind günstiger als die üblichen PCR-Tests auf Viren-Erbgut, allerdings gelten sie als weniger zuverlässig.

Jetzt bietet das Hamburger Unternehmen DNA4GOOD solche Antigentests für Firmen an, die Mitarbeiter oder Besucher testen möchten. Die Besonderheit: Den Abstrich im Nasen-Rachenraum soll nicht medizinisches Fachpersonal übernehmen, sondern die geschulten betrieblichen Ersthelfer im Betrieb. Das Unternehmen will dazu Online-Kurse anbieten. Die Anwendung sei „kinderleicht“. Die Kosten sollen bei 30 Euro pro Test liegen, inklusive Schulung der Ersthelfer. Auf Sicht sollen es auch Angebote für Privathaushalte geben.

Allerdings hängt die Zuverlässigkeit des Verfahrens entscheidend davon ab, dass der Abstrich wirklich tief im Rachenraum gemacht wird – viele empfinde dies wegen des Würgereizes als unangenehm. Prof. Jonas Schmidt-Chanasit, renommierter Virologe des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, hält das Konzept grundsätzlich für machbar: „Es ist möglich, das Personal zu schulen. Es müssten dann noch die Gesetze dazu angepasst werden, damit es so umgesetzt werden kann.“

Corona-Ausbruch in Hamburger Pflegeheim: Mindestens 32 Infektionen

In einem Pflegeheim in Hamburg-Harburg haben sich mindestens 27 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Außerdem gibt es fünf Ansteckungen bei Mitarbeitern des Heimes. In einer anderen Pflegeeinrichtung in Hamburg-Nord gebe es weiterhin 23 Fälle, in einem Heim in Wandsbek 31. Acht weitere Ansteckungen wurden aus fünf Hamburger Heimen gemeldet, wie der Sprecher der Sozialbehörde sagte.

Die 27 Harburger Fälle seien in den 93 Neuinfektionen enthalten, die am Montag für ganz Hamburg berichtet wurden.

Corona-Krise: Hamburger horten schon wieder Toilettenpapier

Die Corona-Zahlen steigen wieder stark und mit ihnen die Sorge der Hamburger, dass die Versorgung knapp werden könnte. In manchen Edeka- und Budnikowsky-Filialen sind die Regale mit Toilettenpapier abgegrast wie schon im Frühjahr, als die Pandemie in Deutschland um sich griff.

Die Einzelhändler geben sich aber noch entspannt. „Vereinzelt verzeichnen wir in einigen Filialen eine leicht erhöhte Nachfrage nach Toilettenpapier, aber insgesamt kann man bisher nicht von Hamsterkäufen sprechen“, sagte die Sprecherin der Drogeriemarkt-Kette Budnikowsky, Wiebke Spannuth, auf Nachfrage.

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht.

Swinger Club in Hamburg klagt gegen die Sperrstunde

Die Sperrstunde für die Gastronomie um 23 Uhr beschäftigt die Justiz: Wie ein Sprecher des Verwaltungsgerichts auf Anfrage des Abendblattes bestätigte, hat ein Betrieb eine Eilklage gegen die Regelung eingereicht. Es handelt sich dabei um "einen gastronomischen Betrieb in Form eines Swinger Clubs", der sich durch die Sperrstunde unrechtmäßig benachteiligt sieht.

Zunächst wird dem Senat bis Mittwoch eine Gelegenheit zu einer schriftlichen Stellungnahme in dem Verfahren gegeben. Danach könnte zeitnah eine Entscheidung fallen. In Berlin hatte das örtliche Verwaltungsgericht die dortige Entscheidung in erster Instanz für unrechtmäßig erklärt – eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes dazu steht noch aus.

Inzidenzwert über 50: Warum Hamburg noch kein Risikogebiet ist

Am Montag meldet die Hamburger Gesundheitsbehörde 93 Corona-Neuinfektionen. Damit steigt die Zahl der Infizierten in der Hansestadt auf 10.001 und der Inzidenzwert übertrifft mit 50,6 je 100.000 Einwohnern eine kritische Marke. In Hamburg beträgt die Grenze der Neuinfektionen 950 Fälle in sieben Tagen, sie liegt nun bei 961. Trotzdem gilt die Stadt noch nicht als Risikogebiet, denn hierfür sind die Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) relevant. Und dort treffen die aktuellen Fallzahlen erst mit etwas zeitlicher Verzögerung ein.

Die Inzidenz laut RKI liegt mit 42,9 noch vom Grenzwert entfernt. Es ist aber wahrscheinlich, dass Hamburg in den kommenden Tagen auch nach RKI-Maßstäben als Corona-Hotspot gelten wird.

Von den seit Beginn der Pandemie positiv auf das Virus getesteten Menschen können nach Schätzung des RKI inzwischen rund 7700 als genesen angesehen werden. In Hamburger Krankenhäusern werden derzeit 59 Covid-19-Patienten behandelt. 17 von ihnen liegen demnach auf Intensivstationen. Die Gesamtzahl der vom Institut für Rechtsmedizin am UKE ermittelten Corona-Toten ist unverändert geblieben. Sie liegt in der Hansestadt bei 241, teilte die Gesundheitsbehörde mit.

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Schärfere Corona-Regeln für private Feiern

Bund und Länder hatten am 15. Oktober beschlossen, dass schärfere Regeln greifen müssen, wenn dieser Grenzwert in Regionen überschritten wird. Senatssprecher Marcel Schweitzer bestätigte auf Anfrage, dass noch im Laufe dieser Woche eine neue Obergrenze für private Partys eingeführt werde. Demnach dürfen in Wohnungen künftig nur noch maximal zehn Personen aus zwei Haushalten zusammen feiern. Eine Sperrstunde in der Gastronomie gilt in Hamburg bereits seit dem vergangenen Sonnabend.

Kommt der Anstieg der Infektionszahlen mit den genannten Maßnahmen nicht innerhalb von zehn Tagen zum Stillstand, sollen Kontakte nach Vereinbarung von Bund und Ländern strikt reduziert werden: Im öffentlichen Raum dürfen sich dann nur noch fünf Menschen oder Angehörige zweier Haushalte treffen. "Die Wirkung dieser Maßnahmen muss nun beobachtet werden nach dem üblichen Rhythmus von gut 10 bis 14 Tagen", sagt Schweitzer. Gleichwohl behalte sich der Senat vor, auch davor weitere Maßnahmen zu beschließen – insbesondere, wenn das Infektionsgeschehen sprunghaft steigen sollte.

Hier gilt eine Maskenpflicht in Hamburg:

Sieben-Tage-Wert: Dürfen Hamburger noch nach Schleswig-Holstein?

Auch wenn Hamburg seit Montag mit dem Anstieg des Inzidenzwertes als Corona-Risikogebiet gilt, hat das wohl keine unmittelbaren Folgen für Urlaubsreisen von Hamburgern nach Schleswig-Holstein. Die Einstufung als inländisches Risikogebiet hängt vom Inzidenzwert beim Robert-Koch-Institut ab: Der von Hamburg erhobene Wert zeigt Anstiege bereits einige Zeit, bevor die Meldungen auch beim RKI eingetroffen sind. So liegt der Hamburger Inzidenzwert dort am Montagmorgen noch bei 43,2 – auch wenn die Hansestadt ihn bereits am Sonntag mit 49,8 angegeben hatte.

Für Tagesgäste sind aber auch, wenn Hamburg Risikogebiet wird, keine Einschränkungen bei Reisen nach Schleswig-Holstein zu befürchten: Das Land schloss ein erneutes generelles Betretungsverbot, das in Hamburg im Frühjahr für viel Unmut gesorgt hatte, aus. Auch Zweitwohnungsbesitzer dürften weiterhin einreisen, denn die Nutzung der eigenen Ferienwohnung falle nach Einschätzung Schleswig-Holsteins nicht unter das touristische Beherbergungsverbot.

Hotelkette a&o Hostels klagt gegen Beherbergungsverbot in Hamburg

Die Berliner Hotelkette a&o Hostels hat am Montag im Eilverfahren beim Hamburger Verwaltungsgericht Klage gegen das Beherbergungsverbot in der Hansestadt eingereicht. "Es sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass es nicht darauf ankommt, wo man sich aufhält, sondern wie man sich verhält“, sagt Oliver Winter, CEO der Budgethotels.

Der Rechtsanwalt der Hotelkette geht davon aus, dass das Beherbergungsverbot ähnlich wie in anderen Bundesländern auch in Hamburg fallen wird. "Das Hamburger Beherbergungsverbot leidet nicht nur an rechtsstaatswidrigen handwerklichen Mängeln, es lässt sich schlichtweg überhaupt nicht umsetzen – weder seitens der Hoteliers noch vonseiten der Gäste“, so Rechtsanwalt Moritz Quecke, der die Klage für a&o Hostels beim Hamburger Verwaltungsgericht eingereicht hat. Vier Hotels der Kette mit insgesamt 4000 Betten befinden sich in Hamburg.

Corona-Fälle: Hamburger Schule vor den Ferien komplett geschlossen

Wie Abendblatt-Recherchen ergaben, wurde eine erste Hamburger Schule vor den Ferien komplett geschlossen, nachdem dort sechs Schülerinnen und Schüler mit Corona infiziert waren. Daraufhin mussten sämtliche Schüler der Schule Reinbeker Redder in Lohbrügge auf Empfehlung des Gesundheitsamts Ende September in Quarantäne, wie die Schulbehörde bestätigte.

Der Standort wurde auf Empfehlung des Gesundheitsamts für einige Tage ganz geschlossen, weil sich die infizierten Schüler auf insgesamt vier Klassen verteilten. Es handelt sich um einen sehr kleinen Standort mit 95 Kindern. Die Schulbehörde war am 23. September informiert worden, das Ergebnis der Reihentestung lag am 29. September vor.

Sprunghafter Anstieg der Corona-Infektionen in Delmenhorst

Die Zahl der Corona-Infektionen im niedersächsischen Delmenhorst ist wieder deutlich angestiegen. Das Landesgesundheitsamt gab den Sieben-Tage-Wert der Stadt am Montagmorgen mit 223,1 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an (Vortag: 138,0). Demnach gab es 76 neue nachgewiesene Ansteckungen im Vergleich zum Sonntag.

Die Stadtverwaltung hat am Montagvormittag über die Entwicklung informiert. Bereits vor einer Woche hatte die Stadt angekündigt, weitere Maßnahmen zur Viruseindämmung zu prüfen. „Dabei wird darauf geachtet, dass punktgenau Maßnahmen ergriffen werden und weniger Rundumschläge verteilt werden“, hatte der Corona-Krisenstabsleiter der Stadt, Rudolf Mattern, damals gesagt. Folgende Maßnahmen wurden beschlossen:

  • Sperrstunde für die Gastronomie von 23 bis 6 Uhr
  • Alle öffentlichen Veranstaltungen und Gottesdienste werden bis auf Weiteres abgesagt
  • Private Treffen werden auf zehn Personen begrenzt
  • Außerdem wird die Maskenpflicht in der Stadt ausgeweitet

Schulen und Kitas sollen allerdings nach den Herbstferien wieder öffnen, solange die Hygienekonzepte es zulassen. Der Corona-Ausbruch hat nach Einschätzung der Behörden keinen eindeutigen Ursprung. Es gebe „keinen sogenannten Schwerpunkt“, sagte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) am Montag. „Wir bewegen uns in kleineren Zellen.“ Die Nachverfolgung der Kontakte sei daher sehr aufwendig und benötige viel Zeit. „Ich weiß, dass wir damit Spitzenreiter in der Bundesrepublik sind. Das ist traurig, furchtbar, aber wir werden uns dieser Aufgabe stellen“, sagte Jahnz.

Urteil zu Hartz-IV: In Corona-Krise keine Prüfung der Mietkosten

In der Corona-Krise soll vorübergehend nicht geprüft werden, ob Hartz-IV-Empfänger in einer zu teuren Wohnung leben – und das gilt nicht nur für Bestandsmietverträge, sondern auch für Neuanmietungen. Das entschied das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen in Celle, wie am Montag bekannt wurde (Az.: L 11 AS 508/20 B ER).

Im konkreten Fall ging es den Angaben zufolge um eine Familie aus der Region Hannover, die zunächst in einer Vierzimmerwohnung lebte. Nach der Geburt des sechsten Kindes zog die Familie in ein Einfamilienhaus mit sechs Zimmern. Die monatliche Kaltmiete lag bei 1300 Euro. Das Jobcenter weigerte sich, die vollen Mietkosten zu übernehmen, weil die sogenannte Angemessenheitsgrenze für einen Achtpersonenhaushalt bei 919 Euro liege. Das Landessozialgericht verpflichtete das Jobcenter dazu, die gesamten Mietkosten zu übernehmen.

Die Begründung: Die neue Regelung für die Corona-Zeit sehe vor, dass für die Dauer von sechs Monaten keine Prüfung erfolgen solle, ob die Miete zu hoch sei. Das gelte nicht nur für seit langem bewohnte Wohnungen, sondern auch für eine gerade erst neu bezogene zu teure Wohnung. Auch stellte das Gericht fest, dass die Regelung angewendet werden müsse, obwohl weder die Hilfebedürftigkeit der Familie noch ihr Umzug von der Corona-Pandemie verursacht worden seien. Das sei ausdrücklich nicht erforderlich. Wegen der zeitlichen Beschränkung des Sozialschutzpakets werde die zu teure Miete allerdings nur vorübergehend bezahlt, im vorliegenden Fall für fünf Monate.

Diese Verschärfung der Corona-Regeln gilt bereits in Hamburg:

  • Private Feierlichkeiten: Feierlichkeiten im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis außerhalb des eigenen Wohnraums sind nur noch mit bis zu 25 Personen zulässig. Private Feierlichkeiten im eigenen Wohnraum sind mit höchstens 15 Personen erlaubt. Zusätzlich wird empfohlen, die körperlichen Kontakte auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren und geeignete Hygienemaßnahmen einzuhalten.
  • Sperrstunde in der Gastronomie und Alkoholverkaufsverbot: Der Betrieb von Gaststätten ist ab Sonnabend, den 17.Oktober 2020, für den Publikumsverkehr von 23 Uhr bis 5 Uhr des Folgetages untersagt. In diesem Zeitraum gilt zugleich ein allgemeines Verbot des Verkaufs und der Abgabe von alkoholischen Getränken. Die Polizei kann den Verkauf und die Abgabe alkoholischer Getränke an bestimmten Orten zu weiteren Zeiten untersagen, wenn es an diesen Orten oder in ihrer unmittelbaren Umgebung aufgrund von gemeinschaftlichem Alkoholkonsum im öffentlichen Raum zu Verstößen gegen diese Verordnung kommt.
  • Veranstaltungen: Veranstaltungen ohne feste Sitzplätze sind im Freien nur noch mit bis zu 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und in geschlossenen Räumen mit bis zu 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zulässig. Erfolgt während der Veranstaltung oder in den Pausen ein Alkoholausschank, reduziert sich die Anzahl der zulässigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils um die Hälfte. Für Veranstaltungen mit festen Sitzplätzen muss bereits ab 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein detailliertes Schutzkonzept erstellt werden, das die Anordnung der festen Sitzplätze, den Zugang und Abgang des Publikums, die Belüftung, die sanitären Einrichtungen sowie die allgemeinen hygienischen Vorkehrungen darlegt.
  • Maskenpflicht in der Oberstufe und den Berufsschulen: Neben der Änderung der Eindämmungsverordnung soll entsprechend einer Empfehlung des Bundesumweltamts nach den Herbstferien an allen Schulen alle 20 Minuten für wenige Minuten eine Stoß- und Querlüftung erfolgen, um die verbrauchte Raumluft auszutauschen. Darüber hinaus wird nach den Herbstferien bis auf weiteres in den Berufsbildenden Schulen sowie in den Oberstufen der allgemeinbindenden Schulen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch auf den Unterricht erweitert.

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Rabe: Weitere Einschränkungen an Hamburgs Schulen nicht ausgeschlossen

Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) schließt bei rasant steigenden Corona-Infektionszahlen weitere Einschränkungen an den Schulen der Hansestadt nicht aus. „Sollte sich das Infektionsgeschehen dramatisch verschlimmern, werden wir die Maskenpflicht an Schulen Schritt für Schritt und behutsam ausweiten“, sagte der SPD-Politiker am Wochenende. Dies werde dann zum Tragen kommen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz deutlich über den Wert von 50 steige.

Nach dem Ende der Herbstferien müssen in Hamburgs Schulen bereits von heute an Oberstufen- und Berufsschüler auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen, wie der Senat am Freitag beschlossen hatte. Zudem gilt für alle Schulen und Klassenräume ein strenges Lüftungskonzept, mit dem in den Klassenräumen regelmäßig für einen Luftaustausch gesorgt werden soll. Das bedeutet: Alle 20 Minuten muss für mindestens fünf Minuten gelüftet werden – auch bei niedrigen Temperaturen. Der Vorsitzende der SchülerInnenkammer Hamburg, Henry Behrens, geht davon aus, dass die Maßnahme in der Schülerschaft auf Verständnis stößt. Er empfahl, im Zweifel in Jacke und Schal am Unterricht teilzunehmen.

RKI rät zur Maskenpflicht ab Klasse 5

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte am 12. Oktober in seinem Maßnahmenkonzept bereits zur Maskenpflicht im Unterricht ab Klasse 5 geraten, wenn binnen sieben Tagen mehr als 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner auftreten. Steige die Inzidenz auf mehr als 50, sollten laut RKI-Empfehlung nicht nur alle Schüler an weiterführenden Schulen, sondern auch Grundschüler einen Mund-Nasen-Schutz beim Lernen tragen.

In Schleswig-Holstein müssen Schüler ab der fünften Klasse bereits von heute an – zunächst für zwei Wochen nach den Herbstferien – während des Unterrichts eine Maske tragen. In dem Bundesland gilt das gleiche Lüftungskonzept wie in Hamburg. Diese Regeln stoßen bei Lehrern, Eltern und Schülern auf große Zustimmung.

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88 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein registriert

In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der gemeldeten Corona-Infizierten um weitere 88 Fälle erhöht. Seit Beginn der Pandemie im Norden haben sich damit bislang 5714 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, wie die Landesregierung mit Stand Sonntagabend mitteilte. Nach Schätzung des Robert Koch-Instituts gelten rund 4900 von ihnen als genesen, 100 mehr als am Vortag. Am Sonnabend waren 26 Neuinfektionen gezählt worden.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein gestorben sind, blieb weiter bei 163. In Krankenhäusern werden den Angaben zufolge unverändert 24 Covid-19-Patienten behandelt.

Lesen Sie hier den Corona-Newsblog vom Wochenende, 17. und 18. Oktober