Corona-Krise

Hamburger Eventbranche trägt das Jahr 2020 zu Grabe

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Symbolisch beerdigten die Demonstranten vor dem Rathaus das Veranstaltungsjahr 2020.

Symbolisch beerdigten die Demonstranten vor dem Rathaus das Veranstaltungsjahr 2020.

Foto: Andreas Laible

Künstler, Kulturschaffende, Veranstalter und Gastronomen machten mit Trauerzug auf ihre Lage aufmerksam. Finanzsenator reagierte.

Hamburg. Mit einem Trauermarsch und einer symbolischen Beisetzung haben rund 500 Künstler, Kulturschaffende, Veranstalter und Gastronomen am Mittwochnachmittag in der Innenstadt symbolisch das Veranstaltungsjahr 2020 zu Grabe getragen. Mit düstereren Mienen und dunkler Kleidung zogen sie vom Hauptbahnhof zum Rathausmarkt.

Die Teilnehmer trugen Rosen und Blumenkränze mit sich, um sie am symbolischen Grab niederzulegen. Einige hatten sich schwarze Kreuze auf die Gesichter gemalt, andere trugen große rote Transparente mit Aufschriften wie: „Stoppt die Pleitewelle!“. Dem Trauerzug fuhr ein Leichenwagen voraus, der einen leeren Sarg geladen hatte. Die Studentinnen Katja Klein und Sophia Zeller waren zusammen mit ihrer Dozentin zur Demonstration gekommen. Sie studieren Tourismus und Event-Management und machen sich Sorgen um ihre berufliche Zukunft. „Ich habe mehrere Nebenjobs durch die Corona-Krise verloren, vorher habe ich bei vielen Konzerten und Events gearbeitet“, sagte Sophia Zeller.

"Viele Tausend Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel"

Auf dem Rathausmarkt forderten sie den Hamburger Senat zum Dialog auf, der bisher noch nicht möglich gewesen sei. „Uns geht es ausdrücklich nicht um eine Kritik an den Corona-Schutzmaßnahmen“, sagte Annika Burmeister, Sprecherin des deutschen Event-Verbandes in Hamburg. „Uns geht es darum, die Politik auf die Not der Eventbranche aufmerksam zu machen, die es sonst bald nicht mehr geben wird“.

Das Coronavirus in Deutschland und weltweit

„Wir sind die ersten, die die Arbeit einstellen mussten und werden voraussichtlich die letzten sein, die wieder annähernd unter normalen Bedingungen arbeiten dürfen", beschreibt Burmeister die Situation ihrer Branche. Viele Unternehmen stünden vor dem Aus und viele Tausend Arbeitsplätze auf dem Spiel. Vor allem die Solo-Selbständigen befänden sich in einer dramatischen Situation, da sie bei den Soforthilfen durch das Raster fallen würden und keine ausreichende finanzielle Unterstützung erhalten würden.

Betroffene benötigen dringend Planungssicherheit

„Wir fordern verbindliche Zusagen von der Politik, denn die vielen Betroffenen benötigen dringend Planungssicherheit“, sagte Burmeister. Konkret fordert der Branchenverband eine Ausweitung der Überbrückungshilfen, vor allem für die Solo-Selbständigen. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) zeigte sich im Namen des Senats solidarisch. „Wir wissen, dass diese Krise jetzt länger andauern wird und diese Branche besonders herausfordern wird“, sagte Dressel am Rande der Demo. Der Senator stellte weitere staatliche Hilfen in Aussicht.

( jes/hpdmg )

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