Katholische Kirche im Norden

Erzbischof bedauert beschönigende Broschüre zu Missbrauch

Stefan Heße ist heute als Hamburger Erzbischof in einer der höchsten Positionen der katholischen Kirche in Deutschland.

Stefan Heße ist heute als Hamburger Erzbischof in einer der höchsten Positionen der katholischen Kirche in Deutschland.

Foto: dpa

Hamburger Erzbischof räumt ein, dass die 2010 erschienen Broschüre ein misslungener Versuch war, mit Thema Missbrauch umzugehen.

Köln/Hamburg. Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße hat Fehler im Zusammenhang mit einer Informationsbroschüre zum Thema Missbrauch eingeräumt. Es geht dabei um eine Broschüre, die er 2012 als Generalvikar im Erzbistum Köln verantwortet hatte. "Spätestens als Generalvikar hätte ich besser die Broschüre überarbeiten lassen müssen", sagte Heße der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt". "Hier hätten wir im Sinne aller, besonders der Betroffenen, sensibler arbeiten müssen."

Die Broschüre war erstmals 2010 in Kölner Kirchen verteilt worden. Darin berichtete das Erzbistum von nur fünf des sexuellen Missbrauchs beschuldigten Priestern in seinem Verantwortungsbereich. Die 2018 veröffentlichte Missbrauchstudie der Deutschen Bischofskonferenz habe dagegen 87 Geistliche beschuldigt, berichtete "Christ & Welt".

Heße: Broschüre misslungener Versuch, mit Thema Missbrauch umzugehen

Die Broschüre sei ursprünglich im Auftrag des früheren Kardinals Joachim Meisner und des damaligen Generalvikars Dominikus Schwaderlapp erschienen. Heße sei 2010 noch Personalchef in Köln und in dieser Funktion mit Missbrauchsfällen betraut gewesen.

"Die Broschüre ist aus heutiger Sicht ein erster, aber misslungener Versuch, mit dem Thema Missbrauch umzugehen. Es ist sicher ein Versäumnis, dass nicht alle damals bekannten Fälle aufgeführt worden sind", sagte Heße "Christ & Welt". Heße ist heute als Hamburger Erzbischof in einer der höchsten Positionen der katholischen Kirche in Deutschland. Schwaderlapp ist im Erzbistum Köln zum Weihbischof aufgestiegen.

( dpa )