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"Liebig 34": Hamburger Polizei bei Einsatz in Berlin

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Beamte der Beweissicherung- und Festnahmeeinheit bei einem Einsatz.  (Archivbild)

Beamte der Beweissicherung- und Festnahmeeinheit bei einem Einsatz. (Archivbild)

Foto: Michael Arning

80 Polizisten der BFE unterstützen Kollegen bei Räumung eines besetzten Hauses in Berlin. Die Stadt gilt als Corona-Risikogebiet.

Hamburg/Berlin. Bei der Räumung des besetzten Gebäudes an der Berliner Liebigstraße, bei der harte Auseinandersetzungen mit militanten Linksextremisten erwartet worden waren, war auch eine Hundertschaft der Hamburger Bereitschaftspolizei eingesetzt. Bei den Beamten handelt es sich um knapp 80 Polizisten der Beweissicherung- und Festnahmeeinheit. Sie waren bereits am Donnerstag in Richtung Berlin aufgebrochen.

Im Vorfeld hatte es Diskussionen gegeben, weil Berlin im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie als Risikogebiet eingestuft ist. Es war befürchtet worden, dass die Beamten nach dem Einsatz in Quarantäne müssten. Das wäre ein Problem geworden, denn die Einheit verfügt über eine spezielle Ausbildung, eine besondere Ausrüstung und wird in Hamburg für Einsätze gegen Schwerkriminelle eingesetzt, beispielsweise bei Razzien. Dabei spielte auch eine Rolle, dass viele der Beamten in Schleswig-Holstein oder Niedersachsen wohnen, wo teilweise andere Regularien für Rückkehrer aus Risikogebieten gelten.

Hamburger Polizisten beseitigten in Berlin Barrikaden

Eine Prüfung ergab, dass die Beamten nach der Rückkehr aus dem Corona-Hotspot weiter normal arbeiten können, da sie sich keine 48 Stunden in Berlin aufhalten und zudem für „Geschäftsreisen“, unter die auch der Polizeieinsatz fällt, besondere Regeln gelten.

In Berlin waren die Hamburger Bereitschaftspolizisten zunächst für Aufgaben des Raumschutzes eingeteilt. Das bedeutet, dass sie nicht direkt an der Räumung des Gebäudes in der Liebigstraße beteiligt, sondern im Umfeld im Einsatz waren. Dabei kam es bis zum Nachmittag zu keinen besonderen Auseinandersetzungen mit der Hausbesetzerszene und deren Unterstützern. „Es mussten in einigen Fällen kleinere Barrikaden beseitigt werden“, sagte ein Beamter.

In Hamburg stellte sich die Polizei auf mögliche Solidaritätsaktionen der linksautonomen Szene ein. Hier wird das Potenzial der Teilnehmer an solchen Aktionen auf einige Hundert Extremisten geschätzt. Bis zum Nachmittag kursierten im Internet allerdings noch keine Aufrufe zu Aktionen oder Demonstrationen in Hamburg.

( zv )

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