Hamburg

Waitzstraße: "Vollpfosten" gegen Schaufenster-Unfälle

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Nächster Versuch: Bauarbeiten ab Ende Oktober. Vollstahlpoller sollen Fassaden und Geschäfte vor Einparkunfällen schützen.

Hamburg. Das Bezirksamt Altona beginnt Ende Oktober in der Waitzstraße mit Bauarbeiten, um gegen die schweren und spektakulären Einparkunfälle in den vergangenen Jahren vorzugehen. Die Idee: Poller sollen nun für mehr Verkehrssicherheit in der beliebten Einkaufsstraße sorgen.

Waitzstraße: Poller sollen vor Einparkunfällen schützen

"Ab dem 26. Oktober, starten die vorbereitenden Arbeiten, damit zwischen der 45. und 47. Kalenderwoche neue Vollstahlpoller in der Straße eingebaut werden können", sagt Mike Schlink, Sprecher des Bezirksamts Altona.

Ein Gutachten bescheinige den Einbauten, dass sie Fahrzeuge mit einer Aufprallgeschwindigkeit von 10 Kilometern pro Stunde und einem Gewicht von zwei Tonnen stoppen sollen, so Schlink. "Die Poller werden mit bereits ausgehärtetem Betonfundament geliefert, sodass die Parkstände direkt nach dem Einsetzen wieder freigegeben werden können."

Längspark-Regelung in der Waitzstraße durch Poller ersetzt

Die neue Maßnahme für die Verkehrssicherheit in der Waitzstraße koste rund 150.000 Euro und soll bis zum 18. November abgeschlossen sein. "Die aktuell noch geltende Längspark-Regelung wird dann wieder aufgehoben werden", sagt der Bezirksamtssprecher.

Die schräg zur Fahrbahn angeordneten Parkplätze wurden Anfang August zu Langsparkplätzen umgewandelt. Bauarbeiter stellten neue Schilder auf und brachten leuchtend gelbe Markierungen auf die Parkplätze auf. Doch am nächsten Tag stellten viele Menschen ihre Autos wie gewohnt schräg ab. Die neuen Markierungen hatten sie offenbar übersehen.

Bezirksamt Altona geht gegen "Schaufensterunfälle" vor

Als Grund für die neuen Maßnahmen nennt das Bezirksamt Altona "Schaufensterunfälle", bei denen die Autofahrer nicht in der entsprechenden Parklücke zum Halten kamen, sondern den Gehweg überfuhren und mit ihren Autos gegen die Gebäudefassade oder ein Schaufenster krachten. "Ursächlich hierfür ist die Kombination aus Schrägparkplätzen und dem Klientel der Fahrzeugführer", so Schlink.

Die mit viel Aufwand vor Ort bereits aufgestellten Poller, Bänke und Bügel hätten derartige Unfälle eigentlich verhindern sollen. Im vergangenen Frühjahr hatte es deshalb in der Altonaer Bezirksversammlung erheblichen politischen Streit gegeben. CDU und FDP warfen der bezirklichen Tiefbauabteilung vor, beim Umbau der Straße „geschlampt“ zu haben. Im Juli sicherte Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg den Geschäftsleuten und Grundeigentümern vor Ort dann überraschend die erneute „Nachrüstung“ der Flächen hinter den Parkplätzen zu.

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Bisher ist es zu insgesamt 23 Einparkunfällen in der Waitzstraße gekommen. Zuletzt war am 23. Juli eine 71 Jahre alte BMW-Fahrerin mittags in den Eingangsbereich des Friseursalons Marlies Möller gekracht. Verletzt wurde bei den Unfällen bisher niemand, es kam lediglich zu Sachschäden.

( lag/schmoo )

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