Hamburg

Coronavirus: Das kommt jetzt auf die Hamburger zu

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Schnelltest: Laborchef Mauricio Coderch in einem Entwicklungslabor der Medizintechnik- und Biotech-Firma Sanagroup

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Foto: Roland Magunia / Roland Magunia/Funke Foto Services

Wo die meisten positiven Schüler sich angesteckt haben – und was das bedeutet.

Hamburg. Die Sieben-Tage-Inzidenzen steigen in kritische Höhen. Zum ersten Mal wurde der Wert 30 überschritten. Bei 50 (tägliche Infektionen pro Hunderttausend Einwohner in einer Woche) müssen neue Maßnahmen vom Senat beschlossen werden. Muss vielleicht sogar das gerade erst eingeführte Zuschauer-Konzept von HSV und FC St. Pauli wieder zugunsten von Geisterspielen beiseitegeschoben werden?

Die Lage um das Coronavirus in Hamburg bleibt dynamisch. Schon bevor sich die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Beratungen über einheitliche Corona-Regeln für Deutschland trafen, hatte Hamburg schon drei wichtige Entscheidungen für die kommenden Monate getroffen. Nummer eins: Die Gastronomen der Stadt sollen bis Ende April Heizpilze nutzen dürfen, dann wird deren Einsatz in Hamburg endgültig verboten. Außerdem will Hamburg Restaurants maximal entgegenkommen, wenn es etwa um das Aufstellen von Zelten geht. Entscheidung Nummer zwei: Weihnachtsmärkte sollen, wenn passende Hygienekonzepte vorliegen, genehmigt werden.

Corona-Aerosole: 20 Minuten Lüft-Pflicht

In sich hat es aber vor allem Entscheidung Nummer drei, die Schulsenator Ties Rabe heute verkündete: Wegen Corona muss nach den Herbstferien in den Schulen alle 20 Minuten fünf Minuten lang gelüftet werden, der Unterricht wird dafür entsprechend unterbrochen. „Das ist die sicherste Methode gegen Aerosole in der Luft, die das Virus übertragen können“, sagte Rabe. Er kündigte auch an, dass es wegen der Pandemie bis Jahresende keine Klassenreisen geben werde.

Die meisten positiven Schüler infizierten sich außerhalb der Schule

Und er hatte jede Menge Zahlen zum Infektionsgeschehen an den Schulen mitgebracht – sehr kleine Zahlen: 335 Schüler und Lehrkräfte haben sich seit Beginn des Schuljahrs mit Corona infiziert, „viele Schüler haben die Krankheit gar nicht bemerkt“. Von 9500 Klassen mussten 106 vorsorglich und zeitlich begrenzt in Quarantäne. Keine einzige Hamburger Schule musste geschlossen werden. Sorgen macht Rabe das Verhalten der älteren Jahrgänge: „Sie gehen leider immer sorgloser mit den Verhaltensregeln um.“

Interaktive Karte zum Coronavirus in Deutschland und weltweit

Trotz Corona hat es heute Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr gegeben. Dadurch wurden U-Bahnen und Busse der Hochbahn ab Mittag besonders voll. Bei der Hochbahn wurde der Betrieb zunächst ganz eingestellt. Ab neun Uhr wurde der Verkehr der Linie U3 im Zehn-Minuten-Takt wieder aufgenommen, "um zumindest die innerstädtische Mobilität in Teilen zu gewährleisten", wie es von der Hochbahn hieß. Nach Fahrplan lief alles erst wieder so gegen 15 Uhr.

( HA/ryb )

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