Pandemie

Corona: Krisengipfel zur Not der Veranstaltungsbranche

Maik Klokow hofft auf eine Premiere im April.mehr-bb-entertainmentug

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Bürgermeister Peter Tschentscher warnt vor Münchner Verhältnissen. Hamburger Unternehmer fordern Lockerungen.

Hamburg.  Zu einem Krisengipfel hatte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher mit Finanzsenator Andreas Dressel und Kultursenator Carsten Brosda (alle SPD) Vertreter der Event- und Veranstaltungsbranche gestern in den Großen Festsaal des Rathauses geladen. Vor dem Gespräch warnte der Bürgermeister vor Münchener Verhältnissen: „Die Infektionszahlen steigen, und zwar dramatisch, nicht in Hamburg. In München aber ist die Neuinfektionsrate dramatisch. Wir müssen aufmerksam sein.“ Wenn Kontaktdaten zur Verfolgung von Infektionsketten nicht sorgfältig geführt werden, so Tschentscher, schade die Branche sich selbst.

Die Eventbranche hat unter den Einschränkungen besonders zu leiden. Nach einer Umfrage der Handelskammer hat ein Drittel der befragten Betriebe der Veranstaltungswirtschaft in diesem Jahr noch kein Geld verdient. 42,5 Prozent gaben an, bislang ein Viertel ihrer Vorjahreserlöse erwirtschaftet zu haben. Kaum besser sehe es bei den Erwartungen für das Gesamtjahr aus. Fast zwei Drittel rechneten mit höchstens 25 Prozent ihres Vorjahresumsatzes. „Es geht für viele Unternehmen um das wirtschaftliche Überleben“, so Handelskammer-Präses Norbert Aust.

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Unternehmen der Veranstaltungsbranche wollen weg von der Verbotskultur

Fast zwei Drittel der Befragten seien eher oder sehr unzufrieden mit der Corona-Verordnung zu Messen, Kongressen und Veranstaltungen. „Wir müssen von einer Verbotskultur zu einer Ermöglichungskultur kommen“, sagte Aust. Das sieht Jens Stacklies (Fischauktionshalle, Gröninger Privatbrauerei) genauso: „Wir sind eine kreative Branche mit Lösungen und können jederzeit umdenken.“ Bei ihm und den anderen Gesprächsteilnehmern kam das Treffen im Rathaus gut an.

„Wir in der Veranstaltungsbranche werden zu Unrecht stigmatisiert. Wir kennen unsere Kunden und können sehr gut mit den notwendigen Maßnahmen umgehen. Das haben wir zuletzt auf dem Reeperbahn Festival gezeigt“, sagt Alexander Schulz von der Reeperbahn Festival GmbH. Maik Klokow, Produzent und Geschäftsführer von „Harry Potter und das verwunschene Kind“ hofft, dass es bis zur Premiere des Musicals im April finanzielle Hilfen für die Betriebe gebe. Frank Thomsen (Cinemaxx) fordert, den Mindestabstand von 1,50 Metern auf einen Meter zu verringern. Dann wären im Kino zwischen den Zuschauern statt zwei Sitze nur einer frei.