Hamburg

UKE-Studie: Singles haben weniger Sex als fest liierte Paare

Das UKE veröffentlichte am Mittwoch die Ergebnisse einer neuen Studie zum Sexualleben der Deutschen (Symbolbild).

Das UKE veröffentlichte am Mittwoch die Ergebnisse einer neuen Studie zum Sexualleben der Deutschen (Symbolbild).

Foto: dpa

Befragung von 5000 Personen zu Sexualleben und sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten. Das sind die Ergebnisse.

Hamburg. Singles haben laut einer neuen Studie weniger Sex als fest liierte Paare. Das ist zumindest das Ergebnis einer groß angelegten Studie zur Gesundheit und Sexualität der Deutschen, die Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) am Mittwoch in Hamburg vorgestellt haben.

UKE stellt Studie zu Gesundheit und Sexualität vor

Menschen, die nicht in einer festen Partnerschaft leben, gaben deutlich häufiger an, in den vergangenen vier Wochen keinen Sex gehabt zu haben (77 Prozent). Im Gegensatz dazu gaben nur 20 Prozent der fest Liierten an, in den vergangenen vier Wochen keinen Sex gehabt zu haben.

"Die meisten Deutschen sind in ihren partnerschaftlichen und sexuellen Beziehungen zufrieden", sagte Prof. Peer Briken, Direktor des Instituts für Sexualforschung des UKE. Sie haben zwischen vier und fünf Mal im Monat Geschlechtsverkehr.

Häufigste Sex-Praktiken: Vaginaler Geschlechtsverkehr und Oralverkehr

Frauen und Männer zwischen 18 und 35 Jahren haben laut der Studie etwa fünf Mal pro Monat Sex, die 36- bis 55-Jährigen etwa vier Mal im Monat. Die deutlich am häufigsten genannten heterosexuellen Praktiken sind der vaginale Geschlechtsverkehr und der Oralverkehr.

Die Studie ergab außerdem: Viele Menschen sprechen nicht offen mit Partner oder Arzt über sexuell übertragbare Infektionskrankheiten. Die Ergebnisse der Studie belegen einen nach wie vor hohen Bekanntheitsgrad von HIV/AIDS in der Gesamtbevölkerung, so Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Sie zeige jedoch auch, "dass der Informationsbedarf zu anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) in der Bevölkerung hoch ist."

HIV ist bekannteste sexuell übertragbare Infektion

HIV ist der Studie nach die bekannteste sexuell übertragbare Infektion. Auf die offene Frage, welche Infektionen bekannt sind, nannten die befragten Studienteilnehmer folgende Krankheiten:

  • HIV/AIDS (71,1 Prozent)
  • Gonorrhö/Tripper (38,6 Prozent)
  • Syphilis (31,9 Prozent)
  • Chlamydien (11,7 Prozent)
  • Genitalwarzen (4,4 Prozent)
  • Trichomoniasis (0,4 Prozent)

Abfragen zum Wissensstand bezogen auf sexuell übertragbare Infektionen (STI) zeigen, dass HIV/AIDS die bekannteste STI ist. Auf die offene, ungestützte Frage, welche STI bekannt ist, nennen 71,1 Prozent der Befragten HIV/AIDS an erster Stelle, gefolgt von Gonorrhö/Tripper (38,6 Prozent) und Syphilis (31,9 Prozent). Andere STI wie Chlamydien, Genitalwarzen und Trichomoniasis werden wesentlich seltener benannt (11,7 Prozent/4,4 Prozent/0,4 Prozent).

5000 Menschen für UKE-Studie befragt

Zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut Kantar und mit Unterstützung der BZgA haben die Forscher zwischen Oktober 2018 und September 2019 knapp 5000 Menschen im Alter von 18 bis 75 Jahren zu sexualbezogenen Themen wie Liebe und Partnerschaft, sexuelle Lust und sexuell übertragbare Infektionen befragt.