Für den guten Zweck

Hamburger Feuerwehrmann läuft für todkranke Kinder 363 km

Der Hamburger Feuerwehrmann Mario Schnepf will von Hamburg aus knapp 400 Kilometer nach Thüringen marschieren – für todkranke Kinder.

Der Hamburger Feuerwehrmann Mario Schnepf will von Hamburg aus knapp 400 Kilometer nach Thüringen marschieren – für todkranke Kinder.

Foto: Timo Heine

Mario Schnepf will in fünf Tagen von Hamburg nach Sömmerda in Thüringen marschieren – und das unter erschwerten Bedingungen.

Hamburg. Es wird seine größte persönlichen Herausforderung: Der Hamburger Feuerwehrmann Mario Schnepf ist am Montag um 9 Uhr zu einer ganz besonderen Wanderung aufgebrochen – in nur fünf Tagen will der 34-Jährige von Hamburg aus 363 Kilometer nach Sömmerda in Thüringen marschieren. Diese Strapazen nimmt er für den guten Zweck auf sich. Denn Schnepf läuft für todkranke Kinder.

"Ich werde am Alten Elbtunnel starten und dann knapp 400 Kilometer nach Sömmerda in Thüringen laufen, wo am 26. September der Run4Kids Benefizlauf, ein Hindernislauf deren Veranstalter sich die Hilfe für todkranke Kinder auf die Fahne geschrieben haben, stattfinden wird", sagt der Hamburger Feuerwehrmann. "Diesen werde ich, insofern ich das dann noch kann, auch noch mitlaufen.“ Bei einem Tagespensum von mehr als 70 Kilometern rechnet Schnepf mit einer täglichen Laufzeit von 14 bis 16 Stunden.

Hamburger Feuerwehrmann läuft nach Thüringen – mit 25 Kilo Zusatzgewicht

Das Ziel ist übrigens Sömmerda, weil Schnepf an seiner vorigen Arbeitsstelle in Baden-Württemberg eine Partnerschaft mit der dortigen Feuerwehr unterhielt und nach dem Wechsel nach Hamburg den Kontakt weiterführte. Zudem ist Sömmerda Schauplatz des „Run4Kids“, des Benefizlaufs zugunsten des Kinderhospiz Mitteldeutschland.

Seinen Extrem-Marsch hat Schnepf direkt nach seinem Dienst in der Feuer- und Rettungswache Osdorf angetreten. Und er läuft unter erschwerten Bedingungen. Denn bei seiner Challenge trägt er die typisch feuerfeste Kleidung eines Feuerwehrmannes, inklusive Schutzhelm und Einsatzstiefel. Das bedeutet: rund 25 Kilo Zusatzgewicht am Körper.

„Als Berufsfeuerwehrmann habe ich fast täglich mit schicksalhaften Situationen zu tun", so Schnepf. "Ich möchte mit dieser persönlichen Herausforderung dazu beitragen, auf das Schicksal der über 50.000 Familien aufmerksam zu machen, deren Kind oder auch Kinder von einer lebensverkürzenden Krankheit betroffen sind." Diese Familien bräuchten dringend Entlastung und Begleitung in dem oftmals kräftezehrenden jahrelangen Pflegeprozess rund um ihr geliebtes Kind.

Hamburger Feuerwehrmann ist selbst Vater einer elfjährigen Tochter

Die Deutsche Kinderhospiz- und Familienstiftung setzt sich für diese Betroffenen ein. "Diesen Auftrag möchte ich von Herzen gern unterstützen“, so der 34-Jährige. In den vergangenen Wochen gelang es Schnepf viele Unterstützer zu gewinnen, die seinen Einsatz für die gute Sache mit einer Zuwendung an die gemeinnützige Stiftung honorieren werden.

Schnepf, selbst Vater einer elfjährigen Tochter, hat für seinen Marsch absichtlich nicht besonders trainiert. „Meine spartanische Vorbereitung soll symbolisieren, dass sich die betroffenen Eltern von lebensverkürzt erkrankten Kindern auch nicht auf eine solche Lebenssituation einstellen können“, sagt er. „Über 6500 Familien erhalten pro Jahr in Deutschland die Diagnose, das ihr geliebtes Kind oftmals das Erwachsenenalter nicht erreichen wird. Gewissermaßen für alle eine Reise ins Ungewisse.“