Öffentlicher Dienst

Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst: Warnstreiks in Hamburg

Verdi hat angekündigt, dass es ab Dienstag bundesweit zu Warnstreiks mit „regionalem Bezug“ kommen wird. In Hamburg wurde nun bekannt, dass es Streiks bei der Stadtreinigung geben wird (Archivbild).

Verdi hat angekündigt, dass es ab Dienstag bundesweit zu Warnstreiks mit „regionalem Bezug“ kommen wird. In Hamburg wurde nun bekannt, dass es Streiks bei der Stadtreinigung geben wird (Archivbild).

Foto: Andreas Laible

Es geht bei den Tarifverhandlungen von Verdi um Kitas, UKE und die Asklepios Kliniken, auch um die HPA. Kundgebung am Donnerstag.

Hamburg. Mit Warnstreiks bei der Stadtreinigung will Verdi auch in Hamburg den Druck bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst erhöhen. Am Freitag seien die Beschäftigten aufgerufen, dort ganztägig die Arbeit ruhen zu lassen, sagte die stellvertretende Landesbezirksleiterin der Gewerkschaft, Sieglinde Frieß, am Donnerstagmorgen bei einer Kundgebung auf dem Jungfernstieg. Auch die Beschäftigten der Hamburg Port Authority sollen sich beteiligen.

Hamburg: Verdi ruft zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf

Auch die Beschäftigten der Hamburg Port Authority sollen sich demnach beteiligen. In der Hansestadt sind rund 45.000 Beschäftige von den Tarifverhandlungen betroffen, neben denen bei Stadtreinigung und HPA unter anderem auch in Krankenhäusern und Kitas. Verdi fordert 4,8 Prozent mehr Lohn oder mindestens 150 Euro mehr pro Monat.

Warnstreiks in Hamburg – 4,8 Prozent höhere Löhne gefordert

Der Anlass für die bundesweiten Aktionen ist Verdi zufolge, dass Vereinbarungen zur Vergütung zum 31. August ausgelaufen seien. Seitdem gab es schon zwei Verhandlungsrunden – ohne Ergebnis. „Die öffentlichen Arbeitgeber haben sich zwei Runden lang eingemauert“, sagte Verdi-Chef Frank Werneke am Sonntag in Potsdam. Von Respekt und Anerkennung gegenüber den Beschäftigten sei nichts zu spüren gewesen. „Damit sind Warnstreiks unvermeidlich.“

Verdi und der Deutsche Beamtenbund fordern 4,8 Prozent höhere Löhne, monatlich jedoch mindestens 150 Euro mehr Geld und mindestens 100 Euro zusätzlich pro Monat für Azubis – bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die kommunalen Arbeitgeber wollen eine längere Laufzeit und verweisen auf finanzielle Belastungen durch die Corona-Krise.

Kitas, UKE, Asklepios-Kliniken und Stadtreinigung im Fokus

In Hamburg geht es nach Angaben von Sieglinde Frieß vor allem um die Stadtreinigung, um die Hamburg Port Authority (HPA), die für das Hafenmanagement zuständig ist, sowie um städtische Kitas, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und die Kliniken des Asklepios-Konzerns. Für die Unternehmen sitzt der Arbeitgeberverband AVH am Verhandlungstisch.

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Direkt verhandelt wird für 2,3 Millionen Tarifbeschäftigte von Bund und Kommunen. Auf mehr als 200.000 Beamte soll das Ergebnis nach Ansicht der Gewerkschaften übertragen werden. Die dritte Verhandlungsrunde soll am 22. und am 23. Oktober stattfinden.