Hamburg

HafenCity: Salat aus dem eigenen Dachgarten

Das „we-house“ im Baakenhafen, hier der Entwurf von Eble Messerschmidt Partner Architekten, wird aus Holz gebaut. Auf dem Dach ist ein Gewächshaus geplant. Die Fassade soll begrünt werden.

Das „we-house“ im Baakenhafen, hier der Entwurf von Eble Messerschmidt Partner Architekten, wird aus Holz gebaut. Auf dem Dach ist ein Gewächshaus geplant. Die Fassade soll begrünt werden.

Foto: Moka Studio

Baakenhafen: Spektakuläre nachhaltige Neubauten mit insgesamt 100 Wohnungen – ab 5000 Euro pro Quadratmeter.

Hamburg. Drei Tonnen Salat und Gemüse pro Jahr sollen aus eigenem Anbau in einem Dachgewächshaus hoch über der HafenCity gewonnen und im hauseigenen Restaurant verarbeitet werden. Nicht nur das ist spektakulär, sondern auch das Gebäudekonzept und das Wohnmodell von „we-house“, das von der Archy Nova Projektentwicklung geplant wird. Auf einem Baufeld im Quartier Baakenhafen in der HafenCity soll das Haus in Holzbauweise mit Fassadenbegrünung, einer Fotovoltaikanlage, 46 Wohnungen und einer Vielzahl von Gemeinschaftsflächen entstehen.

Dieses Projekt und die benachbarten Bauvorhaben Belle Harbour und Sportlerhaus sind am Donnerstag von der HafenCity Hamburg GmbH vorgestellt worden. Zugleich wurden die Sieger des Architektenwettbewerbs präsentiert, an dem sich 17 Büros beteiligt hatten. Den Zuschlag für das „we-house“ erhielt Eble Messerschmidt Partner Architekten aus Tübingen.

HafenCity: Die Gemeinschaft steht im Vordergrund

Insgesamt entstehen auf den drei Grundstücken rund 100 Miet- und Eigentumswohnungen. Aber es sind keine gewöhnlichen Projekte, bei denen es in erster Linie um Gewinnmaximierung geht, sondern um die Gemeinschaft: „Diese drei neuen Bauvorhaben verfolgen nicht nur hoch anspruchsvolle Nachhaltigkeitskonzepte. Mit ihren inklusiven Wohnmodellen, einer Vielfalt an gemeinschaftlich genutzten Flächen und Angeboten für das ganze Quartier, leisten sie auch einen besonders wertvollen Beitrag zu einem solidarischen Charakter des städtischen Lebens“, sagte HafenCity- Hamburg-Chef Jürgen Bruns-Berentelg.

Von „Häusern mit einem eigenen Charakter“, sprach Oberbaudirektor Franz-Josef Höing und sagte, „diese Vielfalt tut der HafenCity gut und bietet die Voraussetzungen für die gewünschte städtische Lebendigkeit.“

Ein Sportlerhaus mit eigenem Vereinsheim

Der Name bei der Baugemeinschaft Sportlerhaus, das der Hamburger Projektentwickler Conplan umsetzt, ist Programm: Der Gemeinschaftsbereich im Erdgeschoss soll auch als Vereinsheim für den Sportverein Baakenhafen genutzt werden, der sich in Gründung befindet. „Die Baugruppe freut sich darauf, über den neuen Sportverein einen aktiven Beitrag zur Quartiersentwicklung für Jung und Alt zu leisten. Wir arbeiten zur Zeit daran, was wir dort für sportliche Aktivitäten anbieten werden“, sagte Jim Ulrici, Gesellschafter von Conplan.

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Die Initiatoren der Baugemeinschaft kennen sich aus der Handballsparte des FC St. Pauli, „aber wir haben auch noch Wohneinheiten für weitere Interessenten frei, die sich der Baugemeinschaft anschließen wollen“, sagte Jim Ulrici.

38 „preisgedämpfte“ Eigentumswohnungen für rund 5000 Euro pro Quadratmeter sind in dem Haus geplant. Zudem sind Flächen für ein Café, Ateliers und Co-Working-Bereiche für die Bewohner vorgesehen. „Wir fühlen uns stark dem energieeffizienten und nachhaltigen Bauen verpflichtet“, sagt Ulrici.

Fotovoltaikanlage auf dem Dach

Auch bei diesem Projekt soll es auf dem Dach eine Fotovoltaikanlage geben, „die auch den Strom für die beiden gemeinschaftlich genutzten E-Lastenräder liefert“, sagt Ulrici. Bei dem Wettbewerb hat sich die Jury für den Gebäudeentwurf von Spine Architects aus Hamburg entschieden.

Das Büro Winking Froh Architekten aus Berlin hat den Zuschlag für das Gebäude der Baugemeinschaft Belle Harbour Hamburg erhalten. „Mit dem Siegerentwurf gelingt es dem kleinsten Baufeld im Wettbewerb als Punkthaus mit Lochfassade das Flair der HafenCity aufzunehmen und sich inmitten der Nachbargebäude turmförmig und elegant nach oben zu entwickeln“, sagte Belle-Harbour-Gründerin und Projektleiterin Stephanie Gamm.

Es werde ein Wohngebäude entstehen, das „höchsten Nutzerkomfort mit ressourcenschonender Bauqualität“ verbinde. Dort sind 16 Eigentumswohnungen für „unterschiedliche Lebensentwürfe geplant.

Baustart ist Ende 2021 geplant

In diesem Haus sollen Menschen mit und ohne Sehbehinderung zusammenleben und füreinander da sein“, sagte Gamm. Für die jungen Bewohner im Quartier soll im Belle Harbour zum Beispiel eine Kinderbibliothek angeboten werden. Auch bei dieser Baugemeinschaft sind noch Plätze frei.

Allerdings müssen sich die Hamburger noch ein wenig gedulden, bis diese drei innovativen Projekte umgesetzt werden. Der Baustart ist Ende 2021 geplant und die Fertigstellung Ende 2023.

Die drei Architekturentwürfe werden vom 18. September bis zum 4. Oktober im Kesselhaus (Am Sandtorkai 30) in der HafenCity gezeigt. Die Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr.