Polizei

Waffenfund in Hamburg bei Linksextremisten

Die linksextreme Gruppierung "Rote Aufbau" demonstriert auf der Hamburger Reeperbahn. (Archivbild)

Die linksextreme Gruppierung "Rote Aufbau" demonstriert auf der Hamburger Reeperbahn. (Archivbild)

Foto: André Zand-Vakili

Beamte fördern bei einer Razzia beim Roten Aufbau Zwillen und Waffen zutage. Gegen 22 Mitglieder ermittelt der Staatsschutz.

Hamburg.  Stich-, Schlag- und Schreckschusswaffen, Pyrotechnik, Zwillen und Benzinkanister. Es war ein kleines Waffenarsenal, das die eingesetzten Beamten Ende August bei einer Razzia in den Wohnungen von Mitgliedern der linksextremistischen Gruppierung „Roter Aufbau“ und einer Gartenparzelle in Eimsbüttel sicherstellten. Außerdem wurden das Info- und Kulturzentrum „Lüttjes Lüüd“ auf der Veddel durchsucht, den Mitglieder der Gruppierung als Treffpunkt genutzt haben sollen. Das geht aus der Antwort des Senates auf eine Kleine Anfrage des Bürgerschaftsabgeordneten Dennis Gladiator (CDU) hervor. Gegen 22 Mitglieder der Gruppe, 21 Männer und eine Frau, ermittelt der Staatsschutz unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung.

Nach Informationen des Abendblattes waren unter den sichergestellten Waffen auch zwei Macheten und ein verbotener Schlagring sowie Softairpistolen. Außerdem, so geht aus der Senatsantwort hervor, wurde eine größere Menge Handys, Laptops und Festplatten, dazu Sprühdosen, Farbeimer, Maskierungsmaterial, Flaggen und Flyer sowie eine kleinere Menge Drogen gefunden.

Betrug, Beleidigung, Sachbeschädigung

Auskunft gab der Senat auch über die Verurteilungen einzelner, nicht namentlich genannter Beschuldigter wegen verschiedener Straftaten, die bereits im Bundeszentralregister eingetragen sind. Danach sind vier der 22 Beschuldigten wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, vorsätzlicher Körperverletzung, Betrug, Beleidigung, Sachbeschädigung oder Verstoßes gegen das Vermummungsverbot in insgesamt neun Verfahren verurteilt worden. In acht Fällen blieb es bei Geldstrafen. In einem Fall wurde der Täter wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. „Die Antwort zeigt, dass wir es hier mit einer radikalisierten, hoch gefährlichen Gruppierung zu tun haben“, sagt Gladiator. „Jedem Zweifler, der es nicht besseren Wissens leugnen will, müsste spätestens jetzt klar sein, dass wir es hier mit einer hoch gefährlichen linksextremistischen Gruppe zu tun haben, die die Sicherheitsbehörden fest im Blick behalten müssen.“

Aktuell wird gegen Beschuldigte auch wegen „öffentlicher Aufforderung zu Straftaten“, „Landfriedensbruch“, „Billigung von Straftaten“, „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“ und „Brandstiftung“ ermittelt. Bei der Brandstiftung geht es um den Brandanschlag Ende Juni 2016 auf das Doppel-Carport des damaligen Leiters der „Task Force Drogen“ der Hamburger Polizei. Im Vorfeld der Razzia hatten Ermittler Hinweise darauf gefunden, dass die Gruppierung den Polizeibeamten im Visier hatte.