Nun beschlossen

Wegen Corona: Hamburg will bei bis zu 100 Firmen einsteigen

Laut Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) sei ein Einstieg der Stadt durch den neuen Fonds bei 50 bis 100 Firmen realistisch (Archivbild).

Laut Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) sei ein Einstieg der Stadt durch den neuen Fonds bei 50 bis 100 Firmen realistisch (Archivbild).

Foto: Roland Magunia/Funke Foto Services

Mit dem „Hamburger Stabilisierungs-Fonds“ startet das größte eigene städtische Förderinstrument in der Krise.

Hamburg. Der angekündigte „Hamburger Stabilisierungs-Fonds“ (HSF), der es der Stadt erlaubt, sich an Unternehmen zu beteiligen, die coronabedingt in Not geraten sind, soll noch im Herbst an den Start gehen. Am Dienstag hat der rot-grüne Senat den dazugehörigen Gesetzentwurf beschlossen.

Corona-Krise: Hamburger Stabilisierungs-Fonds als neues Förderinstrument

Bis zu einer Milliarde Euro stehen zur Verfügung – damit ist der Fonds nach Senatsangaben das größte eigene Hamburger Förderinstrument in der Corona-Krise. 800 Millionen davon könnten in stille Beteiligungen an Unternehmen fließen (Mindestvolumen pro Fall: 800.000 Euro), weitere 200 Millionen an Bürgschaften und Garantien.

Das Angebot richtet sich an mittelständische Firmen mit mehr als 50 und höchstens 249 Beschäftigten, einer Bilanzsumme von zehn bis 43 Millionen Euro und Umsatzerlösen von zehn bis 50 Millionen Euro – zwei dieser Kriterien müssen erfüllt sein.

Weitere Bedingungen: Die Firmen müssen vor der Pandemie gesund gewesen sein, eine positive Perspektive für die Zeit danach haben und ihre Schieflage muss nachweislich auf Corona zurückzuführen sein.

1000 Hamburger Unternehmen kämen für Unterstützung in Frage

Theoretisch kämen in Hamburg rund 1000 Unternehmen für so eine Unterstützung in Frage, sagte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos). Realistisch sei aber eher ein Einstieg der Stadt bei 50 bis 100 Firmen.

„Mit diesem Fonds wollen wir mittelgroße Unternehmen stabilisieren, bei denen andere Hilfen nicht mehr greifen. Durch stille Beteiligungen sollen sie wieder Fremdkapital einwerben können“, sagte Westhagemann und betonte: „Wer die Hilfe in Anspruch nimmt, kann sich sicher sein, dass es keine unternehmerische Einflussnahme geben wird.“

Dressel: "So eine Hilfe ist nicht umsonst"

Ob die Stadt eine Gewinnbeteiligung fordern werde, sei noch offen, sagte Finanzsenator Andreas Dressel (SPD). Klar sei aber: „So eine Hilfe ist nicht umsonst.“ Er gehe davon aus, dass manche Beteiligung abgeschrieben werden müssen, andere der Stadt aber auch finanziell etwas einbringen. Grundsätzlich gehe es aber darum, „mit ganzer Kraft für Unternehmen und Arbeitsplätze“ zu kämpfen.

CDU-Wirtschaftsexperte Götz Wiese begrüßte, dass der Senat einige seiner Anregungen aufgenommen habe: „Der HSF kann ein zielgerichtetes Instrument sein, er muss aber dem Kompass der Sozialen Marktwirtschaft folgen.“ Viele wichtige Fragen seien noch offen, etwa wie die personelle Ausstattung des Fonds sein und wie die Exit-Strategie aussehen wird.