Hamburg

Höherer Krankenstand im März – aber nicht wegen Corona

Mehr Krankschreibungen, aber kaum die Diagnose COVID-19.

Mehr Krankschreibungen, aber kaum die Diagnose COVID-19.

Foto: Christin Klose/picture alliance

Zahl der Krankschreibungen schnellte zu Beginn der Krise in Hamburg in die Höhe. Doch kaum jemand bekam die Diagnose Covid-19.

Hamburg. Zu Beginn der Corona-Pandemie ist die Zahl der Krankschreibungen nach Angaben der Techniker Krankenkasse in Hamburg deutlich gestiegen. „Mit einem Krankenstand von 6,5 Prozent unter den bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherten Erwerbspersonen sorgte die Pandemie-Situation für einen außergewöhnlichen Höchststand“, teilte die Versicherung am Montag mit. Im Vorjahresmonat hatte der Krankenstand 4,42 Prozent betragen, im März 2018 waren es 4,78 Prozent gewesen.

Kaum jemand hatte Covid-19

Allerdings blieb im vergangenen März kaum ein Arbeitnehmer wegen Covid-19 zu Hause. Bei lediglich 0,06 Prozent der TK-versicherten Erwerbstätigen in Hamburg sei Mitte März eine Covid-19-Diagnose die Ursache für eine Krankschreibung gewesen, hieß es.

Im April sei der Krankenstand wieder merklich gesunken und habe sich mit 3,5 Prozent sogar unter Vorjahresniveau (3,73 Prozent) eingependelt. Auch die Zahlen für Mai und Juni bestätigten diesen Trend, hieß es. Ende Juni seien nur noch 3,48 Prozent der TK-versicherten Erwerbstätigen in Hamburg krankgeschrieben gewesen. Zu dem Zeitpunkt habe es keine Krankmeldung aufgrund von Covid-19 mehr gegeben.

Krank bei Erkältung

Warum so viele Arbeitnehmer im März zu Hause blieben, hat die TK noch nicht ermittelt. Eine Sprecherin vermutete jedoch, dass sich mehr Erwerbstätige als sonst wegen leichterer Erkältungssymptome krank meldeten. Anfang März hatten sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung darauf geeinigt, dass sich Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Arzt bis zu sieben Tage krankschreiben lassen konnten. Diese Regelung galt bis Ende Mai.

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Die TK ist nach eigenen Angaben mit gut 475 000 Versicherten die größte Krankenkasse in Hamburg. Die Auswertung beruht auf Daten von rund 245 000 Erwerbstätigen.

Kürzlich hatte auch die DAK-Gesundheit von einem nur leichten Anstieg des Krankenstandes in Hamburg berichtet. Vor allem im Lockdown-Monat März habe es mit 4,8 Prozent einen erhöhten Wert gegeben, auch im Vergleich zum Vorjahr (4,5 Prozent), hieß es Ende August in einer Mitteilung.