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Helgoland: Erster Coronafall auf Deutschlands Hochseeinsel

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Die "Lange Anna", das Wahrzeichen von Helgoland.

Die "Lange Anna", das Wahrzeichen von Helgoland.

Foto: Michael Rauhe / HA

Der Überblick: Neue Regeln für Reiserückkehrer an Hamburgs Schulen. Außengastronomie im Winter kostenfrei? Mehr Covid-19-Patienten.

Hamburg. Die Herbstferien an den Schulen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen rücken näher und damit auch die Sorge vor einem erneuten Anstieg der Corona-Neuinfektionen. Für aus Risikogebieten rückkehrende Schülerinnen und Schüler hat die Schulbehörde der Hansestadt daher neue Quarantäne-Regeln vorgelegt. Derweil wird das neue Testzentrum am Hamburger Hauptbahnhof nur verhalten besucht.

Die aktuellen Entwicklungen zur Covid-19-Pandemie im Norden lesen Sie in unserem täglichen Corona-Newsblog.

Am Freitag hat Hamburg 65 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet. In Schleswig-Holstein waren es zehn neue Fälle.

Lesen Sie hier alle Nachrichten zu Corona am Freitag, 11. September:

Das Coronavirus in Deutschland und weltweit:

Helgoland: Erster Coronafall auf Deutschlands Hochseeinsel

Nun hat es auch Pinnebergs Außenposten in der Nordsee erwischt: Wie das Gesundheitsamt des Kreises am Freitagnachmittag mitteilte, wurde auf der Hochseeinsel der erste Coronafall seit Pandemiebeginn nachgewiesen. „Es gibt einen bestätigten Fall einer an Covid-19 erkrankten Person auf Helgoland“, so die Kreisverwaltung. „Es handelt sich hierbei um einen gut eingrenzbaren Fall. Die Person ist nicht symptomatisch und auf der Insel isoliert.“ Das Gesundheitsamt befinde sich in enger Abstimmung mit der Gemeinde Helgoland. Die direkten Kontaktpersonen seien in Quarantäne. Es gebe keinen Anlass für weitere Maßnahmen, so die Kreisverwaltung.

Erst Anfang des Monats hatte der Kreis die strengen Corona-Regeln für Helgoland bis mindestens zum 4. Oktober verlängert: Wer sich innerhalb der 14 Tage vor dem geplanten Besuch in einem Risikogebiet aufgehalten hat, darf die Insel nicht betreten.

Zudem wurden im Kreis Pinneberg am Freitag vier weitere Infektionen bestätigt. Seit März sind damit mindestens 775 Menschen mit dem Virus in Berührung gekommen. Die Zahl der Krankenhauspatienten reduzierte sich auf zwei. Die Zahl der Neuerkrankungen in den vergangenen sieben Tagen: 22.

Niedersachsen erhöht Corona-Hilfe für Luftfahrtindustrie

Das Land Niedersachsen erhöht die Finanzhilfen für die Luftfahrtindustrie. Mit dem Sonderprogramm Luftfahrtindustrie stehen 20 Millionen Euro bis 2022 für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben sowie integrierte Technologieprojekte bereit, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Damit verdoppele das Land die für die rund 260 niedersächsischen Luftfahrtunternehmen bereits geplanten Fördermittel auf insgesamt 40 Millionen Euro.

Gilt die Strandampel 2021 überall in Schleswig-Holstein?

Die Tourismusagentur Schleswig-Holstein hofft auf einen kleinen Schub für die stark unter der Corona-Pandemie leidende Branche angesichts des für den Wochenanfang erwarteten Sommerwetters. „Erfahrungsgemäß fördert gutes Wetter das Ausflugsaufkommen, daher können wir uns sicherlich mit Blick auf den angekündigten schönen Spätsommer auf viele Besucher an diesem Wochenende beziehungsweise in den kommenden Tagen einstellen“, sagte Geschäftsführerin Bettina Bunge.

Das gelte auch für Tagestouristen an den Wochentagen. Schönes Wetter erleichtere es den Menschen, auch bei Freizeit- und Urlaubsaktivitäten Abstand zu halten und sich im Freien zu bewegen.

Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) hält eine landesweite Strandampel zur Steuerung des Gästeandrangs im kommenden Jahr für denkbar. „Für das kommende Jahr werden wir über weitere digitale Autobahnschilder ebenso nachdenken müssen wie über eine landesweite Strandampel“, teilte Buchholz am Donnerstagabend nach einem Treffen mit Tourismus-Vertretern mit.

Schleswig-Holstein entwickelte dieses Jahr zur Unterbindung größerer Menschenansammlungen eine Online-Strandampel, die an einzelnen Orten eingesetzt war. Wenn die Strandampel online rotes Licht anzeigte, war der Strandabschnitt voll. Das Konzept der elektronischen Besucherlenkung habe sich bewährt, sagte die Geschäftsführerin des Ostsee-Holstein-Tourismus e.V., Katja Lauritzen.

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Niedersachsen verlängert Corona-Beschränkungen

Die Landesregierung in Niedersachsen verlängert die bestehenden Corona-Beschränkungen unter Verweis auf ein weiterhin dynamisches Infektionsgeschehen wie angekündigt bis Ende September. In der neuen Übergangsverordnung, die am Sonnabend in Kraft tritt, gibt es aber eine Lockerung beim Verbot von Messen, Kongressen und gewerblichen Ausstellungen.

Solche Veranstaltungen können die Behörden nun zulassen, wenn die Veranstalter ein überzeugendes Hygienekonzept vorlegen. Dazu gehören eine beschränkte Teilnehmerzahl und das Vermeiden von Warteschlangen.

Außerdem wird die Prostitution in Bordellen und Lovemobilen wie bereits angekündigt unter Auflagen wieder erlaubt. Dazu gehört, dass Kunden sich vorher anmelden müssen und ihre Kontaktdaten überprüft und erfasst werden. Alle Beteiligten müssen außerdem Masken tragen und es gilt ein Alkoholverbot. Die Straßenprostitution bleibt vorerst verboten.

Corona-Bußgeld in Hamburg eingeführt – Dom und Prostitution erlaubt:

Corona-Bußgeld eingeführt – Dom und Prostitution erlaubt

Neue Quarantäne-Regeln für Reiserückkehrer an Hamburger Schulen

Angesichts der bevorstehenden Herbstferien hat die Behörde für Schule und Berufsbildung neue Quarantäne-Regeln für Reiserückkehrer an Hamburger Schulen verkündet, die vom 1. Oktober an gelten. Aus dem am 11. September datierten Schreiben, das dem Abendblatt vorliegt, geht hervor, dass

  • die aktuell geltende 14-tägige Quarantäne für Schülerinnen und Schüler durch einen Test frühestens ab dem 5. Tag nach Rückkehr aus einem vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebiet vorzeitig beendet werden könne,
  • die Quarantäne für Rückkehrer aus Risikogebieten erst dann beendet werden kann, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt,
  • das Schulgelände nicht betreten werden darf, bevor ein negatives Corona-Testergebnis nach der vorherigen fünftägigen Quarantäne vorliegt,
  • das Schulkind wieder nach Hause geschickt wird, sofern kein negatives Testergebnis vorgelegt werden kann,
  • Eltern und Sorgeberechtigte am ersten Schultag nach den Herbstferien den Klassenleitungen eine Erklärung vorlegen müssen, ob eine Rückkehr aus einem Risikogebiet nach dem 12. Oktober erfolgt ist.

Die aktuelle Liste der vom Robert-Koch-Institut definierten Risikogebiete finden Sie hier.

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72 Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sowie die Zahl der Erkrankten, die in Kliniken behandelt werden, bewegte sich am Freitag in Niedersachsen stabil in der Bandbreite der vergangenen Wochen. Wie das Sozialministerium mitteilte, gab es 72 nachgewiesene Neuinfektionen, die Zahl der Todesfälle stieg um einen auf 666. In niedersächsischen Kliniken werden derzeit 144 Infizierte behandelt. Davon liegen 111 Erwachsene und 6 Kinder auf Normalstationen sowie 27 Erwachsene auf der Intensivstation. 16 davon müssen künstlich beatmet werden.

Bezirk Nord: Außengastronomie im Winter soll kostenfrei werden

Die Fraktionen von SPD und Grünen im Bezirk Hamburg-Nord wollen die Gastronomie in der Corona-Krise unterstützen und Wirten erlauben, Außenflächen auch im Winterhalbjahr kostenfrei zu nutzen. Auf Antrag der Parteien beschloss die Bezirksversammlung daher, die Finanzbehörde aufzufordern, keine Gebühren für die Außengastronomie zu erheben.

„Auch wenn es im Herbst und Winter kälter ist, kann eine warme Suppe, ein Winter-BBQ oder ein Heißgetränk draußen genauso schön sein, wie der Eiskaffee im Sommer – besonders wenn man sie gemeinsam mit Freund*innen oder Familie genießen kann", sagte Katrin Hofmann, stellvertretende Fraktionschefin der Grünen im Bezirk. "Deshalb wollen wir den Gastronom*innen den Außenbetrieb den ganzen Winter über ermöglichen."


Um damit verbundenen Mehraufwand für Gastronomen und Bezirksamt zu vermeiden, sollen die bestehenden Genehmigungen nach Vorstellung der Bezirksversammlung bis zum Beginn der nächsten Saison verlängert werden.

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Die altonale 2020 hat begonnen: "Kurz und schmerzlos"

Die altonale 2020 hat am Donnerstag begonnen und geht nun bis Sonntag mit Lesungen, Konzerten, Ausstellungen, Filmen und Theater über die Bühne. Das Motto: „Kurz und schmerzlos“. Im Zentrum des Corona-bedingt reduzierten Stadtteilfestes steht das Thema Vielfalt. „Darum ranken sich alle 26 Veranstaltungen“, sagt Geschäftsführerin Heike Gronholz. Zentraler Spielort ist der Platz der Republik vor dem Altonaer Museum. Dort steht diesmal „Johnny’s Corner“, eine liebvoll gestaltete kleine Bude.

Im Mercado zeigt die Ausstellung „Lieblingsmensch“ Porträts von Bewohnern des Stadtteils, bei einer Planeten-Rettungs-Rallye können Kinder mit einer Schatzkarte die Erde entdecken und am Ende auch einen Schatz finden (12. und 13.9. ab 12.15 Uhr, Platz der Republik). In der Christianskirche gibt es Folk-Pop von Fjarill (10.9., 19.30 Uhr, Klopstockplatz). Für alle Veranstaltungen ist eine Onlinereservierung nötig (altonale.de, Erwachsene zahlen 5, Kinder 2,50 Euro). Der Eintritt ist ansonsten frei, jeder kann mit einem freiwilligen Beitrag die Arbeit der Künstler honorieren.

Corona-Zahlen für Hamburg hoch – mehr Patienten in Krankenhäusern

Am Freitag meldet die Hamburger Gesundheitsbehörde 65 Corona-Neuinfektionen (am Vortag waren es 73). Da ein Fall vom Dienstag gestrichen wurde, steigt die Zahl der Infizierten in der Hansestadt aber nur um 64 auf 6762. Von den seit Beginn der Pandemie positiv auf das Virus getesteten Menschen können nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) inzwischen rund 5800 als genesen angesehen werden.

In Hamburger Krankenhäusern werden derzeit 24 und damit sieben Covid-19-Patienten mehr behandelt als am Vortag, teilte die Gesundheitsbehörde mit. Sechs von ihnen liegen demnach auf Intensivstationen. Die Gesamtzahl der vom Institut für Rechtsmedizin am UKE ermittelten Corona-Toten liegt in der Hansestadt weiter bei 237.

Mit 17,5 Neuinfektionen je 10. 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt Hamburg weiter unter der Grenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, die neue Beschränkungen nach sich ziehen könnte. Am Vortag lag der Wert bei 16,9.

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Verhaltene Nachfrage nach Corona-Tests am Hamburger Hauptbahnhof

Die Nachfrage nach Corona-Test am neuen Testzentrum am Hamburger Hauptbahnhof hält sich bisher stark in Grenzen. In der Woche nach der Eröffnung ließen sich dort gerade einmal 999 Menschen auf das Virus testen, wie die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) mitteilte. Die Einrichtung ist auf bis zu 2000 Tests pro Tag ausgelegt und soll vor allem Reiserückkehrern dienen. „Die Nachfrage ist bisher moderat. Dies war nach Ende der Sommerferien zu erwarten“, sagte KVH-Sprecher Jochen Kriens.

Die bislang meisten Tests gab es den Angaben zufolge am vergangenen Montag: 216 Menschen ließen in dem Container-Bau auf dem Parkplatz des Museums für Kunst und Gewerbe zwischen Hauptbahnhof und dem Zentralen Omnibusbahnhof ZOB einen Abstrich machen. Am Donnerstag davor waren es hingegen nur 81. Die Quote der Tests, bei denen das Virus bisher nachgewiesen wurde, lag bei 1,1 Prozent.

Zum Zentrum am Hauptbahnhof kamen demnach weniger Testwillige als zu dem in Altona, wo von Donnerstag vergangener Woche bis Mittwoch 1051 Tests durchgeführt wurden. Im dritten von der KVH betriebenen Zentrum in Farmsen gab es im gleich Zeitraum 642 Tests.

Anspruch auf einen kostenlosen Test haben neben Reiserückkehrern auch Menschen, bei denen das Gesundheitsamt einen solchen angeordnet hat oder denen die Corona-Warn-App ein erhöhtes Risiko anzeigt, sowie Beschäftigte an Hamburger Schulen.

Lesen Sie auch den Kommentar: Was hinter dem neuen Testzentrum steckt

Ab dem 15. September sind die Tests aber nur noch für Reiserückkehrer kostenlos, die aus einem Risikogebiet kommen. Vom 1. Oktober an müssen auch sie dann zunächst verpflichtend in Quarantäne, die dann frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test vorzeitig beendet werden kann.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Zehn neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein ist um 10 auf 4207 Fälle gestiegen. Das geht aus den am Donnerstagabend von der Landesregierung veröffentlichten Zahlen hervor. Am Mittwoch waren 28 Neuinfektionen gezählt worden. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19 im Norden gestorben sind, blieb bei 161.

In Krankenhäusern wurden am Donnerstag acht Corona-Patienten behandelt – vier weniger als noch am Vortag. Von allen seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 3900 als genesen.

Verwaltungsgericht bestätigt Auflagen bei Anti-Corona-Demo

Vor Demonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen in Hannover am Sonnabend mit erwarteten 2000 Teilnehmern hat das Verwaltungsgericht der Landeshauptstadt die Auflagen der Polizei bestätigt. Danach müssen die Demonstranten zum Infektionsschutz einen Mund-Nase-Schutz tragen und untereinander einen Mindestabstand von anderthalb Metern einhalten. Das Gericht lehnte am Donnerstag einen Eilantrag der Veranstalter gegen die Auflagen ab (Az. 10 B 4681/20).

Diese hatten argumentiert, die Covid-19-Pandemie werde von interessierten Kreisen überbewertet. Sie diene der Einschüchterung der Bevölkerung und der Durchsetzung einer obrigkeitsstaatlichen Diktatur.

Das Gericht wies dies in allen Punkten zurück. Es gebe eine Epidemie-Lage von nationaler Tragweite. Die Auflagen seien verhältnismäßig. Zu den Rednern müssen fünf Meter Abstand eingehalten werden. Die Antragsteller können gegen den Beschluss Beschwerde zum Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg einlegen.

Coronavirus: Das müssen Sie über Fachbegriffe wissen

  • Coronavirus: Eine Klasse von Viren, zu denen der neuartige Erreger gehört
  • Sars-CoV-2: Die genaue Bezeichnung des Virus, das sich von China aus verbreitet
  • Covid-19: Die Erkrankung, die das Virus auslöst

Lesen Sie hier die Corona-News von Donnerstag, 10. September

( ras/nib/josi/dpa )

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