Corona-Krise

Hamburger CDU will kleinen Sportvereinen helfen

Hilfen auch für kleine Profi-Teams, hier Julius Thole vom ETV.

Hilfen auch für kleine Profi-Teams, hier Julius Thole vom ETV.

Foto: Witers

Die Fraktion fordert in einem Bürgerschaftsantrag den Senat auf, 3,9 Millionen Euro aus Corona-Fonds wieder freizugeben.

Hamburg. Die CDU hat den Senat aufgefordert, auch kleinere und mittlere Sportvereine und nicht nur solche aus dem Bereich Fußball stärker bei der Bewältigung der Corona-Krise zu unterstützen. In einem jetzt eingebrachten Bürgerschaftsantrag fordert die Fraktion vom Senat, „sich mit Amateur-Vereinen und kleinen Profi-Mannschaften in Verbindung zu setzen und die finanzielle Situation und die daraus resultierenden Bedarfe zu ermitteln“. Zwar sei auch der Profifußball wichtig, es gehe aber auch um andere Sportarten wie Eishockey, Handball, Volley- oder Basketball.

Dass aus dem im April aufgelegten Nothilfefonds in Höhe von fünf Millionen Euro lediglich 1,1 Millionen Euro abgerufen worden seien, habe vermutlich nicht ausschließlich damit zu tun, dass der Bedarf geringer sei als gedacht, wird in dem Antrag vermutet – sondern auch damit, dass die Antragsfrist bereits Ende Mai geendet habe. Damals hätten viele Vereine gedacht, die Krise sei bald überwunden, so die CDU. „Doch Normalität ist zumindest im sportlichen Wettkampf mit Zuschauern in weite Ferne gerückt oder unterliegt strengen Hygiene-Auflagen.

Senat solle die Hygiene-Auflagen auf Logik und Umsetzbarkeit überprüfen

Diese, von Vereinen oft als undurchsichtig beklagt, setzen enge Grenzen“, und es drohe das Sterben vieler Vereine. Um das zu verhindern, müsse der Senat „die nicht abgerufenen 3,9 Millionen Euro aus dem abgeschlossenen Nothilfefonds einsetzen, um spätestens im Oktober in einem neuen Hilfsprogramm für den Sport die finanziellen Bedarfe zu berücksichtigen“. Auch müsse der Senat die „Antragsbedingungen für den neuen Nothilfefonds so formulieren, dass eindeutig wird, wer antragsberechtigt ist, und diese Vorgaben auch in der Sportszene kommunizieren“.

Unterstützen solle der Senat die Vereine auch in anderen Punkten, so der CDU-Vorschlag. So solle er die „Hygiene-Auflagen mit den Interessenvertretern im Sport auf Logik und Umsetzbarkeit überprüfen“ und „Unterstützung bei der Entwicklung von Hygiene-Konzepten anbieten, auch weil selbst kleine Profi-Mannschaften nicht über ausreichend Personal verfügen, um die Feinheiten der Vorgaben bestmöglich in ein Konzept einfließen zu lassen“.

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Es sei zwar „wichtig, dass der Profifußball endlich wieder gute Perspektiven bekommt. Das alleine reicht jedoch bei Weitem nicht aus“, sagte CDU-Fraktionschef Dennis Thering dem Abendblatt. „Corona und die Folgen von Kontaktbeschränkungen und fehlendem Publikum sorgen dafür, dass viele andere Sportarten und Vereine sehr zu leiden haben. Das gilt sowohl für den Profi- wie auch den Amateurbereich. Hamburgs Sport braucht daher dringend ein Hilfsprogramm, das wir in der nächsten Bürgerschaftssitzung beantragen.“