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Corona: Viele Neuinfektionen – auch Zahl der Toten steigt

Coronavirus in Hamburg: Am Donnerstag wurde ein weiterer Todesfall gemeldet (Symbolbild).

Coronavirus in Hamburg: Am Donnerstag wurde ein weiterer Todesfall gemeldet (Symbolbild).

Foto: imago/Andre Lenthe

Der Tag im Überblick: Legendärer Musikclub Logo startet Hilferuf. Hotellerie im Corona-Würgegriff – Grand Elysée kaum belegt.

Hamburg. Immer mehr Unternehmen im Norden geben im Zuge der Corona-Krise massive Umsatzeinbußen bekannt. Der Flughafen Hamburg rechnet bis 2022 sogar mit einem Verlust von 250 Millionen Euro.

Die aktuellen Entwicklungen zur Covid-19-Pandemie im Norden lesen Sie in unserem täglichen Corona-Newsblog.

Gar keine Maske oder nur locker unter der Nase? Wer so in Hamburgs Bussen und Bahnen erwischt wird, muss jetzt noch tiefer in die Tasche greifen. Und nicht nur im öffentlichen Nahverkehr droht Maskenverweigerern ein Bußgeld.

Lesen Sie hier alle Nachrichten zu Corona am Donnerstag, 10. September:

Das Coronavirus in Deutschland und weltweit:

16 Spieler in Corona-Quarantäne – HTHC-Spiele abgesagt

Nachdem bei den Hockeyherren des Harvestehuder THC drei Corona-Fälle festgestellt worden sind, haben sich 13 weitere Teammitglieder des Hamburger Bundesligaclubs in Quarantäne begeben. Wegen der Kontakte zum Damenteam geht Clubmanager Volker Dressel davon aus, dass dies auch für bis zu fünf Spielerinnen der Fall sein wird.

Am Donnerstagabend sagte der Deutsche Hockey-Bund (DHB) die für das Wochenende angesetzten HTHC-Partien gegen Rot-Weiss Köln und den Nürnberger HTC ab. „Die Begründung für die Verlegung laut DHB-Spielordnung ist, dass dem HTHC aufgrund der Hygienemaßnahmen mehr als fünf Spieler des Stammkaders nicht zur Verfügung stehen“, sagte Bernd Schuckmann, der Vorsitzende des DHB-Sportausschusses.

Der Club wünscht, dass auch die Damen ihre Spiele beim Club an der Alster und beim Großflottbeker THGC nicht austragen müssen. Dressel: „Wir möchten mit beiden Teams am Wochenende nicht spielen. Wir werden uns aber an die Entscheidung des Deutschen Hockey-Bundes halten.“ Der erste Corona-Fall war am Montag bekannt geworden.

Corona-Krise: Das Logo an der Grindelallee sendet Hilferuf

Seit 46 Jahren wird im Logo an der Grindelallee gerockt. Rammstein, Oasis und Queens Of The Stone Age feierten dort ihre Hamburg-Premieren. Doch im Zuge der Pandemie ist auch der legendäre Musikclub in eine finanzielle Schieflage geraten. Seit dem 12. März ist der Laden Corona-bedingt geschlossen.

Nun steht das Logo eigenen Angaben zufolge kurz vor der Pleite und bittet deshalb offiziell um Hilfe. Wer den Liveclub unterstützen möchte, kann über die Gofundme-Seite mit einer Spende helfen.

Corona in Hamburg: Viele Neuinfektionen und ein weiterer Todesfall

Am Donnerstag meldet die Hamburger Gesundheitsbehörde 73 Corona-Neuinfektionen. Damit steigt die Zahl der Infizierten in der Hansestadt auf 6698. Von den seit Beginn der Pandemie positiv auf das Virus getesteten Menschen können nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) inzwischen rund 5800 als genesen angesehen werden.

Die hohe Zahl an Neuinfektionen gehe jedoch nicht auf ein größeres Ausbruchsgeschehen zurück, wie eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde dem Abendblatt mitteilte. "Derzeit gibt es in Hamburg ein relativ diffuses Infektionsgeschehen, mit vielen Einzelfällen im familiären Bereich", so die Sprecherin. Auch einige Reiserückkehrer befänden sich wieder unter den neu gemeldeten Corona-Fällen.

Elf der 73 Fälle gehen außerdem auf Corona-Infektionen an der Heinrich-Hertz-Schule in Winterhude zurück. Die Sprecherin wies jedoch darauf hin, dass es sich dabei nicht um neue Fälle handele, sondern um welche, die bekannt, aber erst jetzt bei der Gesundheitsbehörde statistisch erfasst seien.

In Hamburger Krankenhäusern werden derzeit 17 Covid-19-Patienten behandelt. Fünf von ihnen liegen demnach auf Intensivstationen. Die Gesamtzahl der vom Institut für Rechtsmedizin am UKE ermittelten Corona-Toten ist um einen weiteren Todesfall gestiegen. Sie liegt in der Hansestadt nun bei 237, teilte die Gesundheitsbehörde am Donnerstag mit.

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Mit 16,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner liegt Hamburg nach wie vor deutlich unter der Grenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, die neue Beschränkungen nach sich ziehen könnte.

Alkohol-Verkaufsverbot für St. Pauli, Schanze und Ottensen verlängert

Auch am kommenden Wochenende wird in den Bezirken Altona, Eimsbüttel und Mitte in bestimmten Gebieten ein Alkoholverkaufsverbot gelten. Das bestätigte der Hamburger Senat am Donnerstag. Das Verbot gilt am Freitag und Sonnabend von 22 Uhr am Abend bis 6 Uhr am folgenden Morgen und bezieht sich auf alle Formen des Außerhaus-Verkaufs von alkoholischen Getränken. Ausgenommen sind erneut gastronomische Betriebe: Sie dürfen für den Verzehr an Ort und Stelle alkoholische Getränke ausschenken.

Osterfeuer im Oktober – Kreis verlagert Frühlingsbrauch in den Herbst

Mit einigen Monaten Verspätung sollen im Oktober Osterfeuer in Ostfriesland brennen. Weil die Brauchtumsfeuer im Frühjahr wegen der Corona-Krise weder öffentlich noch privat abgebrannt werden durften, will das der Landkreis Leer nach eigenen Angaben am ersten Oktoberwochenende nachholen. Städte und Gemeinden hätten sich gemeinsam mit der Kreisverwaltung auf den Termin geeinigt. Ein Erlass des niedersächsischen Innenministeriums vom April ermögliche es den Kommunen, die Brauchtumsfeuer auf später im Jahr zu verschieben.

„Die Aktion des Landkreises Leer, das ausgefallene Osterfeuer nachzuholen, ist ein schöner kreativer Ansatz“, sagte dazu Thorsten Bullerdiek, Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes. „Solche Aktionen geben den Menschen wieder ein Stück mehr Lebensfreude zurück und sorgen für mehr Zusammenhalt in schwieriger Zeit“, betonte er am Donnerstag in Hannover.

Mobbing: Corona verschlechtert das Klima an Schulen in Pinneberg

Die monatelangen Schulschließungen im Zuge der Corona-Krise haben zu einem schlechteren Klima an den Schulen im Kreis Pinneberg geführt. Das Ausgrenzen und Mobben anderer Schüler habe jetzt nach Schulbeginn Anfang August stark zugenommen, klagen Experten.

Beliebtes Ausgrenzungsspiel auf den Schulhöfen sei zurzeit „das Virus-Spiel“. Dabei werden Schüler durch Gerüchte, sie hätten sich angesteckt, oder weil sie Schnupfen oder Husten hätten, von ihren Mitschülern systematisch ausgegrenzt.

Lesen Sie dazu den ausführlichen Bericht: "Virus-Spiel" – das neue Corona-Mobbing an Schulen

Hotellerie im Corona-Würgegriff: Grand Elysée kaum belegt

Die Hamburger Block Gruppe (Block House, Hotel Grand Elysée) leidet massiv unter der Corona-Krise und macht deutlich weniger Umsatz. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen mit ihren 2450 Beschäftigten noch 410 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, in diesem Jahr rechnet man nun nur noch mit 340 Millionen Euro.

Besonders hart sei das Hotel Grand Elysée am Dammtor getroffen worden, aber auch bei den Block-House-Restaurants habe das Unternehmen wegen der vom Staat angewiesenen Schließung zeitweise starke Einbrüche hinnehmen müssen. Dafür sei das Geschäft mit Produkten für den Lebensmitteleinzelhandel weiterhin sehr gut gelaufen. Aktuell liege man bei den Block-House-Restaurants im Schnitt wieder bei 75 Prozent des Vorjahresumsatzes. Im Grand Elysée sei die Belegung aber aktuell bei nur 20 Prozent.

Drei Hockeyspieler des HTHC positiv auf Corona getestet

In der Feldhockey-Bundesliga der Herren hat es nach dem Auftaktwochenende der wegen Corona unterbrochenen Saison 2019/20 vier positive Covid-19-Fälle gegeben. Betroffen ist neben dem Nürnberger THC, bei dem ein Spieler der Zweiten Herren, der zum Trainingskader des Bundesligateams zählt, positiv getestet wurde, auch der Hamburger Verein Harvestehuder THC. Dort hatte sich ein Spieler in der vergangenen Woche nach der Rückkehr aus einem nicht als Risikogebiet ausgewiesenen Urlaubsland wegen typischer Symptome testen lassen und deshalb auf die Partien beim Berliner HC und beim Hamburger Polo-Club verzichtet. Am Montag bestätigte sich die Erkrankung.

„Wir haben daraufhin die Gegner informiert und sowohl unseren als auch den gesamten Kader unserer Bundesligadamen testen lassen“, sagte HTHC-Cheftrainer Christoph Bechmann. Diese Testreihe ergab, dass zwei weitere Spieler, die am vergangenen Wochenende zum Einsatz gekommen waren, positiv sind. „Während der erste Fall Fieber hat, spüren die anderen beiden kaum bis gar keine Symptome“, sagte Bechmann. Dennoch habe man beantragt, die für kommendes Wochenende geplanten Partien gegen RW Köln (Sa.) und Nürnberg (So.) abzusetzen und für zehn Tage mit dem Training auszusetzen.

Lesen Sie dazu auch:

Welche Auswirkungen die Fälle auf den Spielplan haben, ob die HTHC-Damen wie geplant ihre am Wochenende anstehenden Duelle mit dem Club an der Alster und dem Großflottbeker THC austragen können, will der Verband in den kommenden Tagen bekanntgeben.

Diskussion um „Cancel Culture“ im Nochtspeicher

Der Begriff der „Cancel Culture“ ist einer, der neben den Corona-Themen immer wieder die Debatte des Jahres 2020 bestimmt. Wo endet die legitime Kritik, wo beginnt das Ausblenden oder Löschen politisch unliebsamer Positionen? Eine Podiumsdiskussion mit Regula Venske, Aram Ockert, Matthias Politycki und Hanno Rauterberg (Moderation: Friederike Moldenhauer) wird sich am 30.9. (20 Uhr) auch mit der Causa Lisa Eckhart beschäftigen, die vom Harbour Front Literaturfestival erst aus-, dann wieder eingeladen wurde – im Nochtspeicher. Dort sollte auch die umstrittene Eckhart damals ursprünglich auftreten.

Fahrlässige Tötung – Ermittlung nach Corona-Ausbruch in Lokal

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Restaurant in Ostfriesland vom Mai ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung. Alle damals Anwesenden sollten vernommen werden, so eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aurich. In dem Lokal hatten sich bei einer Feier mehr als 30 von 50 Gästen infiziert, zwei der Infizierten starben später.

Der Verdacht richte sich gegen unbekannt, sagte die Sprecherin. Eine Möglichkeit schuldhaften Verhaltens sei, wenn jemand zur Feier gegangen sei, obwohl er schon verdächtige Symptome aufwies. Nach Kenntnisstand vom Mai hatten drei Gäste vor dem Abend Symptome gezeigt.

Coronavirus – die Fotos zur Krise:

Mehr Personal für Hamburgs Gesundheitsämter

„Hamburgs Gesundheitsämter sind derzeit durchaus in der Lage, die Kontaktverfolgung der Covid-19-Erkrankten in Hamburg zu bewältigen“, heißt es aus der zuständigen Gesundheitsbehörde. „Sobald ein positiver Fall bestätigt wurde, wird mit der Kontaktnachverfolgung gestartet – dies hat stets Vorrang, um das Infektionsgeschehen einzugrenzen. Der Aufwand ist vom Fall abhängig, unter anderem, je nachdem wie weit der Kreis der Kontaktpersonen zu fassen ist und wie das jeweilige Erkrankungsgeschehen verläuft“, so Behördensprecherin Anja Segert.

Das Personal in den sieben Hamburger Gesundheitsämtern wurde extra für diese Arbeit aufgestockt: Mit Stand 1. März gab es in den Gesundheitsämtern kein Personal, das ausschließlich für die Kontaktnachverfolgung eingesetzt werden konnte. Derzeit sind 360 Mitarbeiter ausschließlich für die Covid-19-Kontaktverfolgung eingesetzt. Segert: „Und wir können aufgrund eines sich verändernden Infektionsgeschehens jederzeit tagesaktuell und bedarfsorientiert nachsteuern und das Personal in den Gesundheitsämtern weiterhin sukzessive aufstocken.“

Lesen Sie auch das Dossier: Der Corona-Ausbruch – was im UKE geschah

Flughafen rechnet mit 250 Millionen Euro Verlust bis 2022

Ende Juni hatte Hamburgs Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler mitgeteilt, dass man in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie und des einbrechenden Luftverkehrs mehr als 100 Millionen Euro Verlust machen werde. „Wir müssen die nächsten drei Jahre mit Verlusten rechnen“, hatte er vor zwei Wochen im Abendblatt-Interview nachgelegt und für 2021 von einem Minus nicht mehr im dreistelligen, sondern im zweistelligen Millionenbereich gesprochen.

Vor dem Ausschuss für öffentliche Unternehmen im Rathaus bezifferte er die Verluste erstmals. Eggenschwiler erwartet ein Minus von 120 Millionen Euro für 2020, von 80 Millionen 2021 und 50 Millionen im Jahr 2022. Zusammengerechnet also 250 Millionen Euro in drei Jahren. Dieser Rechnung zugrunde liegt das derzeit als wahrscheinlich geltende Szenario – allerdings sind Prognosen wegen der volatilen Lage derzeit schwierig. Fluglinien ändern ihre Pläne teilweise wöchentlich.

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Wegen Corona: Hamburger Start-up Monedo meldet Insolvenz an

Das bekannteste Hamburger Start-up der Fintech-Branche ist zahlungsunfähig. Das Amtsgericht Hamburg hat das vorläufige Insolvenzverfahren für Monedo – im Jahr 2012 als Kreditech gegründet – angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Hamburger Sanierungsexperte Christoph Morgen bestellt. Grund sollen Kreditausfälle infolge der Corona-Krise sein.

Monedo vergab Mikrokredite an Menschen, die von keiner Bank als Kunde akzeptiert wurden, und setzte zur Ermittlung der Bonität finanztechnologische Entwicklungen wie Algorithmen ein. Da das Geschäft in Deutschland nicht zugelassen ist, vergab das Fintech die Kredite über Tochtergesellschaften an Konsumenten in Polen, Spanien, Russland und Indien. Doch schon früh gab es Kritik, weil die Kredite zum Teil mit Wucherzinsen versehen waren.

Insolvenzverwalter Morgen sucht jetzt neue Investoren: „Ich plane den Betrieb fortzuführen und habe bereits Gespräche mit möglichen Finanzierern gestartet.“ Was aus den Arbeitsplätzen wird, ist noch offen: Monedo hat 300 Beschäftigte, 100 in Hamburg und 200 bei den Auslandsgesellschaften.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Maskenverweigerern drohen 80 Euro Bußgeld

Für Maskenverweigerer wird es in Hamburg ab sofort teurer. Wer ab Donnerstag bei geltender Maskenpflicht im öffentlichen Raum ohne Mund-Nase-Bedeckung erwischt wird, muss ein Bußgeld von 80 Euro zahlen. Dies gilt sowohl für Masken-Totalverweigerer als auch für Menschen, die den Schutz nicht ordnungsgemäß angelegt haben, wie der Senat mitteilte. Bislang drohte allein in Bussen und Bahnen eine Vertragsstrafe von 40 Euro. Nun ist ein Verstoß gegen die Maskenpflicht überall im öffentlichen Raum, also beispielsweise auch beim Einkaufen in Läden, bußgeldbewehrt, und überall werden 80 Euro fällig.

Hamburg setzt damit eine Vereinbarung der Länderregierungschefs mit der Bundesregierung um, in der deutschlandweit ein Bußgeld in Höhe von mindestens 50 Euro für Verstöße gegen die Maskenpflicht empfohlen wurde.

Corona-Bußgeld eingeführt – Dom und Prostitution erlaubt:

Corona-Bußgeld eingeführt – Dom und Prostitution erlaubt

Bijou Brigitte erwartet Verlust im Jahr 2020 – Aktie verliert

Bijou Brigitte hat wegen der Corona-Pandemie die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 angepasst. Für das Konzernergebnis vor Ertragssteuern werde nun ein Verlust zwischen 30 und 40 Millionen Euro erwartet, teilte das Hamburger Modeschmuckunternehmen am Mittwoch mit. Im Vorjahr wurden noch 37,4 Millionen Euro verdient. Beim Umsatz wird mit einem Einbruch auf 210 bis 225 Millionen Euro gerechnet. 2019 waren es 334 Millionen Euro.

Der Start in das laufende Jahr sei gut gelaufen. Doch dann kam Corona. Zu den verhängten Schutzmaßnahmen gehörten auch Ladenschließungen. Der Umsatz brach im ersten Halbjahr um 44,5 Prozent auf 82,8 Millionen Euro ein. Zwar konnten beim Personal durch staatliche Hilfen wie Kurzarbeitergeld und bei Mieten durch Verhandlungen mit Vermietern die Kosten gedrückt werden, doch letztlich gab es rote Zahlen. Nach einem Gewinn vor Ertragssteuern von 6,6 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten 2019 wurde dieses Mal ein Verlust von 30,3 Millionen Euro ausgewiesen.

Der Aktienkurs schloss mit 0,4 Prozent im Minus. Mit 23,60 Euro stehen die Anteilsscheine weit von ihrem Rekordhoch von 254 Euro entfernt.

28 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein ist um 28 auf 4197 Fälle gestiegen. Das geht aus den am Mittwochabend von der Landesregierung veröffentlichten Zahlen hervor. Am Dienstag waren 19 Neuinfektionen gezählt worden. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19 im Norden gestorben sind, blieb bei 161.

In Krankenhäusern wurden am Mittwoch zwölf Corona-Patienten behandelt - zwei weniger als noch am Vortag. Von allen seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 3800 als genesen.

Land bietet freiwillige Corona-Tests für Lehrkräfte an

Lehrkräfte, Schulleitungen und pädagogische Mitarbeiter an niedersächsischen Schulen können sich freiwillig auf das neuartige Coronavirus testen lassen. Dazu haben das Kultusministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) einen Vertrag geschlossen. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) stellt das Angebot an diesem Donnerstag (13.15 Uhr) in Hannover vor. Die Corona-Tests stehen den rund 100.000 Landesbediensteten in den Schulen zur Verfügung, städtische Angestellte wie Hausmeister können das Angebot nicht wahrnehmen, wie ein Ministeriumssprecher sagte.

Tonne hatte bereits zum Start des neuen Schuljahres die freiwilligen Tests für Lehrer angekündigt, aber davon gesprochen, dass zunächst Reiserückkehrer aus Risikoländern Priorität hätten. Seit den Sommerferien werden wieder komplette Klassen unterrichtet, innerhalb definierter Gruppen muss das Abstandsgebot nicht eingehalten werden. Laut Kultusministerium ist derzeit landesweit nur ein Gymnasium im Landkreis Osnabrück von einer coronabedingten Schließung betroffen. An mehreren Schulen mussten einzelne Klassen wegen Corona-Fällen in Quarantäne.

Coronavirus: Das müssen Sie über Fachbegriffe wissen

  • Coronavirus: Eine Klasse von Viren, zu denen der neuartige Erreger gehört
  • Sars-CoV-2: Die genaue Bezeichnung des Virus, das sich von China aus verbreitet
  • Covid-19: Die Erkrankung, die das Virus auslöst

Lesen Sie hier die Corona-News von Mittwoch, 9. September