Deutsche Bahn

ICE soll künftig achtmal am Tag in Hamburg-Bergedorf halten

Künftig sollen mehr Züge am Bergedorfer Bahnhof in Hamburg halten.

Künftig sollen mehr Züge am Bergedorfer Bahnhof in Hamburg halten.

Foto: picture alliance/chromorange

Deutsche Bahn muss allerdings noch entscheiden, ab wann der zusätzliche Halt auf der Strecke Hamburg-Berlin eingerichtet wird.

Hamburg. Der ICE von Berlin nach Hamburg soll künftig einen weiteren Stopp in Bergedorf einlegen. Das bestätigte der Hamburger Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß (CDU) dem Abendblatt auf Nachfrage. Das Bundesverkehrsministerium hatte bereits vor einigen Tagen den von der Bundesregierung geforderten Deutschland-Takt mit deutlich verbesserten Zuganschlüssen verkündet – auch für Bergedorf. Wann die zusätzlichen Halte kommen, darüber muss die Deutsche Bahn allerdings noch entscheiden.

Die zusätzlichen Stopps in Bergedorf waren auch Thema der jüngsten Bezirksversammlung. „Konkret soll jeweils in geraden Stunden auf die Minute 9 ein Zug nach Berlin fahren und in ungeraden Stunden auf die Minute 50 aus Berlin ankommen“, referierte Nobert Fleige (Grüne) dort. Eine Absichtserklärung, die das Ministerium allerdings nicht mit einem konkreten Startdatum hinterlegt hatte.

Fernzug-Halt in Bergedorf war vor 15 Jahren noch normal

Genau hier setzte die Bezirksversammlung nach: Der Antrag der Bergedorf-Koalition aus SPD, Grünen und FDP, Bezirksamtsleiter Arne Dornquast möge bei der Bahn Druck machen, die Bergedorf-Stopps schon mit dem Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres umzusetzen, wurde einstimmig von allen sechs Fraktionen angenommen. Begründung: Mit der definitiv in vier Monaten startenden Verdoppelung des IC/ICE-Taktes zwischen Hamburg und Berlin auf dann einen Zug alle 30 Minuten, müsse auch Bergedorf bedacht werden. Welche Züge hier halten sollen, lässt der Antrag indes offen.

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Norbert Fleige machte in der Bezirksversammlung deutlich, dass der Deutschland-Takt für Bergedorf nur wiederherstellt, was vor 15 Jahren normal war: „Bis 2005 hielten hier 15 Fernzüge täglich.“ Anschließend hatte Bergedorf zwar einen auf IC- und sogar ICE-Maße verlängerten Fernbahnsteig – aber mit Ausnahme eines einzigen IC-Zugpaares Richtung Budapest keinen regelmäßigen Stopp mehr. Der Fernbahnsteig verkam zum Haltepunkt für Vorortszüge aus und nach Schwerin sowie Rostock, die in Bergedorf bis heute eher als Alternative zur chronisch überlasteten S-Bahn denn als überregionale Verbindung genutzt werden.

Bezirksversammlung betont Bedeutung des Bergedorfer Bahnhofs

Der Deutschland-Takt soll dagegen die Fernbahn attraktiver machen: Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, die Anzahl der Bahnreisenden durch verlässliche kurze Zugtaktungen bis 2030 zu verdoppeln. Bergedorf soll dabei zwar „so schnell wie möglich“ bedacht werden. Allerdings bedeutet dies nach den Überlegungen von Ministerium und Bahn einen Start bis 2025.

Für die Bezirksversammlung ist das zu spät. Sie verweist auf die Bedeutung des hiesigen Bahnhofs als Fernbahn-Zugang für eine Region mit über 250.000 Menschen.