Hamburg

Airbnb-Vermieter müssen zittern – Steuerfahnder im Einsatz

Wer Wohnraum über die Vermittlungsplattform Airbnb vermietet und die Einnahmen nicht versteuert hat, könnte demnächst Besuch von der Steuerfahndung erhalten.

Wer Wohnraum über die Vermittlungsplattform Airbnb vermietet und die Einnahmen nicht versteuert hat, könnte demnächst Besuch von der Steuerfahndung erhalten.

Foto: dpa

Airbnb muss jetzt Daten zu Kontrollzwecken herausrücken. Finanzsenator Dressel spricht von Erfolg für die Steuerfahndung Hamburg.

Hamburg. Wer „vergessen“ hat, seine Mieteinnahmen von Airbnb dem Finanzamt zu melden, könnte Besuch von der Steuerfahndung bekommen. Denn die sogenannte Servicestelle Steueraufsicht Hamburg – eine Sondereinheit der Steuerfahndung – hat auf höchstrichterlicher Ebene für die Steuerverwaltung erreicht, dass Personendaten von Vermietern zu steuerlichen Kontrollzwecken in Zukunft übermittelt werden.

Derzeit wertet die Steuerfahndung Hamburg diese Daten aus. In Einzelfällen kann es passieren, dass nicht erklärte Vermietungseinkünfte bis zu zehn Jahre in der Vergangenheit zu besteuern sind, so der Sprecher der zuständigen Hamburger Finanzbehörde. Soweit Vermieter außerhalb von Hamburg betroffen sind, werden die Daten kurzfristig den zuständigen Ländern zur weiteren Überprüfung übermittelt.

Jahrelanges Verfahren

In einem jahrelangen Verfahren haben die Finanzbehörde Hamburg, das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt), andere Bundesländer und die irische Steuerbehörde (dort hat Airbnb seinen Sitz) diesen Datentransfer erreicht. Die beteiligten Behörden und Länder haben eine Gruppenanfrage an die irischen Steuerbehörden gestellt mit dem Ziel, die Personaldaten von Airbnb-Vermietern zu erhalten.

„Hamburg musste mit Unterstützung anderer Bundesländer und des Bundeszentralamtes für Steuern in dem langjährigen Verfahren immer wieder Rückfragen des ausländischen Steuerpflichtigen und der zuständigen ausländischen Behörden begegnen. Diese Hartnäckigkeit hat sich nun ausgezahlt“, freut sich Finanzsenator Andreas Dressel (SPD).

Großer Erfolg der Steuerfahndung Hamburg

Das sei ein großer Erfolg der Steuerfahndung Hamburg. „Damit ist ein Durchbruch zur Aufhellung dieses Dunkelfeldes erreicht worden. Die eingegangenen Daten werden dazu beitragen, verschwiegene Einnahmen aufzuspüren.“ Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW): „Das ist eine gute Nachricht für Vermieter, die sich an Recht und Gesetz halten.“

Bundesweit ist dies das erste erfolgreiche internationale Gruppenersuchen im Zusammenhang mit Vermietungsumsätzen über Internetplattformen wie Airbnb. Gruppenanfragen sind eine Möglichkeit, um Steuersünder ausfindig zu machen. Sie dienen dazu, personenbezogene Daten mit Steuerdaten abzugleichen. Zu diesem Zweck übermittelt Airbnb den irischen Steuerbehörden die Daten der deutschen Vermieter, diese leiten sie an die deutschen Steuerbehörden weiter. So können die Finanzämter prüfen, ob die bei Airbnb registrierten Vermieter ihre Einkünfte aus der Vermietung in den Steuererklärungen angegeben haben.

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Einnahmen aus solchen Vermietungen sind zu versteuern, falls sie 520 Euro jährlich übersteigen und das Gesamteinkommen über dem Grundfreibetrag (9408 Euro für Singles) liegt. Bei einer Steuerhinterziehung sind eine Geld- oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren möglich, in schweren Fällen auch bis zu zehn Jahre.