Rätsel nach Entschärfung

Wie ist die deutsche Bombe nach Neugraben-Fischbek gekommen?

Die Experten bei der Räumung am Montagnachmittag.

Die Experten bei der Räumung am Montagnachmittag.

Foto: André Zand-Vakili

Der in einer gefährlichen Aktion unschädlich gemachte Blindgänger war laut Experten scharfgestellt. Was war im Krieg passiert?

Hamburg.  Wie ist eine deutsche Bombe an den Falkenbergsweg in Neugraben-Fischbek gekommen? Diese Frage stand sofort nach der Alarmierung des Kampfmittelräumdienstes am Montagnachmittag im Raum. Inzwischen gehen Experten davon aus, dass sie in den letzten Kriegstagen abgeworfen worden ist.

Laut Sprengmeister Burkhard Mansch waren die beiden Zünder des 250 Kilogramm schweren Blindgängers scharf. Ob es ein verfehlter Luftangriff oder ob es ein sogenannter Notabwurf war, bei dem ein Flugzeug sich auf dem Rückflug von einem Einsatz der gefährlichen Last entledigte, ist unklar.

Sicher ist, dass kurz vor Kriegsende in der Gegend gekämpft wurde. Rund drei Kilometer vom Fundort der Bombe am Falkenbergsweg liegt ein deutscher Soldatenfriedhof, auf dem mehr als 40 junge Soldaten beigesetzt sind, die am 26. und 27. April 1945 bei Kampfhandlungen in der Gegend ums Leben kamen. Es war das schwerste Gefecht in dem Bereich.

„Festung Hamburg“ verteidigen

Quer durch den Landkreis, von Over bis nach in den Bereich Neugraben war eine Line aufgebaut worden, an der die „Festung Hamburg“ verteidigt werden sollte. Zu den Schanzarbeiten waren auch KZ-Insassen aus dem Lager Neuengamme eingesetzt worden, die vor allem einen 15 Meter breiten Graben ausheben mussten, der Panzer aufhalten sollte. Kämpfe mit vorrückenden britischen Truppen, die am 18. April die Grenzen zum Landkreis überschritten hatten, gab es auch in anderen Bereichen. Ob deutsche Flugzeuge noch in die Kampfhandlungen eingriffen, ist nicht bekannt.

Bereits im Jahr 1945 existierte auch das Wasserwerk am Falkenbergsweg. Der Zustand der Bombe legt jedoch nahe, dass sie nicht für eine Sprengung des Bauwerks vorgesehen war.