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Bestätigter Corona-Fall an einem Hamburger Gymnasium

Am Albrecht-Thaer-Gymnasium in Hamburg-Stellingen wurde am Mittwoch ein bestätigter Corona-Fall bekannt (Symbolfoto).

Am Albrecht-Thaer-Gymnasium in Hamburg-Stellingen wurde am Mittwoch ein bestätigter Corona-Fall bekannt (Symbolfoto).

Foto: picture alliance/dpa

Der Überblick: Touristen-Minus am geringsten in Schleswig-Holstein. Studie zeigt überraschende Corona-Folgen auf Berufstätige.

Hamburg. Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen bewegen sich in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen vor allem bedingt durch Reiserückkehrer weiter im zweistelligen Bereich. Am Mittwoch hat die Gesundheitsbehörde in der Hansestadt 39 neue Erkrankungen mit Covid-19 gemeldet – und die Höhe der Summe aller Infektionen korrigiert.

Die aktuellen Entwicklungen zur Covid-19-Pandemie im Norden lesen Sie in unserem täglichen Corona-Newsblog.

Derweil sorgt der Fall einer Pflegeheim-Mitarbeiterin aus Itzstedt (Kreis Segeberg) für Aufruhr: Die Frau hatte sich nach der Teilnahme an den "Querdenken"-Protesten in Berlin krankgemeldet und sich danach geweigert, einen Corona-Test zu machen. Nun hat das Heim ihr gekündigt. Wie sich die Corona-Pandemie allgemein auf Arbeitnehmer auswirkt, hat die Versicherungsgruppe HDI in einer Studie ermittelt.

Lesen Sie hier alle Nachrichten zu Corona am Mittwoch, 2. September:

Interaktive Karte: Coronavirus in Deutschland und weltweit

Corona-Fall am Stellinger Albrecht-Thaer-Gymnasium

Nach Abendblatt-Informationen gibt es am Hamburger Albrecht-Thaer-Gymnasium in Stellingen einen bestätigten Corona-Fall unter den Schülern. Das Gesundheitsamt sei bereits eingeschaltet sowie das "direkte Sitzumfeld" des erkrankten Schülers benachrichtigt und unter Quarantäne gestellt, heißt es in einem Schreiben des Schulleiters.

Die betroffenen Schüler sollen darüber hinaus bereits am heutigen Mittwoch ebenfalls auf eine Corona-Infektion getestet worden sein. Für die anderen Schüler der Schule seien in Absprache mit dem Gesundheitsamt keine weiteren Maßnahmen geplant, heißt es weiter.

Fallbericht: Diabetes bei 19-Jährigem nach Corona-Infektion

Diabetes nach einer Corona-Infektion – über einen solchen Fall berichten deutsche Forscher im Fachjournal „Nature Metabolism“. „Ein 19-jähriger Patient kam mit neuentwickeltem schwerem Diabetes mit Insulinmangel zu uns in die Klinik. Es zeigte sich, dass er ein paar Wochen vorher offenbar eine Infektion mit Sars-CoV-2 durchgemacht hatte“, erläuterte Matthias Laudes von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU).

Der nachgewiesene Typ-1-Diabetes werde gewöhnlich durch eine Autoimmunreaktion ausgelöst, bei der das Immunsystem die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse fälschlicherweise für fremd hält und angreift. „Doch bei diesem Patienten gab es diese Autoimmunreaktion nicht“, so Laudes. „Wir gehen davon aus, dass das Sars-CoV-2-Virus hier selbst die Betazellen angegriffen hat.“ Die daraufhin gestörte Insulinproduktion führte dann zu Diabetes.

Die Autoren betonen aber, dass ihre Beobachtungen kein sicherer Beleg dafür sind, dass die Infektion bei dem 19-Jährigen der Auslöser für Diabetes war.

Bürgerschaft will Corona-Notfalldarlehen für Studierende erneuern

Die Hamburgische Bürgerschaft will das Corona-Notfalldarlehen für Studierende wieder auflegen und bis Ende des Jahres verlängern. Das Parlament forderte am Mittwoch den rot-grünen Senat mehrheitlich auf, die Erneuerung des Programms zu prüfen, sofern die finanziellen Hilfen des Bundes nicht verlängert oder wieder aufgelegt werden.

Gleichzeitig solle der Senat überlegen, die bislang zugrunde gelegte Kontoguthabengrenze für ein Notfalldarlehen auf 500 Euro anzuheben und die monatliche Auszahlung des Darlehens auf 650 Euro zu erhöhen. Bislang konnten bedürftige Studierende von April bis Juni monatlich ein zinsloses Darlehen in Höhe von 400 Euro beantragen.

Corona-Testzentrum am Hamburger Hauptbahnhof öffnet

Am Hamburger Hauptbahnhof öffnet am Donnerstagvormittag ein weiteres Corona-Testzentrum der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH). Nach Angaben der Betreiberin sollen sich dort Bus- und Bahnreisende, die am Hauptbahnhof oder am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) aus dem Ausland in Hamburg ankommen, kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können.

In der Container-Einrichtung auf dem Parkplatz des Museums für Kunst und Gewerbe am Steintorplatz sollen pro Tag bis zu 2000 Tests möglich sein. Die KVH betreibt in Hamburg bereits zwei Testzentren in Altona und Farmsen-Berne.

Touristen-Minus bundesweit am geringsten in Schleswig-Holstein

Die schlimmsten Erwartungen aus dem Frühjahr haben sich nicht bestätigt: Schleswig-Holsteins Tourismusbranche ist nach Einschätzung von Minister Bernd Buchholz bisher im Durchschnitt mit einem „blauen Auge“ durch die Corona-Krise gekommen. Im März sei eine Katastrophe zu befürchten gewesen, sagte der FDP-Politiker. „Die ist es nicht geworden.“

Trotz teilweise dramatischer Einbußen wie einem Übernachtungsminus von 95 Prozent im April stehe der Norden im Vergleich der Bundesländer ausgesprochen gut da, sagte Buchholz. Zwar sei die Zahl der Übernachtungen im ersten Halbjahr um 37,9 Prozent auf neun Millionen gesunken. Aber dies sei das geringste Minus aller Bundesländer. Im Juni betrug der Rückgang zum gleichen Vorjahresmonat noch 10,8 Prozent, bei fast 42 Prozent in Deutschland insgesamt.

Das Land hatte am 19. Mai das Einreiseverbot für Touristen wieder aufgehoben und schrittweise Restriktionen gelockert. Buchholz hob hervor, es habe keine größeren Corona-Ausbrüche an Touristenorten gegeben, nur vereinzelt Infektionen. „Wir hatten kein Sommer-Ischgl in Schleswig-Holstein.“ Das Land habe bewiesen, dass man hier auch zu Pandemie-Zeiten sicher Urlaub machen kann.

Laut Buchholz kommen auch verstärkt Gäste ins Land, die sonst nicht so stark vertreten seien. Als Beispiele nannte er Paare ohne Kinder und Touristen aus Bayern, denen etwa in südeuropäischen Ländern pandemiebedingt die Alternative für die Urlaubsplanung fehlt.

Vom Andrang auf die Küstenorte an Nord- und Ostsee habe auch das Binnenland profitiert. Im Juni schaffte der Norden bei der absoluten Zahl der Übernachtungen sogar den Sprung auf Platz zwei nach Bayern, im ersten Halbjahr belegte das Land Rang fünf.

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Während Ferienhäuser und Ferienwohnungen (plus 15,2 Prozent) sowie Campingplätze (plus 14,2 Prozent) im Juni sogar einen Anstieg der Gästeübernachtungen im Vorjahresvergleich verzeichneten, gab es für die übrigen Betriebsarten zum Teil deutliche Rückgänge. So sank das Übernachtungsaufkommen von Erholungs- und Ferienheimen sowie von Jugendherbergen jeweils um fast 80 Prozent. Auch der Städtetourismus büßte kräftig ein.

Campingplatzbetreiber profitieren von der Corona-Krise

Einigen Betrieben gehe es super, sagte Buchholz. „Campingplatzbetreiber kriegen das Glänzen gar nicht aus den Augen.“ Andere wie Landgasthöfe, die von Familienfeiern und anderen Veranstaltungen abhängig sind, seien in der Existenz bedroht. Nicht alle würden überleben.

Am schnellsten hat sich die Ostseeregion mit der Lübecker Bucht und Fehmarn erholt. Dies lag auch an vielen Gästen aus dem nahen Hamburg. Da es mit Fernreisen erst viel später wieder vorangehen werde, gebe es für Schleswig-Holstein auch deshalb wachsende Chancen, sagte Buchholz. Mit Reisebeschränkungen wie im März und April rechne er für den Herbst nicht.

Corona-Soforthilfe: Hamburger bekommen 317 Millionen Euro vom Bund

Kleine Unternehmen und Selbstständige haben bis Ende Juli in Hamburg gut 317 Millionen Euro allein aus Bundesmitteln erhalten. Das geht aus einem der dpa vorliegenden Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, der dem Haushaltsausschuss des Bundestages übermittelt wurde. Demnach wurden insgesamt Corona-Soforthilfen des Bundes in Höhe von 13,4 Milliarden Euro über die Länder an rund 1,75 Millionen Empfänger ausgezahlt.

Noch nicht ausgezahlt waren zum Stand 31. Juli knapp 1,2 Milliarden Euro der vom Bund an die Länder zugewiesenen Hilfen. Auf Hamburg entfallen davon gut 25 Millionen Euro. Die Hansestadt hat die Bundesmittel mit eigenen Corona-Hilfprogrammen ergänzt.

Die Hamburger Corona-Soforthilfe (HCS) für Unternehmer:

  • Solo-Selbständige: 2500 € (Hamburg), 9000 € (Bund), 11.500 € (Gesamt)
  • 1–5 Mitarbeiter: 5000 € (HH), 9000 € (Bund), 14.000 € (Gesamt)
  • 6–10 Mitarbeiter: 5000 € (HH),15.000 € (Bund), 20.000 € (Gesamt)
  • 11–50 Mitarbeiter: 25.000 € (HH), keine Beteiligung vom Bund
  • 51–250 Mitarbeiter: 30.000 € (HH), keine Beteiligung vom Bund

Die Betroffenen konnten den einmaligen Zuschuss von bis zu 15.000 Euro von Anfang April bis Ende Mai beantragen. Die Soforthilfe war dazu gedacht, in der Corona-Krise die wirtschaftliche Existenz der Firmen und Selbstständigen zu sichern und zur Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen. Personalkosten und private Lebenshaltungskosten durften mit dem Geld nicht gedeckt werden.

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Heimmitarbeiterin verweigert nach Demo Corona-Test – Kündigung

Ein Senioren- und Pflegeheim in Itzstedt im Kreis Segeberg hat einer Mitarbeiterin fristlos gekündigt, weil sie nach der Teilnahme an der Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin einen Corona-Test verweigert hatte. Der Pflegedienstleiter der privaten Einrichtung bestätigte die Kündigung am Mittwoch. In einem Pflegeheim seien besonders strenge Vorsichtsmaßnahmen erforderlich, an die sich alle Mitarbeiter halten müssten, sagte er.

Die Mitarbeiterin hatte am Wochenende an der Großdemonstration in Berlin gegen die Corona-Auflagen teilgenommen und sich anschließend wegen Erkältungssymptomen krank gemeldet. Im ausführlichen Bericht lesen Sie, wie das Pflegeheim den Schritt begründet.

Kommentar zur "Querdenken"-Demo in Berlin: Der schmale Grat zum Chaos

Wie sich die Corona-Krise auf Berufstätige in Hamburg auswirkt

Homeoffice, Videokonferenzen, Kinderbetreuung – und im schlimmsten Fall noch Baulärm dazu. Die Corona-Krise hat sich bereits stark auf den Alltag von Berufstätigen ausgewirkt, für viele Arbeitnehmer sind diese Zeiten herausfordernd. Doch die repräsentative „HDI Berufe-Studie 2020“ offenbart nun auch positive Effekte der neuen Arbeitsrealität.

Ein Drittel der Berufstätigen in Hamburg ist demnach wegen der Pandemie ins Homeoffice gewechselt. Viele haben dabei auch eine positivere Einstellung zum Job entwickelt. Bei denjenigen, die von Unternehmen in Kurzarbeit geschickt wurden, habe sich das Verhältnis zur Familie verbessert.

Ergebnisse der Berufe-Studie in Hamburg im Detail:

  • 32 Prozent der Hamburger Berufstätigen wechselten während der Corona-Krise ins Homeoffice. Das ist im Bundesländer-Vergleich der zweithöchste Wert nach Rheinland-Pfalz (33 Prozent). Der Bundesdurchschnitt liegt bei 28 Prozent. Zum Vergleich: in Thüringen waren es nur 14 Prozent.
  • Mit Abstand am stärksten im Ländervergleich ist bei Hamburger Beschäftigten der Anteil digitaler Tätigkeiten bei der Arbeit durch die Corona-Krise gestiegen. Mehr als jeder zweite Beschäftigte berichte davon (56 Prozent).
  • Durch die Corona-Zeit haben bundesweit in Hamburg und Schleswig-Holstein am meisten Erwerbstätige eine positivere Einstellung zu ihrem derzeitigen Beruf gewonnen (37 Prozent, der Bundesdurchschnitt liegt bei 33 Prozent).
  • Unterdurchschnittlich wenige Kurzarbeiter haben in Hamburg erklärt, dass sie die Zeit der Kurzarbeit als wertvoll für sie erlebt haben. 36 Prozent gaben das an. Niedriger ist der Wert nur in Berlin (32 Prozent, Bundesschnitt 43 Prozent).
  • Dennoch hat sich für viele Beschäftigte durch Kurzarbeit im Zuge der Corona-Krise das Verhältnis zur Familie verbessert (26 Prozent, Bundesdurchschnitt 18 Prozent).
  • Bundesweit sind nirgendwo so viele Erwerbstätige wie in Hamburg bereit, für Ihren Beruf den Wohnort zu wechseln: Es sind mehr als ein Drittel (34 Prozent, Bundesdurchschnitt 29 Prozent).
  • In keinem anderen Bundesland zählt für einen beruflich bedingten Wohnortwechsel so sehr, dass der neue Arbeitgeber eine höhere gelebte soziale Verantwortung zeigen muss wie in der Hansestadt (17 Prozent Nennung gegenüber Bundesdurchschnitt 12 Prozent).
  • Nirgends sonst wie in Hamburg geben so viele Beschäftigte an, dass im Verlauf der Corona-Krise in ihren Unternehmen „auf die Kostenbremse getreten und überall gespart wird“ (30 Prozent, Bundesschnitt 27 Prozent).

Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht:

Restaurant Basil & Mars schließt wegen Corona

Die Corona-Krise setzt der Gastronomie in Hamburg immer mehr zu. Nun hat auch das beliebte Szene-Lokal am Alsterufer "Basil & Mars" die Türen dichtgemacht. "Wie so viele andere auch, hat Covid-19 das Basil & Mars hart getroffen. Daher sehen wir uns veranlasst, den Betrieb vorübergehend einzustellen", teilte der Inhaber auf Facebook mit und bittet um Verständnis für den schweren Schritt. Wann das Restaurant in Hamburg-Rotherbaum wieder öffnet, ist also noch unklar.

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Niedersachsen: Rechnungshof mahnt in Corona-Krise zum Sparen

Der Landesrechnungshof hat die Landesregierung in der Corona-Krise zu einem energischen Sparkurs aufgerufen, von dem Bereiche wie Bildung, Polizei und Justiz nicht ausgenommen werden dürften. Nicht nur kurzfristig beim Aufstellen des kommenden Haushalts sondern auch strukturell müsse das Land den Gürtel enger schnallen, forderte Rechnungshofpräsidentin Sandra von Klaeden. „Die Covid-19-Pandemie zeigt mehr denn je: Das Land muss sich auch für künftige Krisensituationen wappnen – mit einer nachhaltigen Finanzpolitik.“

Bei der Vorlage des Jahresberichts fordert von Klaeden von der Regierung eine Straffung von Staatskanzlei und Ministerien. Der Landesapparat müsse mit weniger Personal auskommen, betonte die Rechnungshofchefin. Auch in der Landesverwaltung insgesamt müsse der Personaleinsatz nachhaltig begrenzt werden. Dabei dürften gerade politische Schwerpunktbereiche wie Bildung, Polizei, Justiz und Steuerverwaltung nicht dauerhaft ausgenommen werden. Diese böten aufgrund der Personalmenge regelmäßig größere Einsparpotenziale.

Corona in Hamburg: Erneut hohe Zahl an Neuinfektionen

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infizierten ist in Hamburg im Vergleich zum Vortag um 39 gestiegen. Am Dienstag waren es 51 Neuinfektionen. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle steigt laut Gesundheitsbehörde aber nur um 38 auf 6350, da ein Fall vom Sonnabend gestrichen worden sei. Von den seit Beginn der Pandemie positiv auf das Virus getesteten Menschen können nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen rund 5600 als genesen angesehen werden.

Die Gesamtzahl der vom Institut für Rechtsmedizin am UKE ermittelten Corona-Toten ist dagegen unverändert. Sie liege in der Hansestadt wie auch am Montag bei 236, teilte die Gesundheitsbehörde am Mittwoch mit.

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In Hamburger Krankenhäusern werden derzeit 17 Covid-19-Patienten behandelt. Fünf von ihnen liegen demnach auf Intensivstationen. Mit 12,1 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner liegt Hamburg nach wie vor deutlich unter der Grenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, die neue Beschränkungen nach sich ziehen könnte.

Die Corona-Lockerungen in Hamburg von 1. September an

Corona in Hamburg: Verbote und Lockerungen ab 1. September

Trotz Corona-Krise: Jahrmarkt in Flensburg findet statt

Trotz der Corona-Krise wird es auch in diesem Jahr den traditionellen Herbst-Jahrmarkt in Flensburg geben. Nach Angaben der Stadt ist es der erste größere Jahrmarkt in Schleswig-Holstein seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Zum Herbstmarkt vom 11. bis zum 27. September werden 70 Schausteller erwartet, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte.

„Wir haben lange und intensiv gerungen und vorbereitet, um den Markt auch unter Corona-Bedingungen stattfinden zu lassen“, sagte Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD). „Damit es sich lohnt, haben wir die Marktzeit verlängert.“ Nach Angaben der Stadt ist es der größte Jahrmarkt Schleswig-Holsteins und seit 1924 auf der Flensburger Exe beheimatet.

Über die Internetseite www.jahrmarkt-flensburg.de wird über alle Regeln auf dem Veranstaltungsgelände informiert. Mit einer Art „Live-Ticker“ wird hier auch die aktuelle Besucherzahl angezeigt.

Nach Corona-Pause: Noch Elbphilharmonie-Tickets zu haben

Das hat es selten gegeben in der noch jungen Geschichte von Hamburgs neuem Konzerthaus: Nach dem Start in die neue Konzertsaison nach der fünfmonatigen Corona-Pause gibt es noch Karten für die Elbphilharmonie. „Die Leute sind einfach noch vorsichtig“, sagte Sprecher Tom R. Schulz.

„Wenn Menschen jetzt hören, dass es total schön war und keine Gefahr besteht, kann ich mir vorstellen, dass sich das auch wieder rasch ändert.“ Das berühmte Konzerthaus im Hafen war am Dienstagabend mit einem Konzert des NDR Elbphilharmonie Orchesters unter Leitung seines Chefdirigenten Alan Gilbert in die neue Saison gestartet. Hier gibt es noch Karten für anstehende Konzerte.

Eine Woche zuvor hatte es bereits ein Testkonzert gegeben. Um die Hygienemaßnahmen umzusetzen, können statt der sonst üblichen 2100 Besucher im Moment nur 620 Menschen in dem Konzertsaal Platz nehmen. Dabei bleibt jede zweite Sitzreihe frei, zwischen den einzelnen Zuschauern werden zudem jeweils zwei Sitze gesperrt. Vom Einlass bis zu ihrem Sitzplatz müssen die Besucher einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

19 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein ist im Vergleich zum Vortag um 19 auf 4063 Fälle gestiegen. Am Tag zuvor waren 16 Neuinfektionen gezählt worden, wie die Landesregierung am Mittwoch mitteilte. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19 im Norden gestorben sind, blieb (Stand Dienstagabend) bei 160.

In Krankenhäusern wurden am Dienstag sieben Corona-Patienten behandelt, genauso viele wie am Vortag. Von allen seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) rund 3700 als genesen.

Coronavirus: Verhaltensregeln und Empfehlungen der Gesundheitsbehörde

  • Reduzieren Sie Kontakte auf ein notwendiges Minimum, und halten Sie mindestens 1,50 Meter Abstand zu anderen Personen
  • Achten Sie auf eine korrekte Hust- und Niesetikette (ins Taschentuch oder in die Armbeuge)
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände gründlich mit Wasser und Seife
  • Vermeiden Sie das Berühren von Augen, Nase und Mund
  • Wenn Sie persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde, sollten Sie sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an Ihr zuständiges Gesundheitsamt wenden

Hamburger Einzelhandel: Kleine Geschäfte geben wegen Corona auf

Der Hamburger Einzelhandel hat das erste Halbjahr nach Einschätzung des Handelsverbandes Nord mit einem leichten Plus abgeschlossen. Genaue Daten liegen noch nicht vor, doch lasse sich die Tendenz aus den vorliegenden Umfragen und vorläufigen Zahlen von Ämtern, Instituten und Verbänden ableiten, sagte Geschäftsführerin Brigitte Nolte. Doch hinter der Gesamtzahl verbergen sich höchst unterschiedliche Entwicklungen.

Online-Handel legt in Corona-Krise zu

„Einige Handelsbranchen profitierten von dem Corona-Shutdown im Frühjahr“, sagte Nolte. Dazu gehörten vor allem der Lebensmittel-Einzelhandel, der allein 40 Prozent des gesamten Einzelhandels ausmacht, aber auch Baumärkte, Fahrradgeschäfte oder die Anbieter von Unterhaltungselektronik.

Viele Händler bieten ihre Waren nicht allein in ihren stationären Geschäften an, sondern ebenso online über das Internet. Der ohnehin seit Jahren wachsende Online-Handel erhielt durch die Pandemie nochmals einen kräftigen Schub und legte zweistellig zu. „Das wird sich auch nach der Krise nicht mehr umkehren“, sagt Nolte.

Mode- und Schuhhändler verlieren

Auf der Verliererseite finden sich an vorderster Stelle Mode- und Schuhhändler. „Sie sind besonders prägend für die Hamburger Innenstadt und den stationären Einzelhandel insgesamt“, sagte Nolte. Die Umsatzeinbußen dürften bei ungefähr einem Drittel liegen.

Auch wenn einige der Händler online aktiv seien, könnten die Umsätze in den Filialen nicht mehr die Mieten erwirtschaften. Entweder müssten die Vermieter die Mieten senken oder die Geschäfte aufgeben. „Wir beobachten, dass sich viele Vermieter dem Markt anpassen und die Einzelhandelsmieten stark sinken“, sagte Nolte. „Wir müssen zu umsatzabhängigen Mieten kommen.“

Schwierig sei die Zukunft von sehr großen Einzelhandelsflächen, wie sie jetzt durch den teilweisen Rückzug von Galeria Karstadt Kaufhof in Hamburg frei werden, zum Teil in Toplagen. Sie müssten wohl anders genutzt werden, zum Beispiel für Büros, Wohnungen, Arzt- oder Anwaltspraxen, sagte Nolte.

Ein Drittel der Händler von Insolvenz bedroht?

„Das Hauptproblem ist aber, dass wir vor einer Rezession stehen, die gegenwärtig noch durch die staatlichen Hilfen überdeckt wird“, erklärte die Verbands-Geschäftsführerin. Wenn die Corona-Folgen voll auf die Hamburger Wirtschaft durchschlagen, werde wegen sinkender Kaufkraft auch der Einzelhandel darunter leiden.

Die Einzelhändler seien stark abhängig von der konjunkturellen Lage. Der Verband befürchtet, dass bis zu einem Drittel der Non-Food-Einzelhändler von Insolvenz bedroht sind. Wie diese Flächen anschließend genutzt würden und wie sich der Charakter von Einkaufsstraßen verändern werde, sei noch offen.

SPD fordert rasche Hilfen für Landgasthöfe im Norden

Die SPD-Tourismuspolitikerin Regina Poersch hat schnelle Hilfen für die wegen der Corona-Pandemie in Not geratenen Landgasthöfe gefordert. „Vor allem für das Urlaubsland Schleswig-Holstein, in dem jeder fünfte Einwohner vom Tourismus profitiert, ist das essenziell“, sagte Poersch. Die von der Bundesregierung verlängerten Überbrückungshilfen müssten unbürokratisch bei den Betrieben ankommen.

„Landgasthöfe stehen massiv unter Druck. Auch, weil sie sich in vielen Fällen auf Familienfeiern spezialisiert haben“, sagte Poersch. Bund und Land müssten ein Gasthöfe-Aus auf dem Land verhindern, weil die Betriebe dort eine wichtige Rolle hätten. Schließungen und Beschränkungen führten zu geringeren Gästezahlen und bedeuteten für die Betreiber oft harte Einschnitte. „Öffnen ist meist teurer als Schließen.“

Lesen Sie hier die Corona-News von Dienstag, 1. September