Finanzen

Dickes Minus – Corona trifft Volkshochschule Hamburg hart

Marlene Schnoor, Geschäftsführerin der Hamburger Volkshochschule, verfolgt das Ziel, dass Bildung auch in Corona-Zeiten für alle möglich ist.

Marlene Schnoor, Geschäftsführerin der Hamburger Volkshochschule, verfolgt das Ziel, dass Bildung auch in Corona-Zeiten für alle möglich ist.

Foto: dpa

Wirtschaftlich ist die Krise ein schwerer Schlag. Was die Volkshochschule Hamburg in Corona-Zeiten auch digital möglich macht.

Hamburg. Die Corona-Pandemie hat die Hamburger Volkshochschule hart getroffen. Allein im ersten Halbjahr gebe es einen Verlust von 1,6 Millionen Euro, sagte Geschäftsführerin Marlene Schnoor der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie rechnet für das ganze Jahr 2020 mit einem Minus von drei bis vier Millionen Euro.

Doch Schnoor sei optimistisch, dass die schwierige Situation gemeistert werde. „Wir haben Hilfszusagen von der Schulbehörde bekommen.“ Mit der Krise erfuhren digitale Lern-Angebote an den Volkshochschule einen Schub.

Was die Volkshochschule digital anbietet

Inzwischen können auch wieder Präsenzkurse stattfinden, allerdings mit deutlich weniger Teilnehmern und unter Beachtung der Corona-Maßnahmen. Schnoor hat ein Ziel: „Wir wollen, dass Volkshochschule stattfindet, dass Bildung für alle möglich ist – auch in diesen Zeiten.“

Mitte März hatte die Volkshochschule den Präsenzbetrieb schließen müssen, gut zwei Monate Lockdown folgten. 3800 Kurse waren betroffen. „Wir haben von Stund an keine Einnahmen mehr erzielen können“, berichtete die 63-Jährige.

Die Volkshochschule gehört zur Schulbehörde. Wirtschaftlich sei man relativ selbstständig, zwei Drittel der Einnahmen müssten selbst erzielt werden, erklärte Schnoor. „Wir haben sehr schnell versucht, Auffangmöglichkeiten für unsere 1200 freiberuflichen Kursleitenden zu bekommen.“

Volkshochschule: 2000 Kurse starten im Herbst

Im April starteten dann die ersten zusätzlichen Online-Kurse. „Wir hatten auch vor dem Lockdown schon eine Reihe von digitalen Angeboten, aber wir haben das dann sehr forciert.“ Sprachen lernen, im Chor singen, einen Tanzkurs absolvieren oder Entspannungsmethoden kennenlernen - das war nun per Video möglich. „Es gab eine hohe Kreativität“, erinnerte sich Schnoor. „Neue Formate wurden aus dem Boden gestampft.“

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Ab 25. Mai wurden dann wieder Schritt für Schritt Präsenz-Veranstaltungen ausprobiert, aber mit deutlich weniger Teilnehmern. Im Herbst starten mehr als 2000 Kurse – und es sollen laufend neue hinzukommen. Das ist laut Geschäftsführung Vorjahresniveau. „Wir sind in allen Regionen und in fast allen Fachgebieten wieder am Start“, sagt Schnoor. Bis zu 25 Prozent sind Online-Angebote.

2019 gab es rund 9000 Kurse, pro Jahr nahmen sonst rund 112 000 Menschen das Angebot wahr. Auf diese Zahlen könne man aber dieses Jahr nicht mehr kommen, sagte Schnoor.

Die Hamburger Volkshochschule ist die größte Weiterbildungseinrichtung der Hansestadt. 2019 feierte sie ihr 100-jähriges Jubiläum.