Verkehr in Hamburg

Radwege und Busse: Alternativen zum Abriss der Sternbrücke

Kristina Sassenscheidt (v.l.), Axel Bühler und Claus Cajus Pruin stellten am Sonntag ihre Vision für die Stresemannstraße vor.

Kristina Sassenscheidt (v.l.), Axel Bühler und Claus Cajus Pruin stellten am Sonntag ihre Vision für die Stresemannstraße vor.

Foto: Michael Rauhe / Michael Rauhe / FUNKE Foto Services

ADFC und Initiative stellen ein neues Konzept für den Verkehr an der Stresemannstraße vor. Es brauche keine neue Brücke.

Hamburg.  Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) hat eine Verkehrsplanung für den Bereich der Sternbrücke an der Stresemannstraße vorgestellt. Wie berichtet, wird seit Monaten darüber diskutiert, ob das denkmalgeschützte fast 100 Jahre alte Bauwerk abgerissen und durch eine 108 Meter lange und 22 Meter hohe Stabbogenkonstruktion ersetzt oder saniert werden soll.

Doch bei einem „Picknick“ am Sonntag mit Blick auf die Stresemannstraße ging es in erster Linie darum, „wie eine moderne Verkehrsplanung mit der historischen Sternbrücke zu verbinden ist. Neue Geh- und Radwege und eine Vorrangregelung für Busse macht die Brücke nicht nur attraktiver und sicherer für die Menschen, sondern zum Symbol für die Mobilitätswende in Hamburg“, sagte der ADFC-Vizevorsitzende Claus Cajus Pruin und stellte vor Ort eine Visualisierung der neuen Verkehrsplanung vor.

Eine Fahrspur soll wegfallen. Für die Autofahrer sei je eine Spur in jede Richtung eingeplant. Die aktuelle Situation sei chaotisch, es bestehe dringender Handlungsbedarf.

Initiative möchte weniger Autoverkehr auf der Stresemannstraße

Auch Axel Bühler von der Initiative Sternbrücke, die sich für einen Erhalt starkmacht, unterstützt die Vorstellungen des ADFC. „Eine Sanierung der denkmalgeschützten Brücke und eine Reduktion des Autoverkehrs an der Stresemannstraße wären ein historisches Signal für eine nachhaltige Stadtentwicklung und im Sinne aller Hamburger“, sagte Bühler.

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Für Kristina Sassenscheidt, Geschäftsführerin des Denkmalvereins, steht fest: „Wir brauchen an diesem Standort keine neue Brücke, um den Verkehr zukunftsfähig zu machen. Der Senat sollte dieses geschichtlich bedeutende und städtebaulich prägende Ensemble erhalten.“

Eine Sanierung würde allein von der Deutschen Bahn bezahlt, ein Neubau mit rund 60 Millionen Euro von der Stadt bezuschusst.“ Die geplante Stabbogenkonstruktion ohne Stützen würde 125 Millionen Euro kosten und je zur Hälfte von der DB und der Stadt getragen. Im Juni hatte die Bürgerschaft auf Antrag von SPD und Grünen den Senat gebeten, mit der Bahn auch eine Variante mit Stützen zu prüfen.