Tourismus

Attraktivere City soll mehr Touristen nach Hamburg locken

Christina Block (l.), Katharina Fegebank und Wolfgang Raike

Christina Block (l.), Katharina Fegebank und Wolfgang Raike

Foto: Anja-Catrin Eichinger

Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank suchte beim Tourimuspolitischen Frühstück nach Ausweg aus der Krise der Branche.

Hamburg.  Die Zukunft des Tourismus in Hamburg. Das war das Thema beim Tourismuspolitischen Frühstück im Grand Elysée Hotel am Donnerstag an der Rothenbaumchaussee. Eine Branche, die über Jahrzehnte einen Rekord nach den anderen verkünden konnte, steckt aktuell in der Krise. Schuld ist die Corona-Pandemie. Und dass das Anknüpfen an die goldenen Zeiten Jahre in Anspruch nehmen wird, war den rund 40 anwesenden Branchenvertretern klar, die mit Spannung den Auftritt von Katharina Fegebank (Grüne) erwarteten.

Die Zweite Bürgermeisterin sorgte gleich am Anfang ihrer Rede für Wohlfühlatmosphäre. „Die Corona-Pandemie hat uns mit voller Wucht gezeigt, wie wichtig der Tourismus für den Wirtschaftsstandort Hamburg und für die Vielfalt des kulturellen Angebots ist.“

So weit, so gut. Das waren warme Worte, aber keine Lösung des Problems. Die Politikerin machte dann auch klar: „Wir stehen jetzt am Anfang eines Marathons, für den wir einen langen Atem, viel Kreativität und Solidarität mit der Branche brauchen.“

Die Zahl der Übernachtungen sank im Juni um 68 Prozent

Fakt ist: Im Juni ging die Zahl der Übernachtungen gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres um mehr als 68 Prozent auf 452.000 zurück. Die Zahl der Übernachtungen von ausländischen Gästen brach sogar um 88 Prozent auf 44.000 ein. Die meisten dieser Reisenden kamen aus den europäischen Nachbarländern Dänemark, Schweiz, den Niederlanden, Österreich und Polen. Für das gesamte erste Halbjahr verzeichnete das Hotelgewerbe 3,187 Millionen Übernachtungen. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 55,5 Prozent.

Die Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin verwies auch darauf, dass sich das Reiseverhalten verändert habe. Nämlich dass Geschäftsreisen kaum noch stattfinden.

Das Ziel der Grünen-Politikerin: „Wir müssen jetzt schnell gemeinsame Lösungen finden, wie wir auf diese Veränderungen reagieren, neue Pfade im Tourismus gehen und gleichzeitig zu Besucherzahlen auf dem Niveau der letzten Jahre zurückkehren können.“ Einen Ansatz hat Fegebank schon: „Damit einher geht auch die Frage, wie wir die Hamburger Innenstadt zu einem lebendigeren und attraktiveren Ort machen, der Menschen aus Nah und Fern anzieht, sei es zum Einkaufen, Freundetreffen oder Flanieren.“

Mehr Busparkplätze in der City wegen Tagestouristen

Mehrfach erwähnte Fegebank, wie wichtig jetzt auch die Tagestouristen seien. Und betonte, dass aus diesem Grund mehr Busparkplätze für die Innenstadt benötigt werden.

Bei einer anschließenden Gesprächsrunde betonte Dehoga-Vizepräsident Niklaus Kaiser von Rosenburg, der die Hotels Baseler Hof und Mellingburger Schleuse führt, dass Tagestouristen aber nicht die Probleme der Hotellerie lösen können. Gastgeber Wolfgang Raike, Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbandes Hamburg (TVH), hatte bereits in seinem Grußwort am Donnerstag eine zentrale Forderung formuliert.

Wir brauchen eine groß angelegte Kampagne, um für Hamburg als Reiseziel zu werben

„Wir brauchen einen touristischen Masterplan, der vor allem auch die Veränderungen nach Corona berücksichtigt. Dabei geht es um Mobilitätsangebote bei der An- und Abreise, eine Aufwertung der Innenstadt und neue Attraktionen.“ Und es sei vor allem wichtig, die Eigenschaften von Hamburg herauszustellen, die diese Stadt prägen und zu einem unverwechselbaren Reiseziel machen. Auch die Zweite Bürgermeisterin sprach sich für einen touristischen Masterplan aus.

Klartext sprach Christina Block, Hausherrin im Grand Elysée und TVH-Vizevorsitzende. „Wir brauchen eine groß angelegte Kampagne, um für Hamburg als Reiseziel zu werben. Aber dafür muss die Stadt Geld lockermachen.“ Und es gibt auch bereits eine Kampagne, die die Hamburg Tourismus GmbH (HHT) ausgearbeitet hat und die dem Aufsichtsrat des HHT-Gesellschafters Hamburg Marketing vor geraumer Zeit vorgestellt wurde. Die Teilnehmer der Sitzung sollen angetan gewesen sein, aber noch wird darüber diskutiert, aus welchem Topf das Geld dafür kommen soll.