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Corona: Wichtige Fährverbindung wieder eingestellt

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Überblick: Weiterer Corona-Toter in Hamburg. Camping-Überraschung. Schulbehörde präzisiert Krankheitsregeln. Seifen-Konsum steigt.

Hamburg. In Hamburg wurde am Mittwoch ein zweiter Corona-Todesfall innerhalb einer Woche vermeldet. Die Zahl der Neuinfektionen erhöhte sich im Vergleich zu den Vortagen nicht.

Am Flughafen werden ab sofort weitere Soldaten für die Nachverfolgung von Reiserückkehrern eingesetzt. Unterdessen werden im Norden weiter die Schulregelungen debattiert und Color Line stellt seine erst kürzlich wieder aufgenommene Fährverbindung zwischen Kiel und Oslo wieder ein.

Lesen Sie hier alle Nachrichten zu Corona am Mittwoch, 26. August:

Interaktive Karte: Das Coronavirus in Deutschland und weltweit

Color Line stellt Fährverkehr zwischen Kiel und Oslo ein

Die norwegische Reederei Color Line unterbricht in der Corona-Pandemie von Freitag an erneut den regelmäßigen Fährbetrieb zwischen Kiel und Oslo. Ausschlaggebend sei die Empfehlung des norwegischen Gesundheitsamtes, eine Quarantänepflicht für Reisende aus Deutschland einzuführen, wie die Reederei am Mittwoch mitteilte. Es werde erwartet, dass die norwegische Regierung dieser Empfehlung kurzfristig folgt. „Wir bitten um Verständnis. Infektionssicherheit hat für uns höchste Priorität“, sagte Color-Line-Chef Trond Kleivdal. Wie lange die Unterbrechung dauert, stehe noch nicht fest.

Die Schiffe „Color Magic“ und „Color Fantasy“ werden den Angaben der Reederei zufolge weiterhin regelmäßig in Kiel zu sehen sein. Sie verkehren ab Oslo ausschließlich als Ostsee-Kreuzfahrt ohne Landgang. Der Fährverkehr von und nach Norwegen wird mit der Superspeed-Verbindung zwischen dem dänischen Hirtshals und den norwegischen Häfen Kristiansand und Larvik bedient. Der Frachtverkehr zwischen Deutschland und Norwegen sowie zwischen Dänemark und Norwegen werde von Color Line planmäßig aufrechterhalten.

Die Reederei hatte erst Mitte Juli nach rund viermonatiger Zwangspause wegen der Corona-Pandemie wieder deutsche Passagiere für ihre Fahrten zwischen Oslo und Kiel an Bord genommen. Bereits seit Mitte Juni fuhren die „Color Fantasy“ und die „Color Magic“ wieder auf der Strecke Oslo-Kiel. Sie nahmen aber nur norwegische Passagiere mit.

Positiver Test: 80 Wentorfer Schüler in Quarantäne

Nach einer bestätigten Corona-Infektion einer Schülerin in Wentorf bei Hamburg wurden etwa 80 Schüler sowie drei Lehrer vom Kreisgesundheitsamt in die häusliche Isolation geschickt. Die Schülerin hatte in der vergangenen Woche Covid-19-Symptome entwickelt und war zu Hause geblieben. Nach dem nun positiven Test müsse laut Behörde davon ausgegangen werden, dass sie bereits ansteckend gewesen sein könnte, als sie am vergangenen Mittwoch in ihrer Klasse war. Nun soll umfangreich getestet werden.

Im Kreis Stormarn ist die Zahl der Infizierten binnen 24 Stunden um einen weiteren Fall auf 527 gestiegen. In stationärer Behandlung befindet sich aktuell kein Infizierter aus dem Kreisgebiet. 25 Personen sind sich in häuslicher Quarantäne, 467 gelten als genesen und dürfen sich wieder frei bewegen. 35 infizierte Stormarner sind seit Beginn der Pandemie gestorben.

Quarantäne-Eklat? CDU kritisiert Rabe

Vor dem Hintergrund der präventiven Quarantäne für elf Klassen sowie einen Oberstufenkurs der Stadtteilschule Wilhelmsburg übt die CDU-Bürgerschaftsfraktion scharfe Kritik an Ties Rabe (SPD). Hamburgs Schulsenator lasse Schulen und Lehrkräfte bei der Umsetzung der Corona-Regeln allein, meint die schulpolitische Sprecherin der CDU, Birgit Stöver.

Überhaupt herrsche ihrer Ansicht nach „Corona-Regelchaos“ an Hamburgs Schulen. „Anstatt nach gut drei Wochen Regelbetrieb mit einem konkreten Konzept mit einheitlichen Regeln für Klarheit zu sorgen und transparent über das Vorgehen bei einem Corona-Fall an einer Schule zu informieren, sind unzählige Regeln und Dokumente im Umlauf“, so Stövers Vorwurf.

An der Stadtteilschule hat das zuständige Gesundheitsamt für sämtliche Schüler Quarantäne angeordnet, die mit einer positiv auf Covid-19 getesteten Lehrkraft Kontakt hatten. Diese sei als sogenannter Springer „unglücklicherweise in vielen Klassen im Einsatz“ gewesen, wie es seitens der Schulbehörde auf Abendblatt-Anfrage hieß.

Corona an Hamburgs Schulen: Infektionsketten sind denkbar:

Corona an Hamburgs Schulen: Infektionsketten sind denkbar

In diesem Fall blieben aus Sicht der CDU einige Fragen offen, sagte Stöver: „Warum wurde die Lehrerin als Springerin in so vielen Klassen eingesetzt, wo doch eine Begrenzung der Kontakte vorgegeben ist?“ Zudem sei nicht ersichtlich, weshalb derart viele Schüler nun zuhause bleiben müssten, „wo die Lehrkräfte doch verpflichtet sind, Masken zu tragen, wenn sie im direkten Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern sind?“.

Solchen „Einzelfallentscheidungen“ können laut Stöver nur „mit klaren Regeln“ entgegentreten werden: „Wir brauchen endlich einen einheitlichen Corona-Reaktionsplan zwischen Gesundheits- und Schulbehörde. Nur so wird es ausreichend Klarheit und Unterstützung für die Schulen geben.“

Lage an Stadtteilschule entspannt sich

Inzwischen hat sich die Lage an der Stadtteilschule Wilhelmsburg offenbar entspannt. Für neun von elf in Quarantäne geschickte Klassen soll die präventive Maßnahme am Donnerstag enden, wie Sorina Weiland, Sprecherin des zuständigen Bezirksamtes Hamburg-Mitte, am Mittwoch auf Abendblatt-Anfrage sagte.

Weil an der Schule eine infizierte Lehrkraft als „Springer“ in vielen Klassen im Einsatz gewesen war, hatte das zuständige Gesundheitsamt zunächst eine Quarantäne für eine Vorschul- und für eine 1.Klasse, für eine achte Klasse, die gesamte neunte Jahrgangsstufe und für einen Theaterkurs angeordnet.

Holstein Kiel plant Test vor 500 Zuschauern

Fußball-Zweitligist Holstein Kiel plant sein letztes Testspiel vor der neuen Saison gegen den Drittligisten FC Hansa Rostock am 5. September nach den aktuellen Corona-Regeln vor 500 Zuschauern. „Wir freuen uns sehr, einer, wenn auch kleinen Anzahl KSV-Fans und -Partnern den Stadionbesuch wieder ermöglichen zu können“, sagte Kiels Geschäftsführer Wolfgang Schwenke.

Die Tickets sollen nur von Dauerkartenbesitzern gekauft werden können, die den Club während der coronabedingten Geisterspiele mit einer Spende unterstützt haben. Verzichtet wird auf Stehplätze und den Ausschank von Alkohol.

Weitere Soldaten an den Hamburger Flughafen

Seit 12. August unterstützen 16 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr Hamburgs Gesundheitsbehörde am Flughafen bei der Nachverfolgung möglicher Infektionsketten.

Am Montag hat die Stadt einen weiteren Antrag auf Amtshilfe gestellt, dem die Bundeswehr nun mit 20 zusätzlichen Soldaten nachkommt. Die Mitglieder des Versorgungsbataillon 142 in Hagenow sind ab sofort am Airport im Einsatz.

Dort sollen sie montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr die Gesundheitsämter bei der Überprüfung der Aussteige-Karten von Reiserückkehrern aus Risikogebieten entlasten. Koordiniert wird der administrative Einsatz vom Landeskommando Hamburg.

"Wir sind am Limit": Tschentscher kritisiert Teststrategie:

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Hamburger wollen deutlich mehr Seife

Während des Lockdowns zu Beginn der Corona-Pandemie haben viele Deutsche deutlich mehr Seife gekauft als normalerweise. Und offenbar waschen sich die Menschen zwischen Hamburg und München auch weiterhin deutlich häufiger die Hände: Im ersten Halbjahr hat sich der Seifen-Umsatz bundesweit nahezu verdoppelt. Nach aktuellen Angaben des Industrieverbands Körperpflege und Waschmittel beträgt die Steigerung in dem Segment 86,4 Prozent.

Auch in Hamburg hält der coronabedingte Waschfimmel an. Leere Regale gibt es zwar inzwischen nicht mehr, aber bei Stichproben fallen immer wieder Lücken im Seifen-Sortiment auf. Bei der Hamburger Drogeriewarenkette Budnikowsky heißt es dazu: „Nach wie vor ist die Nachfrage nach Seifen hoch und die Industrie kann nicht immer alle Bedarfe rechtzeitig erfüllen.“ Man sei aber zuversichtlich, das ursprüngliche Regalbild vollständig wiederherstellen zu können, sobald alle Beteiligten sich darauf eingestellt hätten, sagte eine Sprecherin.

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Auch der Nivea-Hersteller Beiersdorf vermeldet „eine gestiegene Nachfrage in den Produktkategorien der Hand- und Körperhygiene“. Das Unternehmen habe kurzfristig reagiert und die Produktionsmengen dementsprechend anpasst, hieß es auf Anfrage des Abendblatts.

Insgesamt ist der Inlandsumsatz in der Branche um 3,9 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro gestiegen. Der Absatz von Lippenstiften & Co. sank dabei um knapp 14 Prozent. Bei Düften liegt das Minus bei knapp 25 Prozent. Putzmittel wurden dagegen mehr gekauft (plus 12 Prozent). Unter dem Strich bleibt allerdings ein dickes Minus von 6,2 Prozent: Das Exportgeschäft verlor zwischen Januar und Juni 18 Prozent und ging auf 4,1 Milliarden Euro zurück.

Zahl der Corona-Toten in Hamburg steigt

In Hamburg ist ein weiterer Mensch an Covid-19 gestorben. Die Gesamtzahl der vom Institut für Rechtsmedizin am UKE ermittelten Corona-Toten liege in der Hansestadt damit nun bei 233, teilte die Gesundheitsbehörde am Mittwoch mit. Zuletzt war am vergangenen Donnerstag ein Corona-Patient verstorben, nachdem zuvor drei Wochen lang kein Todesfall mehr registriert worden war.

Die Zahl der registrierten Corona-Infizierten ist in Hamburg indes im Vergleich zum Vortag erneut um 27 auf nun 6136 Fälle gestiegen. Von den seit Beginn der Pandemie positiv auf das Virus getesteten 6136 Menschen können nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen rund 5400 als genesen angesehen werden. In Hamburger Krankenhäusern wurden Stand Dienstag (14 Uhr) unverändert 17 Covid-19-Patienten behandelt. Acht von ihnen lagen demnach auf Intensivstationen. Das sei einer weniger als am Vortag.

Mit 10,2 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner liegt Hamburg nach wie vor deutlich unter der Grenze von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, die neue Beschränkungen nach sich ziehen könnte. Am Dienstag lag der Wert bei 10,3.

Heftige Kritik an Hamburger Bordell-Beschluss

Die Gruppierung „Sexy Aufstand Reeperbahn“ hat empört auf die Entscheidung des Hamburger Senats reagiert, die Bordelle der Hansestadt wegen der Corona-Pandemie weiter geschlossen zu halten. „Herr (Bürgermeister Peter) Tschentscher, wir sind fassungslos“, heißt es auf der Homepage der Gruppe. „Wir sind und waren solidarisch mit seinen Hamburger Mitbürgern, haben weder illegal gearbeitet noch lautstark protestiert!“ Doch die Entscheidung des Senats habe einmal mehr aufgezeigt, „dass wir Menschen am Rande der Gesellschaft sind und wohl immer bleiben werden – ganz egal ob wir uns anständig vernünftig und coronakonform verhalten – oder eben auch nicht“.

Der rot-grüne Senat war am Dienstag dem Wunsch vieler Prostituierter auf eine Wiedereröffnung der Bordelle zum 1. September nicht gefolgt, hatte stattdessen entschieden, die bereits seit Mitte März geschlossenen Bordelle noch bis Ende November nicht wieder öffnen zu lassen. Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) stellte zwar in Aussicht, dass eine Wiedereröffnung auch früher erfolgen könnte. „Man muss aber sagen, dass wir auch angesichts der Diskussionen, die auf Bundesebene laufen, die gegenwärtige Infektionslage gerne noch eine Weile beobachten wollen, bevor wir hier zu einer Öffnung kommen“, sagte Leonhard. Außerdem müsse erst mit den Nachbarbundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen eine einheitliche Regelung gefunden werden.

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„Sexy Aufstand Reeperbahn“ – nach eigenen Angaben eine Bewegung von Frauen für Frauen, für Solidarität für St. Pauli, für Gleichberechtigung und gegen Stigmatisierung – kritisierte, dass die Corona-Pandemie als Werkzeug dafür benutzt werde, „die Prostitution still, leise und über einen langen Zeitraum wieder zu verbieten“. Die Entscheidung des Senats sei auf jeden Fall keine im Sinne der Pandemiebekämpfung. „Die Fallzahlen in Hamburg sind niedrig. Die Folgen dieser Entscheidung sind absehbar und wir empfinden diese als fahrlässig und realitätsfremd.“

Corona-Krise: Bürgermeister Tschentscher zur Lage in Hamburg:

Corona-Krise: Bürgermeister Tschentscher zur Lage in Hamburg

Schleswig-Holstein wird Verordnungen verlängern

In Schleswig-Holstein wird es vorerst voraussichtlich keine größeren Lockerungen geben (siehe auch früherer Eintrag). Die beiden derzeit gültigen und bis einschließlich zum 30. August befristeten Verordnungen zur Bekämpfung der Pandemie würden verlängert, teilte die Landesregierung am Mittwoch mit. Die Verlängerung der Corona-Bekämpfungsverordnung und der Quarantäneverordnung soll formal an diesem Freitag erfolgen.

Die Landesregierung will mögliche Ergebnisse der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Donnerstag berücksichtigen. Inhaltliche Anpassungen könnten dann bis Mitte kommender Woche bei einer Überarbeitung der Verordnungen erfolgen, hieß es. Größere Anpassungen seien allerdings angesichts der derzeitigen Infektionszahlen nicht zu erwarten, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Er erinnerte daran, dass Reiserückkehrer aus Risikogebieten nach Schleswig-Holstein bereits nach der gültigen Regelung mindestens fünf Tage in Quarantäne müssen, bis das Ergebnis eines zweiten negativen Tests vorliegt. Damit folge Schleswig-Holstein den Empfehlungen der Mediziner und berücksichtige die Inkubationszeit. Zudem müssen sich Reiserückkehrer umgehend bei ihrem Gesundheitsamt melden. Wer sich nicht daran hält, dem drohen dem Sprecher zufolge hohe Bußgelder.

Bijou Brigitte: Millionenverluste durch Corona

Die Corona-Krise trifft den Hamburger Modeschmuck-Konzern Bijou Brigitte schwer. Wie das Unternehmen per Adhoc-Mitteilung bekannt gab, beträgt der vorläufige Verlust vor Steuern im ersten Halbjahr 30,3 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. In den ersten sechs Monaten 2019 hatte Bijou Brigitte mit Ketten, Ohrringen und Armbändern noch einen Gewinn von 6,6 Millionen Euro eingefahren. Der vorläufige Verlust nach Steuern für das erste Halbjahr liegt demnach bei 25,1 Millionen Euro (2019: 3,7 Millionen Euro Gewinn). Der Umsatz war in dem Zeitraum auf 82,8 Millionen Euro zurückgegangen. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 149,3 Millionen Euro gewesen. Das entspricht einem Minus von 44,5 Prozent.

„Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Bijou-Brigitte-Konzerns wurde maßgeblich von den Maßnahmen der Regierungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus belastet“, heißt es in der Mitteilung. Nicht nur in Deutschland waren die Läden wochenlang geschlossen. Danach lief das Geschäft nur zögerlich wieder an. Durch Einsparungen bei Mieten und Personal über die Kurzarbeiterreglung sei es gelungen, den Verlust zu begrenzen, sagte eine Sprecherin. Allerdings wurde das Filialnetz im Vergleich zum Jahresende 2019 um 14 Filialen auf aktuell 1028 Standorte in 20 Ländern verkleinert.

Im Juni hatte die Hauptversammlung des börsennotierten Unternehmens mit 3000 Mitarbeitern eine Aussetzung der Dividende beschlossen. Die Aktie ließ am Mittwoch erneut etwas nach. Die angepasste Umsatz- und Ergebnisprognose für 2020 will Bijou Brigitte im September im Rahmen des Halbjahresfinanzberichts veröffentlichen.

SH-Kritik an "knauserigen" Kinderkrankentagen

Schleswig-Holsteins Gesundheits- und Familienminister Heiner Garg (FDP) hat die Aufstockung der Kinderkrankentage durch die Bundesregierung als unzureichend kritisiert. „Es ist zwar begrüßenswert, dass die Koalition erkannt hat, dass es bei der Anzahl der Kinderkrankentage ein Problem gibt“, sagte Garg in Kiel. „Der sehr knauserige Nachschlag durch die Bundesregierung dürfte aber an dem bestehenden Problemen vieler Familien nichts ändern.“ Eine Wertschätzung für die Leistungen der Familien in der Corona-Krise sehe anders aus.

Die Bundesregierung hatte am Dienstag beschlossen, dass gesetzlich Versicherten in diesem Jahr wegen der Corona-Krise mehr Krankentage zur Betreuung ihrer Kinder zur Verfügung stehen. Für Elternpaare soll das Kinderkrankengeld für jeweils fünf weitere Tage und für Alleinerziehende für zusätzliche zehn Tage gewährt werden.

Zur Pflege eines erkrankten Kindes stehen Eltern in der Regel pro Jahr zehn freie Arbeitstage zu, bei Alleinerziehenden sind es bis zu 20 Tage. Das gilt für alle Kinder unter zwölf Jahren. In diesem Jahr haben Elternpaar mit der Erhöhung der Zahl zwei mal 15 Tage zur Verfügung und Alleinerziehenden mit der Erhöhung insgesamt 30 Tage. In der aktuellen Ausnahmesituation wäre nach Auffassung Gargs eine Verdoppelung angemessen gewesen – also für Eltern zwei mal 20 Tage und für Alleinerziehende insgesamt 40 Tage.

Niedersachsen: Campingplätze überholen Hotels

Auch die Tourismusbranche in Niedersachsen hat die Corona-Pandemie im ersten Halbjahr deutlich zu spüren bekommen: Mit rund 3,4 Millionen Gästen kamen nur knapp halb so viele (minus 51,9 Prozent) wie in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Im Juni waren es etwa 860.000 Gäste und damit knapp 48,8 Prozent weniger als im Juni 2019, wie aus vorläufigen Zahlen des Landesamts für Statistik hervorgeht. Die Zahl der Übernachtungen ging um fast 37,9 Prozent auf gut 3,1 Millionen im Vergleich zum Vorjahresmonat zurück.

Die gefragtesten Quartiere waren im Juni Campingplätze. Dort wurden gut 100.000 Übernachtungen mehr gebucht als in Hotels. Mit 783.000 gebuchten Übernachtungen fiel der Einbruch bei den Campingplätzen demnach verhältnismäßig gering aus: Minus 5,7 Prozent gegenüber dem Juni 2019. Die 674.000 Übernachtungen in Hotels bedeuteten ein Minus von 49,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

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Insgesamt verzeichneten die niedersächsischen Beherbergungsbetriebe im ersten Halbjahr 2020 einen Rückgang bei der Zahl der gebuchten Übernachtungen von 47,5 Prozent auf knapp 10,8 Millionen. Darin enthalten waren mehr als 710.000 Übernachtungen von ausländischen Gästen (minus 58,3 Prozent).

Hamburg und Schleswig-Holstein teilen Schicksal

In der vergangenen Woche war bereits die Halbjahres-Bilanz für den Tourismus in Hamburg und Schleswig-Holstein veröffentlicht worden: Demnach musste das Hotelgewerbe der Hansestadt ein Minus von 56,5 Prozent bei der Zahl der Gäste und von 55,5 Prozent bei den Übernachtungen hinnehmen müssen.

In Schleswig-Holstein ging die Gästezahl um 43,3 Prozent auf 2,23 Millionen zurück. Bei den Übernachtungen bedeuteten 9,04 Millionen ein Minus von 37,9 Prozent zum gleichen Vorjahreszeitraum.

Weihnachtsmärkte: Lübecker Klinik reagiert

In diesem Jahr wird es in Lübeck keinen Weihnachtsmarkt im Heiligen-Geist-Hospital geben. Das Risiko, dass das Coronavirus durch den Weihnachtsmarkt in die benachbarte Senioreneinrichtung hineingetragen werden könnte, sei angesichts wieder steigender Infektionszahlen zu groß, sagte eine Sprecherin des veranstaltenden Verbandes Frau und Kultur. Es ist der zweite Ausfall des Marktes innerhalb von drei Jahren. 2017 war der Markt bereits wegen Bauarbeiten im Hospital abgesagt worden.

Die Planungen für die übrigen zwölf Weihnachtsmärkte in Lübeck laufen unterdessen weiter. Es werde möglicherweise weniger Stände oder eine Begrenzung von Besucherzahlen geben, sagte eine Sprecherin von Lübeck und Travemünde Marketing am Mittwoch. Derzeit gehe man davon aus, dass Lübeck auch in diesem Jahr wieder zur „Weihnachtsstadt des Nordens“ werde, Zuvor hatten die „Lübecker Nachrichten“ berichtet.

DFB-Pokal: Todesfelde trotz Corona zuhause?

Schleswig-Holsteins Pokalsieger SV Todesfelde hofft weiter darauf, in der ersten Runde des DFB-Pokals im heimischen Sportpark gegen den Zweitligisten VfL Osnabrück antreten zu können. „Wir haben ein schlüssiges Konzept vorgelegt und ebenso genügend Helfer, um das Spiel in Todesfelde realisieren zu können“, sagte der Vereinsvorsitzende Holger Böhm auf Nachfrage.

Für Mittwoch hatte sich eine DFB-Delegation angekündigt, um den Platz in der 1090-Einwohner-Gemeinde im Kreis Segeberg unter die Lupe zu nehmen, auf dem der Fünftligist seine Spiele absolviert. Nach den aktuellen Corona-Vorgaben dürften beim Pokal-Kracher insgesamt 500 Menschen auf der Anlage sein. Böhm: „Somit dürfen nach den aktuellen DFB-Richtlinien derzeit rund 250 Fans live vor Ort sein. Darauf wollen wir nicht verzichten.“

Unterstützung erhält der Vereinsboss vom Hauptsponsor Bernd Jorkisch: „Das Spiel gegen den VfL Osnabrück ist der bisherige Höhepunkt in unsere langjährigen Vereinsgeschichte. Gerne werde ich meinen Beitrag leisten, damit wir diesen Pokal-Hit in Todesfelde veranstalten können“, sagte der 63-Jährige.

Die Entscheidung, ob zwischen dem 11. und 14. September in Todesfelde gespielt werden kann, soll kurzfristig fallen. Alternative Austragungsorte könnten Lübeck, Norderstedt oder Malente sein. In Malente hatte der SVT mit dem 3:2-Pokalsieg über den VfB Lübeck den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte gefeiert.

Prien verteidigt Präsenz-Pflicht für Lehrer

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien hat in einer Regierungserklärung betont, dass Bildung und Schule in der Corona-Pandemie höchste Priorität hätten. Flächendeckende Schulschließungen wie im März und April könnten nur das äußerste Mittel in einer sich extrem verschärfenden Situation sein, sagte die CDU-Politikerin in der ersten Landtagssitzung nach der Sommerpause.

Prien bekräftigte ihre Einschätzung, die Schulen seien gut in das neue Schuljahr gestartet. Jeden Tag sei an mehr als 98 Prozent der Schulstandorte ein geregelter Präsenzunterricht für alle Schüler möglich. Die meisten Lehrer unterrichteten selbstverständlich wieder im Klassenraum und seien glücklich, ihre Schüler regelmäßig im Unterricht zu sehen.

Angesichts von Kritik daran, dass viele Lehrer trotz ärztlicher Atteste nicht vom Präsenzunterricht befreit wurden, sagte Prien, die Regierung halte sich an Recht und Gesetz: Sie könne Lehrkräfte nicht anders behandeln als Polizeibeamte oder Busfahrer. „Wir tragen dabei eine besondere Verantwortung“, sagte Prien. „Denn jede Freistellung vom Präsenzunterricht geht auf Kosten der Unterrichtsversorgung.“

Priens Regierungserklärung löste in der Landtagssitzung anschließend allerdings eine heftige Debatte aus.

Hamburger IT-Experte warnt vor "VPN-Falle"

Der Hamburger IT-Experte Detlef Schmuck appelliert an Unternehmen, sich mit einer verbesserten technischen Infrastruktur auf eine zweite Corona-Welle vorzubereiten. Viele Firmen hätten ihre Mitarbeiter im Frühjahr "Hals über Kopf" ins Homeoffice geschickt, ohne dabei ausreichend an den Datenschutz gedacht zu haben, sagt der Geschäftsführer des Hamburger Datendienstleisters TeamDrive. Dies hätten zahlreiche Abmahnanwälte sowie die Hackerszene zwischenzeitlich "weidlich" ausgenutzt, so Schmuck.

"Daher ist es für die Unternehmen höchste Zeit, ihre Firmen-IT dauerhaft auf flexible Homeoffice-Arbeitsplätze einzurichten", sagt Schmuck, der dabei vor allem auch vor der "VPN-Falle" warnt. Die Einrichtung eines virtuellen privaten Netzwerks (VPN) sei nicht nur mit hohem Kosten- und Zeitaufwand verbunden, sondern schaffe auch keineswegs per se eine Konfiguration, die den Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) entspräche.

"Das VPN sorgt einzig und allein dafür, dass entfernte Rechner abhörsicher angebunden werden – mehr nicht. Datenschutz, Revisionssicherheit und die Befolgung der GoBD, wie sie in Deutschland zwingend vorgeschrieben sind, werden durch VPN nicht gewährleistet." Die bessere Alternative sei ein Clouddienst, der allen gesetzlichen Anforderungen genüge. "Nach der jüngsten Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs kommen hierfür keine US-Firmen in Frage, sondern nur Anbieter, die ihren Hauptsitz in der EU haben", so Schmuck.

33 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein ist die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen innerhalb eines Tages um 33 gestiegen. Wie die Landesregierung mitteilte, wurden bisher (Stand Dienstagabend) 3960 Corona-Fälle im nördlichsten Bundesland registriert.

Im Zusammenhang mit dem Virus starben 160 Menschen. Im Krankenhaus werden sechs Corona-Patienten behandelt. Rund 3500 der seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten gelten laut Landesregierung inzwischen als genesen.

Corona in Hamburg: Verbote und Lockerungen ab 1. September:

Corona in Hamburg: Verbote und Lockerungen ab 1. September

Hamburg: Freibäder schließen, Thermen öffnen

Bäderland Hamburg rechnet aufgrund der Wetterlage mit einem Ende der Freibadsaison Ende August. Kleiner Trost: Am Dienstag hat der Hamburger Senat beschlossen, dass Saunen und Dampfbäder bald wieder öffnen können. Zwar müssten zunächst noch einige Tests absolviert werden. Bäderland-Pressespreche Michael Dietel geht aber davon aus, dass die Thermen Mitte September wieder öffnen können. Das betreffe beispielsweise das Holthusenbad, die Bartholomäus-Therme oder das MidSommerland.

Während Hallenbäder unverändert weiter geöffnet hätten, werde bei so genannten Kombi-Bädern der Außenbereich geschlossen. Das Kaifu-Bad und der Stadtparksee bleiben laut Dietel vorerst im Standby-Modus und können bei gutem Wetter bis Mitte September wieder geöffnet werden. Kombi-Standorte wie das Kaifubad verfügen über einen Außen- und einen Hallenbereich.

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In Zeiten von Corona wird die Zahl der Besucher den Angaben zufolge weiterhin durch die Größe des Wasserbeckens begrenzt. Jeder Besucher soll demnach im Wasser mindestens zwei Meter Platz um sich herum haben. Tickets können laut Bäderland GmbH online oder vor Ort gekauft werden – allerdings nur solange der Vorrat reicht. „Das ist eine ungewöhnliche Situation“, sagt Dietel. Durch die aktuellen Beschränkungen seien die Anlagen der Bäderland GmbH nur noch zu 20 Prozent ausgelastet.

Die neuen Lockerungen im Überblick:

  • Hotels und Gaststätten in Hamburg dürfen Essen wieder in Buffetform anbieten
  • Die Regel, dass sich in einem Geschäft nur eine Person pro zehn Quadratmeter aufhalten darf, wird aufgehoben
  • Mannschaftssportarten wie Handball, Fußball, Basketball sind wieder erlaubt, wenn an einem Spiel maximal 30 Personen beteiligt sind – Trainer und Betreuer zählen nicht mit
  • Saunen, Dampfbäder und Whirlpools dürfen wieder betrieben werden
  • An den Hochschulen sind Präsenzseminare wieder möglich
  • Grundschulkinder dürfen am Unterricht auch teilnehmen, wenn sie unter einem Schnupfen leiden
  • Tagespflegeeinrichtungen dürfen wieder öffnen

Familienfeiern: Schleswig-Holstein als Vorbild?

Die Corona-Beschränkungen für Familienfeiern in Schleswig-Holstein könnten nach Ansicht von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) Grundlage für eine bundeseinheitliche Regelung sein. „Wir haben hier ein strenges Regelwerk und von daher können wir vielleicht ja auch als Vorbild dienen“, sagte Günther mit Blick auf die Schalte der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag. Dabei soll über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten werden. Strittig ist, ob es wieder mehr bundesweite Vorgaben geben soll.

In Schleswig-Holstein sind bei privaten Festen und Feiern im Freien bis zu 150 Teilnehmer erlaubt und in geschlossenen Räumen bis zu 50 Teilnehmer. Dabei muss in jedem Fall der Mindestabstand gewahrt werden. Die Kontaktdaten müssen erfasst und für vier Wochen aufbewahrt werden. Diese Regelung gilt in Schleswig-Holstein zum Beispiel für Hochzeiten oder Beerdigungen.

Bundesweit differieren die Regelungen für Familienfeiern teils erheblich. In Bayern zum Beispiel, das mit mehr als 2600 Corona-Toten bundesweit mit Abstand die meisten Todesopfer hat, gibt es in privaten Räumen und Gärten keine strikte zahlenmäßige Beschränkung. Allerdings soll dort die Personenzahl so begrenzt werden, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Hochzeits- und andere Feiern, aber auch Schulabschlussfeiern und Vereinssitzungen dürfen in Bayern stattfinden mit bis zu 100 Personen in Innenräumen oder bis zu 200 Personen im Freien.

Bei Thema Familienfeiern bestehe schon eine „eine große Sorge“, sagte Günther. „Wir sehen das ja auch an den Infektionszahlen.“ Er sei offen, bei Familienfeiern eine bundesweit einheitliche Linie zu fahren.

Eimsbüttel genehmigt viele Open-Air-Events

Damit Künstler trotz der Corona-Pandemie auftreten können, hatte die Bezirksversammlung Eimsbüttel bereits im Juni beschlossen, in diesem Sommer mehr Kunst und Kultur in Eimsbütteler Parks und Grünflächen zu erlauben. Das Bezirksamt hat seitdem eine ganze Reihe von Veranstaltungen genehmigt – von der Chorprobe bis zum Open-Air-Kino.

„Da wir derzeit noch kein Ende der Corona-Maßnahmen absehen können, ist jeder kleine Beitrag wichtig, um unsere Kulturlandschaft zu erhalten“, sagt Ernst Christian Schütt, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Bezirksfraktion.

Diese Grünflächen dürfen genutzt werden:

  • Wehbers Park
  • Kleine Moorweide
  • Kaiser-Friedrich-Ufer
  • Stadtpark Eimsbüttel
  • Eichenpark
  • Bei der Christuskirche
  • Bei der Apostelkirche

Verschnupfte Schüler: Diese Regeln gelten

Nachdem sich in der Elternschaft, aber auch in mancher Lehrerschaft Unsicherheit und Unmut über unpräzise Vorgaben zum Umgang mit erkälteten Schülern breitgemacht hatte, haben Hamburgs Gesundheits- sowie Schulbehörde nun noch einmal ein überarbeitetes Konzept verbreitet.

In dem Schaubild (siehe links), das nach dem Beschluss von Dienstag nun über die Schulleitungen an die Eltern verteilt wird, sind die Regelungen aufgelistet, ab wann Kinder dem Unterricht fern- und lieber zuhause bleiben sollen. Die Regelungen gelten für Grundschulen und weiterführende Schulen ab Klasse 5.

Das Wichtigste: Bei Fieber ab 38,0 Grad, bei trocken Husten oder Halsschmerzen sowie bei Verlust von Geschmacks- oder Geruchssinn, der nicht durch einen Schnupfen herbeigeführt wurde, dürfen Kinder nicht in die Grundschule gehen. Das weitere Vorgehen müssen Eltern dann jeweils mit einem Arzt und/oder dem Gesundheitsamt besprechen.

Wie Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard bereits am Dienstag betont hatte, gilt "ein einfacher Schnupfen" hingegen nicht als Ausschlussgrund. Und: Gesunde Geschwister eines erkrankten Kindes dürfen in jedem Fall weiter zur Schule gehen – sofern keine generelle Quarantäne durch das Gesundheitsamt angeordnet wurde.

Corona-Boom bei Luxus-Immobilien

Trotz oder gerade wegen Corona gibt es offenbar eine hohe Nachfrage nach Luxusimmobilien. Der international agierende Hamburger Makler Engel & Völkers verzeichnet nach eigenen Angaben eine deutliche Zunahme von Kaufabschlüssen im Luxussegment. Im Juli seien die Abschlüsse im Bereich zwischen zwei und fünf Millionen Euro um 60 Prozent gegenüber Juli 2019 gestiegen. Statt 73 wechselten 116 Immobilien in dieser Preisklasse mithilfe des Unternehmens den Besitzer. „Wir sehen deutliche Nachholeffekte und eine hohe Käuferaktivität an deutschen und ausländischen Immobilienmärkten“, sagt Sven Odia, Vorstandsvorsitzender der Engel & Völkers AG. In Deutschland, Österreich und der Schweiz lägen die Abschlüsse wieder auf dem Niveau vor der Pandemie. In den USA und Kanada sei der Vorjahreswert bereits überschritten worden.

Der Trend setze sich auch im zweiten Halbjahr fort. Das Transaktionsvolumen des Maklers auf Mallorca sei im Juli 2020 um 75 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gewachsen und betrage 49 Millionen Euro. „Internationale Käufer sehen Mallorca als sicheren Hafen für Immobilien im Premiumsegment“, sagt Florian Hofer, Geschäftsführer von Engel & Völkers auf den Balearen. Die Corona-Pandemie fördere die Nachfrage nach Luxusimmobilien. „Viele Kunden möchten in Zeiten von Corona nicht auf das Reisen verzichten, suchen aber nach Alternativen zu einem Hotel“, sagt Odia.

Oft falle die Entscheidung für einen exklusiven Zweitwohnsitz, beispielsweise auf Mallorca, an der Côte d’Azur oder in der Toskana. Gefragt sind Immobilien mit weitläufigen Grundstücken. Zu den wichtigsten Kaufkriterien gehörten ein Garten, der ausreichend Privatsphäre bietet, sowie eine große Wohnfläche.

"Jamaika" plant keine größeren Lockerungen

Die Koalition aus CDU, Grünen und FDP in Schleswig-Holstein will offenkundig zum September keine größeren Corona-Lockerungen beschließen. „Wir bleiben auf dem Level, das wir jetzt erreicht haben“, sagte CDU-Fraktionschef Tobias Koch am Dienstag in Kiel. Für große Änderungen sei jetzt nicht der Zeitpunkt. Koch verwies auf gestiegene Infektionszahlen. Allerdings seien die Zahlen im Norden auch nicht wirklich dramatisch.

Die Koalitionspartner hatten am Vormittag stundenlang über die neue Landesverordnung zur Corona-Bekämpfung beraten. Die geltende Verordnung läuft am Montag aus. Für konkrete Entscheidungen will „Jamaika“ noch die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag abwarten.

Alle Koalitionspartner seien darin einig, weiterhin einen sehr vorsichtigen Kurs zu fahren, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Eka von Kalben. Momentan gebe es leider keinen Grund für Lockerungen. Priorität habe für die Koalition, so viel Schulunterricht und Kinderbetreuung wie möglich zu gewährleisten. Es dürfe nicht wieder dazu kommen, dass Schulen und Kitas zuerst geschlossen werden.

Laut FDP-Fraktionsvize Anita Klahn will sie auch analysieren, wie die Maßnahmen zueinander passen, zum Beispiel zwischen Schule und Kultur. So sei es wünschenswert, dass Schulklassen gemeinsam Theatervorstellungen besuchen können. Auch hätten kleine Läden Probleme, wenn sie wegen ihrer Fläche nur zwei Kunden zur Zeit hineinlassen dürfen.

Hamburger Familientag im Zeichen von Corona

Beim 17. Hamburger Familientag vor der Handelskammer am Adolphsplatz sind am Sonnabend trotz der Kontaktbeschränkungen mehr als 50 Termine angesetzt, um Familien spielerisch weiterzubilden. Die meisten von ihnen wegen der Corona-Krise digital.

Das Angebot ist breit gefächert: In Online-Workshops gibt es etwa Tipps zu Nachhaltigkeit, Ernährung und dem Umgang mit seelischen Krankheiten bei Eltern und Kindern. Mit ausreichend Abstand finden einige Events auch im echten Leben statt. So können Eltern und Kinder zwischen einem und drei Jahren in Niendorf im Rahmen eines Musikgartens zusammen musizieren.

Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) freut sich. „In diesem Jahr ist vieles anders. Was Familien während der Corona-Krise leisten, ist von unschätzbarem Wert.“ Dass der Familientag in dieser schwierigen Lebenslage nicht ausfällt, liegt ihr daher sehr am Herzen: „Familien stehen jetzt vor besonderen Herausforderungen. Es ist deshalb gut, dass sie die Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten kennen und auch nutzen.“

Der Familientag steht unter dem Motto „Familie macht stark“. Der Eintritt ist in der Regel frei. Das komplette Angebot und Informationen zur Anmeldung gibt es unter www.hamburg.de/familientag.

Lesen Sie hier die Corona-News von Dienstag, 25. August