Hamburg

Hilfsaktion sammelt Spenden für Frauenhäuser

Die Schauspielerin Nele Demirbaga ist Mitorganisatorin der Hilfsaktion „Help for Helpers“.

Die Schauspielerin Nele Demirbaga ist Mitorganisatorin der Hilfsaktion „Help for Helpers“.

Foto: Help for Helpers

„Help for Helpers“: Die Schauspielerin Nele Demirbaga hat sich mit Freunden zusammengetan und organisiert Kleidung und Spielzeug.

Hamburg.  Dass Spenden und Helfen Hand in Hand gehen und zudem einfach ist, beweist ein Quintett junger Hamburger auf unkomplizierte Art: Ohne bürokratische Schnörkel stellt dieses Hanseaten-Team ein Projekt auf die Beine, das soziale Organisationen vor Ort unterstützt. Der Name dieser Initiative ist Programm: „Help for Helpers“. Hilfe für Helfer. Andere Städte nahmen sich ein Beispiel daran. In Köln, Stuttgart und München folgten Mitstreiter der Idee aus dem Norden und gingen an den Start. „Wir wollen noch mehr Menschen die Möglichkeit geben, rasch und wirkungsvoll helfen zu können“, sagt Nele Demirbaga.

Bei den Initiatoren handele es sich um eine „junge, coole Truppe aus Hamburg“. Die schritt im April dieses Jahres erstmals zur Tat: Mit Kleidung, Schuhen, Esswaren, Spielzeug und Bargeld wurde der gemeinnützigen Stiftung „Arche“ geholfen, Kinderarmut in unserer Stadt ein wenig zu lindern. Die einzelnen Spenden stammten aus 180 Haushalten, wurden von der Crew um Nele Demirbaga abgeholt, zusammengetragen und als großes Hilfspaket übergeben. Das kam an.

„Benötigt wird alles, was Mamis brauchen“

Aktion Nummer zwei zugunsten der Notaufnahme der Hamburger Frauenhäuser wird in den kommenden Tagen angepackt. Motto: „Let’s do it again.“ Auf ein Neues also. Am Dienstag, 25. August, holen ehrenamtliche Fahrer aus dem Freundeskreis des Quintetts auf zuvor präzise geplanten Routen Hilfsgüter von Haushalten ab, die sich zuvor via Insta­gram (@helpforhelpers_hh) gemeldet haben. Auf Klingelzeichen zur vereinbarten Zeit öffnen oder vor die Tür stellen – beides geht. Auch kleinere Sachen können helfen. Devise: Wer zum Einkauf geht, nimmt einfach ein paar Dinge mehr mit. Am Tag darauf, dem 26. August, werden die gesammelten Sachspenden im Kunstraum der Barlach Halle K am Hauptbahnhof sortiert. Wer mag oder über keinen Instagram-Zugang verfügt, kann seine Spenden an dem Mittwoch direkt am Klosterwall 13 abgeben.

Und am 27. August werden die Spenden letztlich zur Notaufnahme transportiert – um sofort genutzt zu werden. „Benötigt wird alles, was Mamis brauchen“, heißt es in dem Aufruf der Organisatoren. Gemeint sind Kleidungsstücke, neue oder wirklich gut erhaltene gebrauchte, Hygieneartikel, Spielsachen. Fantasie und Hilfsbereitschaft sind fast keine Grenzen gesetzt. „Gemeinsam sind wir stark“, weiß Frau Demirbaga (26) aus der Erfahrung der ersten Aktion.

Philosophisches Credo

Die gebürtige Hamburgerin mit Wohnsitz in Eppendorf hat zwei Kinder, zehn Monate und zwei Jahre alt, ist bekannt durch die Krankenhausserie „Club der roten Bänder“ auf Vox und war bereits im „Tatort“ präsent. Die weiteren Aktivisten der Helfercrew sind die Studentin Tho Phan, die Marketingmanagerin Lilly Wittrock, Art Director Marco Aurelio sowie Agenturprofi Robin Göbelshagen. Im Team verfügen sie über ein umfangreiches Netzwerk, das tatsächlich starkmacht.

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Bei aller praktischer Hilfe ist das Credo durchaus philosophisch: „In unsicheren Zeiten wird das Solidaritätsgefühl des Einzelnen stärker angesprochen als sonst“, formuliert das hanseatische Quintett unisono. „Viele wollen helfen – doch keiner weiß wie genau.“ Folglich habe sich „Help for Helpers“ zum Ziel gesetzt, die Unterstützung der Gesellschaft so simpel wie möglich zu machen. Leitsatz: „Als Visionäre für das einfache Spenden vereinen wir Kompetenzen, um möglichst viele Personen mit unserer Idee zu erreichen.“ Von dieser konzen­trierten Qualität profitieren dann jene in Hamburg, die es gut gebrauchen können, wenn ihnen unter die Arme gegriffen wird.

Der erweiterte Freundeskreis machte mit

Im April, als Corona Stadt und Land besonders lähmte, unternahmen die fünf Hamburger etwas. Ausgestattet mit Atemmasken und Handschuhen machten sie sich mit weiteren Helfern auf den Weg, um Waren fast jeder Art einzusammeln. Zur Unterstützung aufgefordert war der erweiterte Freundes- und Kollegenkreis von Nele, Tho, Lilly, Marco und Robin. „Die Resonanz war überwältigend und motivierend“, sagt Frau Demirbaga. Nun, bei der zweiten Aktion könne der Widerhall helfender Menschen noch größer ausfallen.

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Über die Empfänger für Teil drei der Initiative wurde noch nicht entschieden. Ein Schritt soll dem nächsten folgen. Möglicher Adressat ist zum Beispiel der „Kältebus“, ein Schutzraum für obdachlose Menschen bei großer Kälte. Doch daran ist im Hochsommer noch nicht zu denken. Sicher ist nur, dass es bis zu dieser Notlage nur eine Frage der Zeit ist. „Help for Helpers“ ist bereit.

Das bemerken auch andere: Die Aktion gehört zu den Nominierten für den Annemarie-Dose-Preis. Damit würdigt der Hamburger Senat am 27. August innovative soziale Projekte, die in herausragender Weise den sozialen Zusammenhalt in unserer Stadt stärken.