Hamburg

Bauarbeiter demonstrieren heute für mehr Lohn

In den vergangenen Jahren hat die IG Bau schon mehrfach während der Tarifverhandlungen demonstriert (Archivbild).

In den vergangenen Jahren hat die IG Bau schon mehrfach während der Tarifverhandlungen demonstriert (Archivbild).

Drei Verhandlungsrunden mit Arbeitgebern blieben ohne Ergebnis. Das will die Gewerkschaft IG Bau nicht länger hinnehmen.

Hamburg. Heute wollen in Hamburg Delegationen von Bauarbeitern aus dem Norden für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen demonstrieren. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit. „Mit ihrem Protest wollen die Beschäftigten den Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde erhöhen. Denn sie sind es, die durch ihre Arbeit den Bau-Boom auch in der Corona-Krise am Laufen halten“, sagte André Grundmann, Regionalleiter der IG BAU Region Nord.

Die Demo der Bauarbeiter:

  • Freitag, 21. August
  • seit 10.00 Uhr Demonstration vor dem Auto-Kino Heiligengeistfeld
  • Kundgebung mit: Carsten Burckhardt, IG BAU-Bundesvorstand, und André Grundmann, Regionalleiter der IG BAU Nord

In Tarifverhandlungen wurde jetzt ein Schlichter eingesetzt

Denn die Tarifverhandlungen haben sich festgefahren. Die IG BAU fordert 6,8 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 230 Euro mehr im Monat. Azubis sollen 100 Euro zusätzlich bekommen. Außerdem will die Gewerkschaft eine Entschädigung der langen Wegezeiten zu den Baustellen durchsetzen, die für Beschäftigte oft unkalkulierbar sind.

Trotz guter Wirtschaftslage hätten die Bauverbände in der seit Mai andauernden Tarifrunde noch kein Angebot vorgelegt, so die Gewerkschaft. Nachdem bereits drei Verhandlungsrunden ergebnislos geblieben sind, ist jetzt der Präsident des Bundessozialgerichts, Rainer Schlegel, als Schlichter eingesetzt worden „Sollte auch dieser Versuch scheitern, könnte die Baubranche im Norden bald stillstehen“, so Grundmann.

In Norddeutschland arbeiten 170.000 Bauarbeiter

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit beschäftigt das Bauhauptgewerbe in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern rund 170.000 Menschen. Laut dem Statistischem Bundesamt steigerten Bauunternehmen ihren Umsatz in den ersten fünf Monaten des Jahres trotz Pandemie um 7,1 Prozent.