Hamburg

Mülleimer vor dem Lokal – und keiner will mehr da sitzen

Ein überfüllter Mülleimer in Hamburg (Symbolbild).

Ein überfüllter Mülleimer in Hamburg (Symbolbild).

Foto: blickwinkel / imago

Ohne Ankündigung wurde von der Stadtreinigung ein roter Abfalleimer vor der Traditionsgaststätte Dreyer montiert.

Hamburg.  Vor der Traditionsgaststätte Dreyer in der Neustadt hängt seit fast zwei Wochen plötzlich ein roter Abfalleimer. Er wurde ohne Ankündigung von der Stadtreinigung in der Nähe der Sitzplätze vor dem Lokal montiert. Nach Angaben des Wirts Detlef Bremecker quillt in den Tagen darauf der Mülleimer über – Pfandflaschensammler wühlen den Abfall aus dem Behälter auf den Gehweg, und zu allem Überfluss zieht der Müll auch noch Wespen an.

Der 66 Jahre alte Wirt der aus dem „Tatort“ bekannten Gaststätte Dreyer, ist entsetzt, denn gerade jetzt, wenn das schöne Wetter zum Draußensitzen einlädt, möchte sich kein Gast mehr auf die Bänke setzen. Die Folgen seien Umsatzeinbußen für das Lokal: „Das können Sie sich ausrechnen. Da hat keiner gesessen“, sagt Bremecker. Er beschwert sich bei der Straßenreinigung.

Bremecker setzt der Stadtreinigung ein Ultimatum

Fast zwei Wochen tut sich nichts. Zwei Wochenenden vergehen, an denen die Plätze vor der Gaststätte frei bleiben. Schließlich versucht er es bei einem Bürgernahen Beamten, der die Beschwerde weiterleitet. Immer noch tut sich nichts. Am Montag hat Detlef Bremecker dann genug – er setzt der Stadtreinigung ein Ultimatum: Bis 14 Uhr am Dienstag müsse der Abfalleimer weg sein, sonst baue er ihn selber ab. Gestern folgt die Überraschung: Der Abfallbehälter wird am Morgen von der Stadtreinigung demontiert.

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Allerdings vielleicht nicht für immer: „Wir behalten es uns vor, den Behälter nach der Sommersaison wieder aufzuhängen“, sagt Andree Möller von der Stadtreinigung Hamburg. Man habe es mit einem hochgastronomischen Viertel zu tun und wünsche sich mehr Sauberkeit. Dafür suche man ständig nach neuen Standorten für Abfalleimer.

Detlef Bremecker ist erst einmal erleichtert. Er will sich jetzt bei dem Bürgernahen Beamten bedanken.