Flüchtlinge

Politischer Streit über die Unterkunft in Blankenese

Nach jahrelangem Streit konnten 2018 die ersten Geflüchteten in der Unterkunft am Björnsonweg in Hamburg-Blankenese einziehen. Nun droht neuer Ärger.

Nach jahrelangem Streit konnten 2018 die ersten Geflüchteten in der Unterkunft am Björnsonweg in Hamburg-Blankenese einziehen. Nun droht neuer Ärger.

Foto: Klaus Bodig

Altonas Bezirkspolitiker fordern verbesserte Kommunikation mit den Anwohnern rund um den Björnsonweg in Blankenese.

Hamburg.  Im Zusammenhang mit der aktuellen Entwicklung rund um die Flüchtlingsunterkunft am Blankeneser Björnsonweg fordern Altonas Bezirkspolitiker eine deutlich verbesserte Kommunikation mit den Anwohnern.

Wie berichtet, will der Bezirk den für 2023 avisierten Rückbau der Unterkunft durch einen Bebauungsplan verhindern, um das Projekt stattdessen noch voraussichtlich bis 2038 weiterlaufen zu lassen. Das ist nach Stand der Dinge rechtlich zwar möglich, aber viele Anwohner fühlen sich von der Ankündigung überrumpelt. Hinzu kommt, dass die Stadtentwicklungsbehörde vor Ort offenbar Wohnungsbau forcieren will und aktuell unklar ist, wie beides unter einen Hut gebracht werden soll.

Verschärfung der Situation befürchtet

„Wie schon bei anderen sensiblen Projekten hat die fehlende Einbeziehung der Anwohner unnötigerweise zu einer Verschärfung der Situation geführt“, sagt Altonas FDP-Fraktionschefin Katarina Blume. Und CDU-Fraktionschef Sven Hielscher wirft der Verwaltung vor, „gepatzt“ zu haben.

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Für die Bezirkspolitiker ist die aktuelle Unruhe heikel, weil eine große Mehrheit für den langfristigen Erhalt der Unterkunft ist, das Projekt zuletzt auf einem guten Weg sah und bei den Wählern auch dafür warb. Es dürfe nun nicht so wirken, als wolle der Bezirk die Anwohner austricksen, sagt Hielscher. Gesche Boehlich, Fraktionsvorsitzende der Grünen, stellt klar: „Natürlich muss es einen Bürgerdialog geben, aber erst, wenn sich die Fachbehörden verständigt haben, was dort nun überhaupt geplant ist.“ Boehlich machte deutlich, dass alle Fraktionen strikt gegen Wohnungsbau vor Ort seien: „Das wird es mit uns niemals geben.“

Zuspitzung durch Bezirksamtsleiterin

Für Verdruss sorgen bei den Bezirkspolitikern Äußerungen von Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg (Grüne) im aktuellen „Focus“, die aus Sicht einiger eine unnötige Verschärfung brächten. Dort wird von Berg im Zusammenhang mit der Stimmung vor Ort mit dem Satz zitiert: „Entweder haben die Bürger das falsch interpretiert, oder sie haben im Nachhinein gemerkt, dass sie das gerne anders lösen würden, und hoffen jetzt, durch politischen Druck etwas erreichen zu können.“ Der SPD-Politiker und Vorsitzende des Planungsausschusses, Henrik Strate, sagt dazu: „Diese Art der Zuspitzung durch die Bezirksamtsleiterin finde ich sehr unklug.“