Hamburg

Aktion gegen sexuelle Gewalt von Weißem Ring und Polizei

Hans-Jürgen Kamp (l.) und Mirko Streiber vor dem Plakat.

Hans-Jürgen Kamp (l.) und Mirko Streiber vor dem Plakat.

Foto: André Zand-Vakili

Die Opferschutzorganisation Der Weiße Ring startet eine Plakataktion, die ermutigen soll, sich zu Wort zu melden.

Hamburg. Es kann überall passieren – zu Hause, im Büro, bei Freizeitaktivitäten. Sexuelle Übergriffe, vom Griff unter den Rock bis zur brutalen Vergewaltigung, sind für die Opfer immer belastend, oft auch schwerst traumatisierend. Jetzt startet die Opferschutzorganisation Der Weiße Ring eine Plakataktion, die ermutigen soll, sich zu Wort zu melden. „Mach dich laut gegen sexuelle Gewalt“ heißt es auf den Plakaten, die in ganz Hamburg für Aufmerksamkeit sorgen und aufrütteln sollen.

„Die physischen und psychischen Folgen von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind für die betroffenen Menschen verheerend“, erklärt der Landesvorsitzende des Weißen Rings in Hamburg, Hans-Jürgen Kamp, die Notwendigkeit der Aktion. „Die Zahlen sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Der Weiße Ring will als bundesweit tätige Opferschutzorganisation mit dieser Aktion dazu ermutigen, nicht zu schweigen, sondern sich zu Wort zu melden. Nur auf diese Weise können Täter ihrer gerechten Strafe zugeführt werden und Betroffene die ihnen zustehende Hilfe und Unterstützung erhalten.“

In kaum einem Lebensbereich sind Menschen vor sexualisierter Gewalt sicher

Eins der neuen Plakate, die am Donnerstag vorgestellt wurden, ist an der Mönckebergstraße zu sehen, vor dem Geschäft von AppelrathCüpper. Neben Kamp vom Weißen Ring war auch der Hamburger LKA-Chef Mirko Streiber vor Ort, der sagte: „Wir sind an jeder Aktion interessiert, die dabei hilft, das sicher nicht unerhebliche Dunkelfeld in diesem Deliktsbereich aufzuhellen. Schon deshalb hat der Weiße Ring bei der Aktion unsere volle Unterstützung.“

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In kaum einem Lebensbereich sind Menschen vor sexualisierter Gewalt sicher. Die Kriminalstatistik der Polizei hat für 2019 rund 69.900 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung erfasst. Die Dunkelziffer liegt um ein Vielfaches höher. Fachleute gehen von bis zu einer Million Taten aus. Denn viele Betroffene würden die Übergriffe nicht anzeigen; und manche Opfer vertrauten sich überhaupt niemandem an.