Hamburg

Einschulung: Ein bisschen feiern trotz Corona ...

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Peter Ulrich Meyer
Der Klassiker jeder Einschulung: Große Schultüten sind auch in Corona-Zeiten glücklicherweise nicht verboten.

Der Klassiker jeder Einschulung: Große Schultüten sind auch in Corona-Zeiten glücklicherweise nicht verboten.

Foto: Imago

Grundschulen schränken Begrüßung der Erstklässler wegen Pandemie ein. Großeltern und Geschwister dürfen meist nicht dabei sein.

Hamburg.  Eigentlich hätte das Thema Einschulung in diesem Jahr einen Jubelartikel verdient: Die Zahl der Geburten steigt in Hamburg seit Jahren an, und in diesem Schuljahr gibt es es einen Rekordsprung bei der Zahl der Erstklässler. Gleich 900 Jungen und Mädchen mehr als 2019 werden zumeist am kommenden Dienstag an staatlichen und nicht staatlichen Grundschulen eingeschult. Das ist ein Plus von 5,3 Prozent innerhalb von nur zwölf Monaten. Die Gesamtzahl von 18.100 Erstklässlern ist seit Jahrzehnten nicht erreicht worden.

So hätten die Schulleiter und Lehrer der rund 200 Grundschulen allen Grund gehabt, die vielen Kinder begeistert mit einer Einschulungsfeier zu empfangen. Wenn Corona nicht wäre. Das Virus verdirbt vielen Familien diesen besonderen Tag mit meist wohltuender Wirkung im Langzeitgedächtnis oder schränkt die Freude mindestens ein, weil Oma und Opa nicht dabei sein dürfen, und häufig nicht einmal die Geschwister.

Die Schulbehörde hat den Rahmen für die kleinen Festakte in Pandemie-Zeiten vorgegeben. „An Einschulungsfeiern können Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und schulisches Personal sowie die Eltern teilnehmen. Die Veranstaltungen können auch draußen stattfinden“, hat Landesschulrat Thorsten Altenburg-Hack den Schulleitungen in einem Brief mitgeteilt.

Mindestabstand muss eingehalten werden

Eine Obergrenze für die Zahl der Teilnehmenden legt die Behörde nicht fest, aber: „Die Anzahl ist so zu bemessen, dass der erforderliche Mindestabstand von 1,5 Metern sichergestellt ist. Dieser Mindestabstand gilt nicht für Menschen, die in einem Haushalt leben. Eltern können also direkt mit ihren Kindern zusammensitzen, sodass sich die Raumsituation entspannt.“ Auch die Erstklässler untereinander müssen keinen Mindestabstand einhalten. Vom Tragen einer Maske ist nicht die Rede. Die Grundschulen gehen zum Teil recht kreativ mit den Vorgaben der Behörde um, damit die Einschulung möglichst doch zu einem unvergesslichen Erlebnis wird. Das Abendblatt hat sich bei Eltern umgehört.

An der Marie-Beschütz-Schule in Eppendorf finden die Einschulungsfeiern, wie an vielen anderen Schulen auch, klassenweise in der Turnhalle statt. Grundsätzlich gibt es erst einmal keine Beschränkung der Teilnehmerzahl. Jede Familie bekommt allerdings einen gekennzeichneten Bereich mit einer Holzbank und einer Turnmatte zugewiesen. Auf die Bank passen vier, höchstens fünf Erwachsene. Es besteht eine generelle Maskenpflicht. Der Turnhallenboden ist neu, und so müssen die Besucher mit sehr sauberen Schuhen erscheinen. Statt einer Aufführung wie in früheren Jahren sorgt ein Lehrer für das musikalische Programm. Nach der Feier gehen die Erstklässler zur ersten Schulstunde ins Klassenzimmer – ohne die Eltern. Immerhin gibt es auf dem Schulhof die Gelegenheit zum Klassenfoto.

Feiern dauern nur eine halbe Stunde

Auch die Westerschule (Finkenwerder) begrüßt die Erstklässler im Rahmen der Einschulungsfeier klassenweise. Zwei Erwachsene als Begleitung sind erlaubt, Geschwisterkinder dürfen nur im Ausnahmefall mitkommen. Der Pastor der Gemeinde wird einen Segen sprechen, aber der traditionelle Schulgottesdienst fällt aus.

Corona-Regeln an Hamburgs Schulen (Stand: 3. August):

  • Maskenpflicht an weiterführenden Schulen für alle Beteiligten, ausgenommen im Unterricht
  • Schüler und Beschäftigte müssen grundsätzlich den Mindestabstand einhalten
  • Schulen müssen eine entsprechende Wegführung und feste Areale auf den Pausenhöfen organisieren
  • Während des Unterrichts gilt die Abstandspflicht nicht
  • In besonderen Fällen können Schüler verschiedener Klassen miteinander lernen, etwa in Oberstufen- oder Wahlpflichtkursen
  • Schüler verschiedener Jahrgangsstufen müssen weiterhin untereinander den Mindestabstand einhalten
  • In Sport, Schwimmen, Musik und Theater sind große Abstandsregeln einzuhalten und Körperkontakte zu vermeiden
  • Schüler und Beschäftigte mit besonderen gesundheitlichen Risiken können sich per Attest vom Präsenzunterricht befreien lassen
  • Kranke Schüler sowie Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten, die keinen negativen Test vorweisen können und noch nicht in Quarantäne waren, werden umgehend nach Hause geschickt und dürfen die Schule vorerst nicht betreten
  • Bei Fernunterricht muss die Schule wöchentlich Telefongespräche mit den Schülern organisieren und den Austausch von Arbeitsbögen, Arbeitshefte, Bücher und handschriftlicher Arbeiten garantieren
  • Schulen müssen bis zu den Herbstferien in jeder Woche den vollständigen Unterricht erteilen
  • Projektwochen, Ausflüge, auswärtige Besuche sowie weitere Schulaktivitäten sind bis zu den Herbstferien nur erlaubt, wenn sie nicht zu Lasten der regulären Unterrichtsstunden gehen
  • Klassenreisen sind bis zu den Herbstferien untersagt

An der Schule Scheeßeler Kehre (Sinstorf) erfolgt die Einschulung am Dienstag klassenweise. Nur die Eltern dürfen dabei sein, Geschwister und Großeltern dagegen nicht. Gäste werden gebeten, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, bis sie auf ihren Plätzen sitzen. Viertklässler werden das Bilderbuchkino „Die Geschichte vom Löwen, der nicht lesen konnte“ vortragen.

An der Grundschule Hasselbrook (Eilbek) werden fünf erste Klassen begrüßt. Die Einschulungsfeiern sind auf Dienstag und Mittwoch verteilt. Die Feiern dauern jeweils nur eine halbe Stunde. Danach geht es gleich zur ersten Schulstunde in den Klassenraum. An der Schule Hasselbrook dürfen nur Eltern und Geschwister an der Feier teilnehmen, die Erstklässler aber nicht in den Klassenraum begleiten. Alle Besucher müssen sich wie in Restaurants in eine Liste eintragen. Über eine Maskenpflicht wurden die Eltern nicht informiert.

Kleine Einschulungszeremonie mit zwei Begleitpersonen

An der Grundschule Humboldtstraße (Barmbek-Süd) gibt es eine kleine Einschulungszeremonie, an der nur zwei Begleitpersonen teilnehmen dürfen, in der Regel also die Eltern. Geschwister, weitere Verwandte und Freunde dürfen nicht dabei sein. Auch die Schule Ratsmühlendamm (Fuhlsbüttel) lädt nur die Eltern zur Einschulungsfeier in die Aula ein.

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Weder die Großeltern noch die Geschwister dürfen mitkommen, selbst wenn Letztere dieselbe Schule besuchen. Ganz ähnlich werden die klassenweisen Feiern (die erste beginnt um 8 Uhr!) an der Schule Rothestraße (Ottensen) stattfinden – nur mit den Eltern. Schulleiterin Susanne Wagner verspricht in einem Brief an die Eltern dennoch eine „schöne Einschulungsfeier“.

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