Corona-Sommer

Ab ans Meer! Wo Sie noch ein Plätzchen finden – zehn Tipps

| Lesedauer: 10 Minuten
Laura Kosanke und Elisabeth Jessen
Corona-Sommer im Norden: Das Ostseebad Kellenhusen bietet einen deutlich leereren Stand als Grömitz, das nur wenige Kilometer nördlich liegt und völlig überlaufen ist.

Corona-Sommer im Norden: Das Ostseebad Kellenhusen bietet einen deutlich leereren Stand als Grömitz, das nur wenige Kilometer nördlich liegt und völlig überlaufen ist.

Foto: dpa Picture-Alliance / picture alliance / Zoonar

Wer der Hitze in der Stadt entfliehen will, kann diese Strände an Ost- und Nordsee besuchen. Hier gibt es keinen Besucherstopp.

Hamburg. Bei dieser Hitze im Meer Abkühlung finden – wenn alle dieselbe Idee haben, könnte es am Wochenende erneut eng werden an Nord- und Ostsee. Jedenfalls wenn man dahin fährt, wo sich üblicherweise die Massen tummeln – in St. Peter-Ording, am Timmendorfer Strand, in Scharbeutz oder Grömitz. Das Abendblatt hat zehn Tipps, wo Sie auch an diesem Wochenende noch ein Plätzchen finden, um Ihr Handtuch auszubreiten.

1. Cuxhaven

Freie Badestellen in Cuxhaven? Gibt es. Am Grünstrand in Altenbruch können Badegäste vorbeifahrende Schiffe bestaunen und Kinder auf dem angrenzenden Wasserspielplatz herumtollen. Ein paar Hundert Meter westlich von ihnen ragt die „Dicke Berta“, ein Leutturm aus dem Jahr 1987, über den Altenbrucher Kanal. Von dort sind es nur wenige Minuten bis zum Historischen Deich und zum Aussichtsturm, von wo Tagesgäste über den Kanal auf die Elbe blicken können.

Wer mit dem Fahrrad reist, kann in rund 20 Minuten zum Alten oder Neuen Fischereihafen fahren und eins der umliegenden Restaurants oder den Schlossgarten besuchen. Noch weiter westlich liegen Sahlenburg und Döse – zwei Strandabschnitte, die auch mit vergleichsweise leeren Stränden punkten können.

Mit dem RE5 nach Cuxhaven fahren und dort den städtischen „Park and Ride“-Service nutzen, der ausgeschildert sein soll. Der kostenlose Shuttle-Bus fährt vom Cuxhavener Kreishaus bis nach Duhnen.

2. Heidkate

Am Ufer der Kieler Förde sind viele Strände überfüllt. Anders ist es an den Abschnitten von Stein bis Schöneberg, die vergleichsweise leer, wenn auch puristisch ausgestattet sind. Dennoch: Wer Sand und Wasser will, ist hier richtig. Heidkate gilt unter Surfern und Kitern als Geheimtipp. Wenige Meter vom großen Parkplatz hinterm Deich entfernt, befindet sich eine Imbissbude und ein Toilettencontainer.

Die Wellen brechen sich an den langen Steinbuhnen, die alle 100 Meter ins Meer ragen. Auch weniger geübte Schwimmer können in diesen Abschnitten baden. Wer in Richtung Westen spaziert, gelangt zum anliegenden Naturschutzgebiet mit See. Gäste, die mit ihrem Van anreisen, können über Nacht auf dem Parkplatz übernachten (10 Euro) und am nächsten Morgen einen Ausflug nach Kalifornien und Brasilien machen – zwei benachbarte Strandabschnitte, die nur wenige Hundert Meter östlich von Heidkate liegen.

Wer auf das Auto verzichtet, kann das Fahrrad im Zug bis nach Kiel und von dort in der Fähre nach Laboe mitnehmen. Von dort sind es etwa 30 Minuten bis nach Heidkate.

3. Holnis

Die grüne Halbinsel lockt mit Sandstränden, Salzwiese und Haff. Das weitgehend unentdeckte Gebiet bietet selbst in der Hochsaison einen fast leeren Küstenstreifen, der sich über rund sechs Kilometer nordöstlich von Glücksburg entlang schlängelt. Beim Spaziergang entlang der Flensburger Förde können Tagestouristen die Naturschutzgebiete der Insel erkunden, im Örtchen mit dem Namen Drei eine Pause im Strandcafé einlegen und das Handtuch am Strand ausbreiten (2,60 Euro Tagesgebühr). Wer shoppen möchte, ist in Holnis falsch, denn Geschäfte, Fressbuden und Souvenirläden gibt es nicht.

Wer auf das Auto verzichten möchte, fährt mit seinem Fahrrad im Zug nach Flensburg und radelt die Flensburger Förde entlang nach Holnis.2

4. Hamburger Hallig

Einen idyllischeren Badestrand gibt es kaum: Schafe grasen auf der Wiese, im Hintergrund befindet sich der Schafberg mit seiner NABU-Station und am Grünstrand führen Stufen in die Nordsee. Die Badezeiten sind auf jeweils drei Stunden vor und nach der Tide beschränkt.

In der Nationalparkgaststätte Hallig Krog können Tagestouristen unter anderem zwischen dem Wattenmeersalat und Strammen Friesen wählen. Die Hamburger Hallig ist seit 1860 keine Insel mehr, weil sie durch einen Damm mit dem Festland verbunden wurde. Seit 1928 gehört sie zur Gemeinde Reußenköge.

Mit dem Auto zur B 5 Richtung Bredstedt und ab da den Schildern „Hamburger Hallig“ folgen. Am besten am Amsinck-Haus parken und mit dem Rad oder zu Fuß über den Damm zur Hallig.

5. Heiligenhafen

Hier soll man einen freien Platz finden? Ja, dieses Ostseebad hat kräftig aufgeholt, ist deutlich mondäner als noch vor ein paar Jahren und recht beliebt. Aber es liegt eben ziemlich weit oben im Norden. Vielen Tagesurlaubern ist die Anreise (etwa 120 Kilometer ab Hamburg) etwas zu weit – aber das ist auch der große Vorteil des Ostseebades: Heiligenhafen ist dadurch deutlich weniger voll als die bekannten Orte an der Lübecker Bucht.

Am vier Kilometer langen Strand mit den Dünen gibt es Abschnitte mit Strandkörben, aber auch solche, an denen man sein Badelaken direkt am Wasser ausbreiten kann. Und es gibt zahlreiche öffentliche Parkplätze (6 Euro Tagesgebühr), die auch ausgeschildert sind. Am Strand entlang gibt es eine Reihe von Einkehrmöglichkeiten, beispielsweise die Sunset Strandbar, bei der man einen herrlichen Blick auf den Sonnenuntergang hat.

Am besten mit dem Auto Richtung Norden über die A 1 der Ausschilderung nach Heiligen Hafen folgen und die Ausfahrt Heiligenhafen-Mitte nehmen.

6. Kellenhusen

An diesem Strandabschnitt scheint es entspannter als anderswo zu sein. Kellenhusen bietet einen leereren Stand als Grömitz, das nur wenige Kilometer nördlich liegt und völlig überlaufen ist. Die Promenade grenzt unmittelbar an den Sandstrand, von wo Eltern ihrem Kind beim Buddeln zuschauen und gleichzeitig einen Snack verspeisen können.

Cafés, Eisdielen und Restaurants umsäumen die Küste. Ein Minigolfplatz liegt an der Nordseite, der am Wochenende von 11 bis 21 Uhr geöffnet hat. Geführte Touren bietet die Kurverwaltung Kellenhusen an. Hinter dem schicken Neubaugebiet befindet sich der Wald, auf dessen Wegen die Gäste stundenlang wandern und auf eigene Faust den weißen Hirsch suchen können, von dem ganz Kellenhusen spricht.

Wer auf das Auto verzichten möchte kann vom Bahnhof in Neustadt (Holstein) in den Bus nach Kellenhusen einsteigen. Wer über Nacht bleiben möchte, kann den Gästeservice unter der Nummer 04364/49750 anrufen, der Ferienunterkunft vermittelt.

7. Maasholm

Hier gibt’s was auf die Ohren! Am leeren Sandstrand in Maasholm zwitschern Vögel, die auch in der Seevogelschutzstation Oehe-Schleimünde leben. Mit etwas Glück kann man von der Naturbadestelle einen Seeadler sehen. Bei einem Spaziergang auf der Deichkrone in Richtung Osten finden sich die besten Badespots. Wer möchte kann vor Ort Leihräder ausleihen (Noorweg 107) und die Gegend auf dem Rad erkunden.

Wer nach Maasholm will, fährt von der B 199 Kappeln-Flensburg, biegt Richtung Maasholm ab und folgt kurz vor dem Ort dem Hinweisschild „Gut Oehe“ folgen. Nach den letzten Häusern zweigt ein Rad- und Gehweg ab, diesem bis zum Strand folgen.

8. Naturbadestelle Winningmay in Schaalby an der Schlei

Wenn es nicht unbedingt das Meer sein muss, ist man an der Schlei goldrichtig. In Winningmay kann man mit Glück Kitesurfer beobachten. Der Sandstrand ist nicht übermäßig groß, aber meistens ist er nur von Menschen frequentiert, die in der Gegend wohnen oder Urlaubern, die das Glück haben, dort eine Ferienimmobilie zu besitzen.

Und wenn es so heiß ist, müssen eben alle etwas zusammenrücken. Aber auch in der Hochsaison hat man die Chance, sich mit Abstand in die Fluten zu stürzen. Als Einkehrmöglichkeit ist die Lütt Kaffeestuv im nahegelegenen Geel zu empfehlen. Ältere Damen servieren selbstgemachte Kuchen und Kaffee auf zusammengesammeltem Geschirr mit Blümchen und Goldrand (Geeler Weg 4. 24864 Brodersby).

Auf der A 7 nach Norden fahren, bei der Ausfahrt Schleswig/Schuby auf die B 201 Richtung Husum fahren und bei der dritten Ausfahrt verlassen. Dort der Langseestraße. später Schleidörfer Straße und dann der Beschilderung folgen.

9. Pellworm

Mit der Fähre auf eine Insel? Von Nordstrand fahren Schiffe nach Pellworm (13,50 Euro p. P., Kinder vergünstigt). Vor der Nordseeinselküste ragt der rotweiße Leuchtturm über dem Grünstrand, an dem Strandduschen stehen und eine rutschige Badetreppe ins Meer führt. Hinter dem Deich soll sich ein Kiosk befinden, der Standkörbe vermietet. Wer die Insel auf dem Rad erkunden möchte, aber ohne angereist ist, leiht sich eins an der Fahrradverleih Station (Uthlandestr. 4).

Der A 7 Richtung Norden folgen, bei Schleswig/Schuby auf die B 201 Richtung Husum abbiegen und der Beschilderung nach Nordstrand folgen. Die Inselfahrten finden zweistündlich zwischen 8.40 und 18.30 Uhr statt, zurück zwischen 7.45 und 17.35 Uhr.

10. Sütel

Die Zufahrt zu diesem Strand in Ostholstein ist so unscheinbar, dass Autofahrer leicht am Schild vorbei fahren. Campingfreunde kennen diesen Ostseeabschnitt vielleicht eher, weil es gleich zwei benachbarte Campingplätze dort gibt. Aber es gibt eben auch einen langen Sandstrand, auf dem sich die Badegäste wunderbar verteilen.

Wer Richtung Süden nach Ostermade weitermarschiert, sieht dort den nächsten Campingplatz, aber es gibt auch mehrere Abschnitte, an denen es nur Felder hinter der Steilküste gibt. Strandkorbverleiher findet man dort nicht, aber sehr ursprüngliche Küstenabschnitte. Trotzdem muss man nicht darben. Im wunderbaren Restaurant Spinnaker, einem modernen Glaskubus in Sütel, gibt es Fischgerichte, Burger, Schnitzel und Flammkuchen.

Über die A 1 Richtung Heiligenhafen fahren und die Ausfahrt Heiligenhafen-Ost nehmen. Der B 501 folgen und bis Sütel fahren.

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