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Kultmöbelhaus in der City Nord

„Händler sind die besseren Designer“

Dass die Wäscherei seit ihrer Gründung im Jahr 1997 als eine Art Wundertüte des Wohnens gilt, zeigte sich einmal mehr bei der Präsentation der Sommerkollektion des Hamburger Kultmöbelhauses in der City Nord. Wie immer haben Hausherr Michael Eck und sein Team auf rund 10.000 Quadratmetern erst kürzlich eingetroffene Neuheiten aus aller Welt – Möbel wie Accessoires – zu inspirierenden, neuen Einrichtungswelten verdichtet.

Wie immer machte die gut abgestimmte Mischung den Unterschied und Reiz des Wäscherei-Besuchs aus: Hochpreisige Markenprodukte stehen wie selbstverständlich neben No-Names mit ebenso hohem Designanspruch. Zu den Stars in der Manege zählten diesmal vor allem die eigenen Entwürfe: Mit dem Sofa TORTILLA steuert Michael Eck den diesjährigen German Design Award an. Bereits im Vorjahr hatte er mit dem Wäscherei-Sofa CREDO die begehrte Auszeichnung erhalten. Und mit dem edlen Taschenhersteller VAMENIA schuf er jetzt sogar eine eigene Lederwarenkollektion für höchste Ansprüche. Genug Gesprächsstoff also im hauseigenen Bistro an einem wie immer hoch frequentierten Samstag-Vormittag.

Hamburger Abendblatt: Heute ist es ja besonders voll hier…

Michael Eck: Ja, unsere Gastronomie ist seit der Umstellung auf das neue Konzept mit der frischen und leichten Küche ein echter Renner. Wir sind auf jeden Fall die beliebteste Kantine in der City Nord (lacht). An schönen Tagen ist auf der Dachterrasse jeder Platz besetzt. Für mich der schönste Ort, an dem man sich am Samstag bei Livemusik entspannen kann. Aber dafür sind wir ja nicht hier. Also schießen Sie los.

Erste Frage: Unter ihrem Label „designed by DIE WÄSCHEREI“ entwerfen und vermarkten Sie ja schon seit mehreren Jahren erfolgreich Tische, Betten und Polstermöbel – und jetzt auch Accessoires. Was ist das Besondere an der Wäscherei-Lederkollektion?

Gehen wir runter, dann zeige ich es ihnen. (Eck geht voran in die untere Etage und steuert auf den Präsentations-Stand am Eingang zu. Hier sind auf einem Holzgestell bunte, mit comicartigen Nashorn- oder Elefantenköpfen bedruckte Ledertaschen arrangiert. Er nimmt eine Tasche aus dem Regal und öffnet den Reißverschluss). Wie Sie sehen und vor allem fühlen können, bestehen unsere Modelle aus feinstem, hochwertig verarbeiteten Kalbsleder aus Italien. Sie entstehen unter den Händen von Meistern ihres Faches in der ehemaligen Goldpfeil-Manufaktur im Allgäu. In ein paar Tagen kommt endlich der Rucksack aus der Manufaktur. Der ist ein echtes Highlight.

Aber gutes Handwerk im Lederbereich finden Sie auch anderswo…

Ja, bei den renommierten, oft vollkommen überteuerten Top-Labeln. Nur, dass es sich keiner dieser internationalen Markenhersteller trauen würde, auf eine so aufwändig gefertigte, wertvolle Tasche ein so schrilles Tiergesicht zu drucken. Dabei sind exotische Tiere DAS Thema schlechthin, das wird sich noch über 2020 hinausziehen. Stattdessen verewigen sie Ihre Initialen als Statussymbol, mit denen sich ihre Kunden dann für viel Geld schmücken dürfen. Dieses Prinzip haben wir mal eben ganz im Stil der Wäscherei auf den Kopf gestellt. Alles andere hätte mich, ehrlich gesagt, auch nicht interessiert.

Im Möbelbereich bauen Sie ja ihre Eigenmarkenkollektion bereits seit Jahren konsequent aus. Was hatte Sie dazu bewogen?

Ehrlich gesagt war es der Mangel an guten Entwürfen, der mich selbst zum Zeichenstift greifen ließ. Wie ich ja schon einmal sagte, lassen die Hersteller ihre Phantasie im Keller, weil sie Angst vor Experimenten haben. Sie bleiben ihrer sogenannten Linie treu, entwickeln sich nicht oder nur homöopathisch weiter. Das Ergebnis sind sterbenslangweilige Möbel überall, die dann auch nicht unerheblich zum großen Händlersterben beitragen. Bei den Accessoires ist es nicht ganz so schlimm, aber ich fand nirgendwo witzige Ledertaschen und Weekender, die ich hier schon gern früher ausgestellt hätte. Ich sage Ihnen an dieser Stelle ganz unverblümt: Händler sind ohnehin die besseren Designer.

Wie bitte?

Das klingt vielleicht anmaßend, aber ich erkläre es einmal aus meiner Perspektive: Normalerweise bin ich fast ein Viertel des Jahres auf Reisen in Europa und Asien. Ich besuche unzählige Hausmessen, die großen Möbelmessen sowieso und darüber hinaus zahlreiche Produktionsstätten in Asien, wo ich einer schier unglaublichen Fülle an phantasievollen Entwürfen begegne. Ich speichere also enorm viele Eindrücke. Aus dieser Fülle an kreativem Input aus allen Winkeln der Welt schält sich dann irgendwann so etwas wie eine Essenz. Ich habe die Formen, die Farben und die Haptiken im Kopf und bringe diese Informationen irgendwie zu Papier. Mein Möbelbauer weiß dann schon, wie es gemeint ist (lacht).

Aber das machen doch die Designer großer Hersteller auch?

Sicher, aber ich bezweifle, dass Sie so viel reisen dürfen. Und mit Sicherheit dürfen Sie sich nicht hemmungslos selbst entfalten, sondern nur im einem sehr engen Rahmen kreieren. Sie sind vor allem der ästhetischen Linie und Philosophie ihres Hauses verpflichtet.

Da möchte ich bitte sofort das neue Sofa sehen…

Dann kommen Sie mal mit (Eck geht voran in den ersten Stock und steuert auf ein großflächiges Sofa zu, das schon von Weitem auffällt – vor allem durch seine Retro-Silhouette und die drei erhabenen, voneinander getrennten mehrfarbigen Sitzflächen).

Darf ich vorstellen: Das ist TORTILLA. Fragen Sie mich nicht, wie ich auf diesen Namen kam, aber dazu gibt es schönes Video und ein sehr lustiges Lied, bei dem kein Auge trocken bleibt.

Das Sofa schickt mich gefühlt auf eine Zeitreise.

Ja, die Form erinnert an die harmonische Nierentischoptik der 50er, die Sitzfläche an die psychedelische Ära der 70er. Beide Designepochen sind ja noch im kollektiven Gedächtnis und heute aktueller und beliebter denn je. Und bitte übersehen Sie auf keinen Fall die akkurat eingehaltenen Abstände zwischen den aufgenähten Sitzkissen (lacht). TORTILLA ist also mehr als ein Sofa, es ist ein Statement, absolut zeitgemäß und schon daher der einzig mögliche Kandidat für den Designpreis. Und superbequem ist es auch (lässt sich auf das Sofa fallen). Wir haben hier alle schon probegesessen und -gelegen und sind rundweg begeistert.

Wir haben jetzt nur über Ihre Designs gesprochen. Welcher Hersteller findet denn noch Gnade vor Ihren Augen?

Naja, es gibt schon noch wirklich tolle Manufakturen, die ich sehr schätze und mit denen ich sehr vertrauensvoll zusammenarbeite (lacht). Timothy Oulton hat, wie Sie ja wissen, bei uns eine Dauerrepräsentanz, daneben haben wir im Polsterbereich unser BULLFROG-Sortiment erheblich ausgeweitet (geht voran zu der neu gestalteten Ausstellungsfläche, wo sich die hochwertigen Möbel der Manufaktur vor der Kulisse einer aufwändig gestalteten Wand in Kacheloptik präsentieren). BULLFROG ist ein absolut authentisches Unternehmen, deren Inhaber ich lange kenne. Hier stimmen einfach die handwerkliche Qualität und der Preis.

Gilt das auch für die No-Names unter ihren Polstermöbeln und Liegelandschaften?

Ja, das gilt ausnahmslos für alle Möbel, die Sie hier sehen, also auch die sehr preisgünstigen Modelle unserer unbekannten Marken. Das sind Schätze, die ich in vielen osteuropäischen Manufakturen hebe und hier präsentiere. Die versehen ihr Handwerk und liegen in der Herstellung weit unter dem, was viele Markenhersteller aufrufen. Und das ohne großen Qualitätsunterschied – weder bei der Herstellung noch im Design.

Welche Neuheiten haben Sie sonst noch geordert?

Ach je, da fragen Sie mich was… Bei den Liegesesseln führen wir einige sehr formschöne Modelle mit integrierter Verstellfunktion, wahlweise mit Sitzschalen aus Holz oder mit Stoffbezug. Das Schöne ist, dass bei diesen modernen Varianten des Liegesessels die technischen Raffinessen im Inneren nicht mehr das Design zerschießen, sondern sich mittlerweile fast unsichtbar integrieren lassen.

Und: Von der Kölner Messe sind gerade einige neue Tische und Stühle angelandet. Bei den Tischen zeichnet sich der Trend zu eher filigraneren Formen ab – sie sind also nicht mehr so wuchtig. Das ist sicher der Tatsache geschuldet, dass sich in den Städten die Menschen zunehmend auf eher kleineren Wohnflächen einrichten. Und schauen Sie unbedingt in der Geschirrabteilung vorbei, da warten grandiose Entwürfe aus belgischen und französischen Manufakturen, die Sie mit Sicherheit nur hier finden.

Und wie sieht es bei den Lampen aus?

Hier sind wir ja sehr breit aufgestellt, wie Sie sehen. Von opulent und extravagant bis ganz klassisch. Neu und sehr besonders ist dieses Modell von Foscarini (zeigt auf ein schlichtes, gebogenes Rohr, aus dessen winziger Öffnung ein warmes LED-Licht strahlt). Diese Leuchte verzichtet konsequent auf wirklich sämtliche Attribute einer klassischen Lampe, allem voran einem großen Schirm oder einem dekorativen Fuß. Sie sieht vielmehr aus wie ein aufrecht stehendes Heizungsrohr. Irre, oder? Ein Kunde hatte mir alles Mögliche gekauft, nur die Lampe nicht. Aber sie ging ihm nicht aus dem Kopf. Er hat sie dann am nächsten Tag bestellt. Diese im wahrsten Sinne nachhaltige Wirkung kann nur wirklich gutes Design entfalten. Mit unseren eigenen Möbeln ist uns das gottlob auch schon einige Male gelungen.

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