Hamburg

Hundehalter rückt Bulldogge nicht heraus – SEK-Einsatz

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André Zand-Vakili

Zwei Behördenmitarbeiter wollen den kranken Hund abholen. Was dann passiert, erinnert an einen James-Bond-Film.

Hamburg. Wegen Hund „Nouki“ ist es im Stadtteil Heimfeld am Donnerstag zu einem spektakulären Großeinsatz der Polizei gekommen. Weil Besitzer Johannes M. das Tier nicht dem Hundekontrolldienst übergeben wollte, rückte sogar das SEK an.

Die Beamten seilten sich vom Dach des Gebäudes in der Seehafenstraße ab, um an Hund und Herrchen heranzukommen. Zuvor hatte Johannes M. gedroht, sich zu erschießen.

Halter will Bulldogge nicht übergeben

Aber der Reihe nach. Gegen 12 Uhr waren zwei Mitarbeiter des Hundekontrolldienstes des Bezirksamtes Mitte vorgefahren. Sie hatten den Auftrag, die zwölf Jahre alte britische Bulldogge sicherzustellen, weil der Halter Auflagen der Amtstierärztin missachtet hatte.

Was dann passierte, erinnerte an einen James-Bond-Film. Halter Johannes M. weigerte sich, den Hund herauszugeben. Dann drohte er damit, aus dem Fenster seiner Wohnung im zweiten Stock zu springen. Schließlich behauptete er sogar, eine Schusswaffe zu haben.

SEK-Beamte seilen sich vor Wohnungsfenster ab

Die Feuerwehr fuhr vor. Beamte positionierten einen sogenannten Sprungretter, ein großes Luftkissen, unterhalb der Wohnung des Mannes. Das Spezialeinsatzkommando der Polizei rückte an. Schwer bewaffnete Polizisten positionierten sich vor der verrammelten Wohnung.

Dann machten sich Beamte auf dem Dach fertig. Sie seilten sich schließlich auf der Rückseite ab, bis vor die Fenster der Wohnung des Mannes, um zu verhindern, dass er dort hinausspringt. Mit gezückten Pistolen hielten sie den 35-Jährigen in Schach, während in der Wohnung Blendgranaten explodierten und ihre schwer bewaffneten Kollegen eindrangen.

Hund „Nouki“ landet erneut im Tierheim

Johannes M. wurde überwältigt und abgeführt. Eine Mitarbeiterin des Bezirksamtes Mitte trug derweil „Nouki“ aus dem Haus. Der Hund kam ins Tierheim.

Das Tier war schon einmal im dort gewesen, weil es krank ist. Weil der Halter vorgab, sich zu kümmern, wurde er ihm zurückgegeben. Aber Johannes M. hielt die Termine für die Behandlung nicht ein. Deshalb sollte „Nouki“ ihm jetzt weggenommen werden.

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