Corona-Krise

Schnitzel vom Foodtruck statt Essen in der Mensa

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Der Foodtruck hält vor dem Margaretha-Rothe-Haus.

Der Foodtruck hält vor dem Margaretha-Rothe-Haus.

Foto: dpa

Studierendenwerk Hamburg reagiert auf die Veränderungen in der Corona-Krise und fährt Wohnheime an.

Hamburg.  Mit einem eigenen Foodtruck will das Studierendenwerk Hamburg auf die weitreichenden Veränderungen in der Hochschulgastronomie durch die Corona-Krise reagieren. „Viele Formate der digitalen Lehre und
Homeoffice werden sich dauerhaft etablieren“, prognostiziert der Geschäftsführer des Studierendenwerks Jürgen Allemeyer. Sein Ziel sei es daher, das gastronomische Angebot auf die Wünsche und Bedürfnisse der Gäste sowie auf die aktuellen Entwicklungen anzupassen.

Vor der Corona-Krise versorgte das Hamburger Studierendenwerk nach eigenen Angaben 21.000 Kunden täglich in Cafés, Restaurants und Mensen. 12.000 Gerichte habe man Tag für Tag serviert. Obwohl bis Ende Juni viele Mensen wieder geöffnet haben, kommen am Tag nur noch wenige Hundert Gäste. Neben den konventionellen Einrichtungen will das Studierendenwerk laut
Allemeyer auch besondere Angebote ausbauen.

„Wir bringen die beliebte Mensaklassiker zu den Studierenden, das sind Schnitzel, Currywurst – auch in vegetarischen Varianten – sowie, Falafel und leckere Eintöpfe“, sagt Daniel Avila stolz. Er ist Betriebsleiter vom Foodtruck des Hamburger Studierendenwerks. Ursprünglich sei geplant gewesen, im Mensamobil wechselnde Streetfood-Gerichte in Campusnähe anzubieten. Doch dann kam Corona dazwischen. Deshalb steuern Avila und sein Team seit Anfang Mai verschiedene Wohnheime an.

An diesem Tag steht der Foodtruck vor dem Margaretha-Rothe-Haus in Winterhude. In insgesamt 477 Zimmern leben hier Studierende aus aller Welt. Viele von ihnen waren seit Monaten nicht mehr in der Universität. Gerade für Studierende aus dem Ausland wirkt die Coronakrise isolierend.

Der mattschwarz lackierte Lieferwagen des Studierendenwerks steht im Innenhof des Wohnheims. Aus einer mitgebrachten Bluetooth-Box tönt laute Elektromusik. „Wir wollten für den Wagen einen neuen Look, passend zum leckeren Streetfood-Angebot“, betont Avila. Im inneren funkeln farbige Fliesen. „Das sind portugiesische Fliesen, die unsere Azubis angebracht haben“, erklärt er.

Der Foodtruck zieht schnell Aufmerksamkeit auf sich

Mit der aufwendigen Lackierung und der lauten Musik zieht der Foodtruck schnell Aufmerksamkeit auf sich. Es dauert nicht lange, bis die ersten Bestellungen kommen. „Es ist schon angenehm, wenn man bei dem ganzen Zu-Hause-Lernen, sich auch nicht noch selbst versorgen muss und das Essen zu einem kommt“, freut sich Ben Hartwig. Der 25 Jahre alte Student ist schon zum zweiten Mal Kunde beim Foodtruck. Heute gibt es Currywurst.

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„Ich bin froh, dass ich arbeiten kann. Und ich glaube das trifft auch auf meine Kollegen vom Campus Foodtruck zu“, sagt Betriebsleiter Avila. Nicht alle Angestellten seien gerade so gut ausgelastet wie er. „Der größte Teil der Beschäftigten ist in Kurzarbeit, die Umsätze sind eingebrochen“, beschreibt Geschäftsführer Jürgen Allemeyer die prekäre Lage des Studierendenwerks. Er fordert daher eine Verlängerung des Kurzarbeitergelds in der Hochschulgastronomie. Für das kommende Wintersemester rechnet er weiterhin mit einem „erheblichen Umsatzrückgang“. Gerade in dieser Zeit sei es wichtig, Angebote wie den Foodtruck auszubauen.

( dpa )

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