Hamburg

Neuer Förderverein fordert Erhalt der Nikodemuskirche

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Altar der Nikodemuskirche in Ohlsdorf.

Altar der Nikodemuskirche in Ohlsdorf.

Foto: Kirchengemeinde Ohlsdorf-Fuhlsbüttel

Schwerpunkt für Gottesdienste war verlegt worden – dagegen regt sich jetzt Widerstand in der Kirchengemeinde Ohlsdorf-Fuhlsbüttel.

Hamburg. In der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Ohlsdorf-Fuhlsbüttel geht die Debatte um die Zukunft der 61 Jahre alten Nikodemuskirche in eine neue Runde. Nachdem der Kirchengemeinderat entschieden hat, den Schwerpunkt für Gottesdienste nach St. Marien zu verlegen, machen sich immer mehr Bürger und Gemeindemitglieder für den Standort Nikodemuskirche stark. Deshalb haben sie jetzt den Förderverein „Nikodemuskirche Ohlsdorf“ gegründet. „Wir wollen uns dafür einsetzen, dass der Kirchraum der Nikodemuskirche in unserer Gemeinde erhalten und nutzbar bleibt“, sagte Sabine Oppelt, eine der Initiatoren.

Außerdem drängt der Förderverein auf eine außerordentliche Gemeindeversammlung, an der möglichst viele Menschen aus der Region teilnehmen können. Veranstaltungsort solle die Nikodemuskirche oder ihr Gemeindehaus sein, in der die Sondergemeindeversammlung zur Zukunft der Nikodemuskirche stattfinde, fordern sie. Der Kirchengemeinderat hatte jedoch angekündigt, dass die Versammlung Mitte August in St. Nikolai am Klosterstern stattfindet. Dort werde vielen Menschen unter Beachtung der Corona-Regeln die Teilnahme ermöglicht.

Rund 30 Prozent der Kirchengebäude stehen auf dem Prüfstand

Hintergrund für die Debatte um die Gestaltung der kirchlichen Arbeit sind die prognostizierten Mindereinnahmen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche und die hohen Sanierungs- und Unterhaltungskosten kirchlicher Gebäude. Der evangelische Kirchenkreis Hamburg-Ost befindet sich mit seinen fast 300 Gebäuden, darunter rund 140 Kirchen, unter wirtschaftlichem Druck.

Rund 30 Prozent der Kirchengebäude stehen auf dem Prüfstand. Nach Angaben der Initiatoren des Förderkreises stehe die Nikodemuskirche „auf wirtschaftlich sehr wertvollem Grund und Boden“. Tatsache sei, dass der Kirchenkreis Eigentümer eines an die Nikodemuskirche angrenzenden Grundstücks sei – und damit vom Abriss der Kirche zusätzliche finanzielle Vorteile in sechsstelliger Höhe hätte, vermuten sie. „Deshalb ist bei uns der Eindruck entstanden, dass der Kirchenkreis von langer Hand plant, auf diese wertvollen Flächen zuzugreifen“, behaupten sie.

( esh )

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