Corona

Universität Hamburg plant jetzt ein „Hybridsemester“

Studierende vor Beginn der Corona-Krise in einem Hörsaal.

Studierende vor Beginn der Corona-Krise in einem Hörsaal.

Foto: dpa Picture-Alliance / Bodo Marks / picture alliance

Ab dem kommenden Wintersemester soll es eine Mischung aus Präsenz und Online-Lehrbetrieb geben – mit strikten Regeln.

Hamburg.  Die Universität Hamburg startet das kommende Wintersemester als sogenanntes Hybridsemester, also eine Mischung aus Präsenz- und Online-Lehrbetrieb. Die Konzepte hierfür würden derzeit durch die Fakultäten und die Fachbereiche für die ihnen zur Verwaltung überlassenen Räume entsprechend der fachlichen und situativen Gegebenheiten erarbeitet, teilte die Universität am Montag mit.

Die Kultusministerkonferenz hatte beschlossen, dass das Wintersemester nicht wie normalerweise Anfang Oktober, sondern in diesem Jahr erst am 1. November starten soll. Für die Erstsemester, die ihr Studium in diesem Wintersemester an der Uni Hamburg beginnen, bedeutet das einen Start im Ausnahmezustand. Wie werden die jungen Leute auf einen solchen Start vorbereitet? „Die Erstsemester werden entsprechend den gegebenen Möglichkeiten wie immer orientiert“, teilte die Uni mit. Viele Informationen zum Semester seien außerdem in den ständig aktualisierten FAQ auf der Homepage der Universität zu sehen.

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Grundsätzlich verweist die Universität darauf, dass sie an die Rechtsverordnung der Stadt gebunden ist. Daraus ergibt sich unter anderem, dass die Abstandsregeln in den Hörsälen von 1,5 Metern, die Abstandsgebote beim Betreten und Verlassen der Hörsäle, die Lüftungsverpflichtung durch das Lehrpersonal beziehungsweise das Vorhandensein von Filteranlagen und die Reinigung der Tische zwischen den Veranstaltungen gewährleistet sein müssen. Präsenzveranstaltungen seien folglich nur in dem Maße möglich, in denen diese Bestimmungen eingehalten werden können.

Abstandsgebot verringert die Kapazität für mögliche Präsenzveranstaltungen

Insbesondere das Abstandsgebot verringere die Kapazität für mögliche Präsenzveranstaltungen erheblich. „So können im Audimax, mit seinen 1654 Plätzen der größte Hörsaal der Universität Hamburg, nur weniger als 200 Personen Platz finden. Dieses stark verringerte Platzangebot gilt auch für alle anderen Hörsäle und Räume“, so eine Sprecherin der Uni. „Wir gehen davon aus, dass wir wie üblich nahezu alle Studienplätze besetzen werden. Dementsprechend kann man sich am WS 19/20 orientieren: Da hatten wir in den grundständigen Studiengängen insgesamt ca. 6600 und in den Masterstudiengängen circa 2750 Studienanfänger, also insgesamt ca. 9350 Studienanfänger.“

Unterdessen forderte Joan Kristin Bleicher, Professorin für Medienwissenschaft am Institut für Medien und Kommunikation an der Universität Hamburg: „Sollte das nächste Semester wieder digital durchgeführt werden, ist auf eine ausreichende technische Versorgung von Studierenden und Lehrenden etwa mit geeigneten Computern oder Webcams zu achten.“

Darüber hinaus seien Erstsemester auf ausreichende Orientierungsangebote und geeignete Treffpunkte für eine persönliche Kommunikation angewiesen. Bleicher: „Da auch für Klausuren nur begrenzte geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, sollte man Prüfungsordnungen flexibilisieren.“