Hamburg

Zäune an S-Bahn-Strecken kommen später als geplant

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Peter Ulrich Meyer
 Die Sicherung der S-Bahn-Strecken vom Hauptbahnhof nach Bergedorf und Harburg dauert länger als ursprünglich zugesagt (Archivbild).

Die Sicherung der S-Bahn-Strecken vom Hauptbahnhof nach Bergedorf und Harburg dauert länger als ursprünglich zugesagt (Archivbild).

Foto: Axel Heimken / dpa

Für fünf Millionen Euro sollen die Gleisanlagen gegen unbefugtes Betreten gesichert werden. Doch das Projekt dauert länger als geplant.

Hamburg.  Die Sicherung der S-Bahn-Strecken vom Hauptbahnhof nach Bergedorf und Harburg dauert länger als ursprünglich zugesagt. Der Senat und die Deutsche Bahn hatten im August 2019 in einem „Sieben-Punkte-Plan für ein zuverlässiges S-Bahn-Netz in Hamburg“ unter anderem vereinbart, dass entlang der Bahngleise „bis 2021“ zwei Meter hohe Zäune errichtet werden. So soll verhindert werden, dass Menschen die S-Bahn-Gleise betreten, was stets die Sperrung der Strecke zur Folge hat.

In seiner Antwort auf eine Frage des Hamburger FDP-Bundestagsabgeordneten Wieland Schinnenburg kündigt Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, nun Verzögerungen an. „Die gesamte Strecke nach Bergedorf soll bis Anfang des Jahres 2021, die Strecke nach Harburg/Neugraben bis Ende des Jahres 2021 mit Zaunanlagen ausgestattet werden“, schreibt Ferlemann, der auch Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr ist.

Kosten in Höhe von fünf Millionen Euro übernimmt die Stadt

Ebenfalls bis 2021 wollte die Deutsche Bahn an den Bahnsteigen im Citytunnel zusätzliche Zugangssperren einbauen. „Die Planungen für die Bahnsteigabschlusstüren erfordern Begutachtungen zu Brandschutz und Fluchtwegen und werden derzeit mit dem Eisenbahn-Bundesamt abgestimmt“, schreibt Ferlemann. Einen Termin für die Fertigstellung nennt der Staatssekretär nicht.

„Was die S-Bahn 2019 als Sofortmaßnahme angekündigt hat, ist anderthalb Jahre später noch keinen Schritt weiter. Zäune wurden nicht gesetzt, Bahnsteigabschlusstüren sind nicht eingebaut worden“, sagt Schinnenburg, der kritisiert, dass die Errichtung der Zaunanlagen nun ein Jahr länger dauern soll als geplant und für die Zugangssperren kein Fertigstellungstermin genannt wird. „Dass die Maßnahmen gegen Verspätungen nun selbst verspätet sind, ist ein Armutszeugnis für alle Beteiligten“, sagt der Liberale, der Senat und S-Bahn auffordert, die Baumaßnahmen doch noch bis Ende 2020 abzuschließen.

Die Kosten in Höhe von fünf Millionen Euro für die Zaunanlagen übernimmt die Stadt. Der rot-grüne Senat hatte mehrfach gegenüber dem Bund darauf gedrängt, Pünktlichkeit und Sauberkeit der S-Bahn deutlich zu erhöhen. „Die Leistung der S-Bahn ist nicht akzeptabel“, sagte auch SPD-Bürgerschaftsfraktionschef Dirk Kienscherf im Juli 2019 und forderte kurzfristige Lösungen zur Stabilisierung des S-Bahn-Netzes.

Eingreifgruppe soll akute Störungen im Zugverkehr schnell beseitigen

Der Sieben-Punkte-Plan, den der runde Tisch zu „Qualität und Pünktlichkeit der Deutschen Bahn in Hamburg“ unter Vorsitz des damaligen Verkehrsstaatsrates Andreas Rieckhof (SPD) im August 2019 vereinbarte, sieht auch die Einrichtung einer schnellen Eingreifgruppe vor. Das Team soll akute Störungen des Zugverkehrs schnell beseitigen.

Die Zahl der Störungen im Bahnbetrieb hat sich nach Angaben der S-Bahn im Laufe der vergangenen Jahre mehr als verdoppelt, unter anderem weil Unbefugte immer wieder auf die Gleise gelangen konnten. „Die Zäune werden helfen, unseren Kunden einen stabileren Betrieb anbieten zu können“, sagte Kay Uwe Arnecke, Geschäftsführer der S-Bahn Hamburg, im November.

„Die S-Bahn ist mittlerweile etwas besser aufgestellt, aber wir müssen den Druck aufrechterhalten“, sagte Kienscherf im Abendblatt-Interview in der vergangenen Woche.

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