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Strände zu voll: Abschnitte der Lübecker Bucht gesperrt

Scharbeutz hatte bereits mehrfach Strandabschnitte oder die gesamte Zufahrt zum Ort gesperrt, weil zu viele Gäste an die Ostsee wollten (Bild vom 2. Juli).

Scharbeutz hatte bereits mehrfach Strandabschnitte oder die gesamte Zufahrt zum Ort gesperrt, weil zu viele Gäste an die Ostsee wollten (Bild vom 2. Juli).

Foto: Carsten Rehder

Tagestouristen dürfen nicht nach Meck-Pomm. 100 Menschen nach Ausbruch unter Quarantäne. Testzentren in Niedersachsen schließen.

Hamburg. Obwohl der Senat am Freitag sechs Neuinfektionen und damit deutlich mehr als zuletzt gemeldet hat, bleiben die Zahlen der mit dem Coronavirus Neuinfizierten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen auf einem niedrigen Niveau. Dennoch warnt Martin Helfrich von der Gesundheitsbehörde davor, "Schutzmechanismen über Bord zu werfen". Er appelliert insbesondere an Reiserückkehrer aus Risikogebieten, die Quarantänebestimmungen einzuhalten.

Derweil wurden im niedersächsischen Verden acht Corona-Infektionen in einem aus drei Häusern bestehenden Gebäudekomplex gemeldet. Rund 100 Menschen stehen derzeit unter Quarantäne.

Lesen Sie hier alle Nachrichten zu Corona am Sonnabend, den 18. Juli:

Interaktiv – Deutschlands Urlaubsgebiete im Corona-Vergleich:

Volle Strände - einzelne Abschnitte in Lübecker Bucht gesperrt

Bei bestem Sommerwetter hat es am Sonnabend zahlreiche Menschen an die Ostseestrände in Schleswig-Holstein gezogen. Das hatte vor allem in den beliebtesten Orten, Scharbeutz und Haffkrug in der Lübecker Bucht, erneut Auswirkungen. Dort sind gegen Mittag die ersten Parkplätze und Strandabschnitte vorübergehend gesperrt worden, weil es nicht mehr genügend freie Plätze für die Gäste gab. Das ging aus den aktuellsten Informationen der Internetseite www.strandticker.de hervor.

Dort können sich Tagesgäste rechtzeitig über den Andrang an den Ostsee-Stränden zwischen Scharbeutz und Rettin informieren. Für drei von acht Stränden stand die Strandampel am Sonnabend auf gelb. Das heißt, es wird langsam eng. Die Infos kommen zunächst von Strandkorbvermietern und den Angestellten, die die Kurtaxe kassieren.

Mecklenburg-Vorpommern verbietet Tagestouristen Einreise

Ein Ausflug an die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns bleibt - zumindest mit dem eigenen Auto oder dem Zug - weiterhin verboten. Für Tagesgäste aus anderen Bundesländern bestehe diese Corona-Regelung noch bis mindestens Anfang August, sagte ein Regierungssprecher am Sonnabend in Schwerin der Deutschen Presse-Agentur.

„Am 4. August wird entschieden, wie es mit dem Tagestourismus weiter geht.“ Dann werde es das nächste Treffen der Landesregierung unter anderem mit Kommunen, Gesundheitsexperten und Vertretern der Wirtschaft, von Gewerkschaften und Sozialverbänden geben. Bis dahin soll eine Arbeitsgruppe Vorschläge erarbeiten, mit denen der Tagestourismus möglichst sicher weiter geöffnet werden kann.

Zumindest dürfen seit mehr als einer Woche Busunternehmen wieder mit Tagesgästen in den Nordosten kommen. Bis Freitag waren landesweit insgesamt 806 Infektionsfälle registriert worden. 20 Menschen sind im Nordosten bislang im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorbenen.

Schleswig-Holstein registriert 13 Neuinfektionen

In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der offiziell erfassten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus zuletzt innerhalb eines Tages um 13 erhöht. Damit liegt die Zahl der bislang registrierten Corona-Infektionen bei 3251, wie die Landesregierung auf ihrer Homepage mit Stand Freitagabend berichtet.

Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen blieb bei 154. Rund 3000 der seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierten gelten inzwischen als genesen. In Krankenhäusern wurden zuletzt drei an Covid-19 Erkrankte behandelt.

Seit einer Woche gibt es im Kreis Stormarn keine Neuinfektion mit dem Coronavirus. Die Zahl der klinisch bestätigten Covid-19-Fälle lag laut Kreisverwaltung bis Freitag um 12.15 Uhr unverändert bei 433.

Drei neue Corona-Infektionen in Hamburg

In Hamburg sind seit Freitag drei weitere Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Die Zahl der seit Ausbruch der Pandemie in der Stadt positiv getesteten Menschen stieg damit auf 5239, wie die Gesundheitsbehörde am Sonnabend mitteilte. Rund 4900 davon können nach Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) als genesen angesehen werden. Unverändert blieb die Zahl der Toten: Laut Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf starben in Hamburg bisher 231 Menschen im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19. Das RKI, das unabhängig von der Todesursache alle mit dem Virus infizierten Toten erfasst, kommt auf 260.

Mit 0,7 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen binnen sieben Tagen liegt das Infektionsgeschehen in Hamburg weit unter dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen, ab dem der Senat über erneute Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie beraten müsste.

In Hamburger Krankenhäusern wurden zuletzt 15 Menschen mit dem Coronavirus behandelt, sechs von ihnen liegen auf Intensivstationen.

Eltern warten auf Erstattung für Klassenfahrtkosten

Auch zu Beginn der Sommerferien warten die Eltern in Niedersachsen immer noch auf die vom Land versprochene Erstattung der Ausgaben für wegen der Corona-Krise abgesagte Klassenfahrten. Wann das Geld fließen wird und ob wirklich alle Kosten berücksichtigt werden können, dazu konnte ein Sprecher des Kultusministeriums aktuell keine Angaben machen. „Das Ministerium und die Landesschulbehörde sind jetzt mit der sehr arbeitsintensiven Abwicklung befasst„, sagte er. Es werde mit Hochdruck gearbeitet.

Insgesamt hat das Land dafür 14,4 Millionen Euro bereitgestellt. Eine Abfrage unter den niedersächsischen Schulen im April hatte zwar einen voraussichtlichen Stornierungskostenbedarf von rund 20 Millionen Euro ergeben. Das Ministerium verweist aber darauf, dass Reiseveranstalter keine Stornokosten für die Reisen verlangen können, in denen es für bestimmte Länder offizielle Reisewarnungen gab.

Das Land hatte versprochen, die Schulen mit den Stornokosten nicht alleine zu lassen. „Die Stornokostenübernahme gilt für Schulfahrten, die im vergangen Schuljahr angesetzt waren, aber auch für Fahrten, die für das kommenden erste Schulhalbjahr 2020/21 geplant waren, aber aufgrund der unsicheren Infektionslage in vielen Ländern abgesagt werden müssen“, betonte das Kultusministerium.

Coronavirus – die Bilder zur Krise:

Auswertung von Coronatests in Verden läuft

Nach der Verhängung einer Quarantäne für rund 100 Bewohner eines Häuserkomplexes in Verden läuft die Auswertung der Coronavirus-Tests im Labor. „Wir rechnen am Wochenende mit Ergebnissen“, sagte ein Landkreissprecher. Möglicherweise liege das Ergebnis schon am Samstagabend vor, vielleicht aber auch erst am Sonntag. „Wir müssen schauen, ob das Virus weiter gestreut hat und dann gegebenenfalls weitere Menschen unter Quarantäne stellen.“

Die Menschen in dem Häuserkomplex mit rund 300 Bewohnern seien kooperativ. „Die Lage ist ruhig“, sagte der Sprecher. Die Polizei helfe mit, die Hauseingänge zu beobachten.

Nach acht Corona-Infektionen in dem aus drei Häusern bestehenden Gebäudekomplex wurden am Freitag rund 100 weitere Menschen auf das Virus getestet. Sie müssen zunächst bis zur Vorlage des Testergebnisses in Quarantäne. Einer der acht Infizierten musste im Krankenhaus behandelt werden.

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Wegen Corona: ADAC rechnet mit weniger Staus im Norden

Am ersten Feriensamstag in Niedersachsen, Bremen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen rechnet der ADAC mit Staus auf den Autobahnen im Norden. Auch im Süden der Niederlande beginnen die Sommerferien - dann haben fast alle deutschen Bundesländer Ferien, nur Baden-Württemberg und Bayern noch nicht.

Vor allem rund um Hannover, Hamburg und Bremen dürfte es eng werden, Engpässe könnte es speziell auf der A1 und der A7 geben. Auf der A7, der zentralen Nord-Süd-Achse im Land, gibt es nach wie vor viele Baustellen. Der ADAC geht aber davon aus, dass die Staugefahr wegen des geringeren Verkehrsaufkommens aufgrund der Corona-Pandemie insgesamt deutlich kleiner ist als in den Vorjahren.

Das Coronavirus in Deutschland und weltweit:

Corona-Testzentren in Niedersachsen schließen

Die 45 zu Beginn der Pandemie eingerichteten regionalen Corona-Testzentren zwischen Harz und Nordsee schließen zum 31. Juli. Darüber haben sich die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) und die Krankenkassen geeinigt. Sie könnten aber jederzeit reaktiviert werden, zum Beispiel bei einer zweiten Infektionswelle, sagte KVN-Sprecher Detlef Haffke.

Die Tests in den Zentren hätten einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet - gerade weil am Anfang die Schutzausrüstung knapp war. Mittlerweile seien die Lieferengpässe überwunden. Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte könnten über das Portal der KVN Schutzausrüstung bestellen.

Tonne fordert verantwortungsvolles Verhalten auch im Urlaub

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat die Menschen aufgefordert, sich auch im Urlaub verantwortungsvoll zu verhalten. Mit Blick auf wilde Partys Hunderter Touristen ohne Schutzmaske und Sicherheitsabstand auf Mallorca sagte er der Oldenburger „Nordwest-Zeitung“: „Solche Negativausreißer dürfen sich nicht wiederholen!“ Ein derartiges Verhalten torpediere die Bemühungen der allermeisten Bürgerinnen und Bürger, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Fotos und Videos der illegalen Partys auf der spanischen Insel hatten für Bestürzung gesorgt, inzwischen hat die Regionalregierung die vor allem von deutschen Touristen gern besuchten Vergnügungslokale am „Ballermann“ geschlossen.

Nach den Plänen des Kultusministers soll der Unterricht an Niedersachsens Schulen nach den Sommerferien so normal wie möglich ablaufen - trotz der Corona-Pandemie. Forderungen von Lehrer- und Elternverbänden nach freiwilligen und kostenlosen Corona-Tests an den Schulen erteilte der Minister eine Absage. „Sicherheit an Schulen ist ein hohes Gut“, sagte Tonne der Zeitung. Bei steigenden Fallzahlen solle getestet werden. „Bei anlasslosen Testungen muss man sich aber fragen, worin der Erkenntniswert liegen soll.“ Ihm zufolge soll das Thema in den Sommerferien aber noch einmal von Fachleuten beraten werden.

Lesen Sie hier den Newsblog von Freitag, 17. Juli